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- Staatliche Kunstsammlungen Dresden - GRASSIMUSEUM SKD  -

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! Medieninformationen !

Medieninformation 02/2024

Einladung zur Eröffnung der Ausstellung „Neuzugänge zeitgenössischer Kunst im Kunstfonds 2023 – Förderankäufe der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen“ am Mittwoch, 17. Januar 2024, 19 Uhr bei der Vertretung des Freistaates Sachsens beim Bund in Berlin mit Conrad Clemens, Staatssekretär und Bevollmächtigter des Freistaates beim Bund

Manuel Frey, Direktor der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Silke Wagler, Leiterin des Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Der Kunstfonds der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden präsentiert in Kooperation mit der Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund vom 18. Januar bis zum 14. April 2024 die Ausstellung „Neuzugänge zeitgenössischer Kunst im Kunstfonds 2023 – Förderankäufe der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen“ bei der Vertretung des Freistaates Sachsens beim Bund in Berlin.

 

Auch 2023 hat die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen im Rahmen der jährlichen Förderankäufe zeitgenössischer Kunst wieder Gemälde, originalgrafische Blätter, Fotografien, Objekte sowie Medieninstallationen mit einem Gesamtwert von mehr als 160.000 € erworben. Für die Konzeption der Präsentation in der Sächsischen Landesvertretung in Berlin stand eine großartige Auswahl von insgesamt 29 Werken zur Verfügung, die eine spannende Vielfalt und große Fülle bildkünstlerischer Ausdrucksformen aufweist, darunter als klassisch zu bezeichnende Techniken, die zeitgemäß interpretiert werden, aber auch Medien- und Filmarbeiten. Viele der Werke beziehen digitale Technologien in Bildfindungsprozesse ein oder nutzen deren Möglichkeiten für ihre künstlerischen Aussagen und sind deshalb von großer Aktualität. Neben der großen Bedeutung digitaler Medien ist für den aktuellen Ankaufsjahrgang der überdurchschnittlich hohe Anteil an Künstlerinnen und Künstlern mit biografischen Wurzeln in anderen Kulturen bezeichnend. Ausgestellt werden Werke folgender Künstlerinnen und Künstler: Cihan Çakmak, Minhye Chu, Katarína Dubovská, Wilhelm Frederking, Anaïs Goupy, Valeriya Krasnova, Eric Meier, Theresa Möller, Sol Namgung, Anna Nero, Soyoung Park, Leni Pohl, Anna Raczyńska, Christoph Roßner, Ramona Schacht, Simon Weckert und Hamidreza Yaraghchi.

Die jährliche Präsentation einer Auswahl von Werken in der Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund hat nun bereits seit 2011 Tradition.

Bereits zum dritten Mal gastiert der Kunstfonds 2024 außerdem mit einer Ausstellung im Verbindungsbüro in Prag. Es werden Werke bekannter sächsischer Textilkünstlerinnen sowie von Künstlerinnen einer jüngeren Generation ausgestellt, darunter Bea Meyer, Daniela Hoferer und Annett Oehme, die über die Förderankäufe zeitgenössischer Kunst des Freistaates Sachsen erworben wurden. Schaufenster III: Textile Bilder wird am 24. Januar eröffnet und ist bis zum 28. April 2024 zu sehen.

 

Laufzeit der Berliner Ausstellung

1. Dezember 2023 bis 14. April 2024

Ort

Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund, Brüderstr. 11/12, 10178 Berlin

Öffnungszeiten

Täglich 10-18 Uhr, vorbehaltlich geschlossener Veranstaltungen

Tagesaktuelle Informationen online unter https://www.landesvertretung.sachsen.de/neuzugaenge-zeitgenoessischer-kunst-im-kunstfonds-2023-12862.html

Freier Eintritt, Gruppen werden um vorherige telefonische Anmeldung unter +49 (0)30 20 60 64 10 gebeten

Um eine Anmeldung bis zum 12. Januar 2024 unter veranstaltungen(at)bln.sk.sachsen.de wird gebeten.

eingestellt:

10.01.2024 Georg Schlitte

https://www.l-schoenefelder-almanach.de/

 

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 Alles auf Anfang!

Neu: die sechste Ausgabe von „August“,

dem Magazin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Was bewacht der Stieglitz auf dem Titelbild der neuen „August“-Ausgabe so eifrig?

Es sind die noch sehr zarten Eier im Nest auf Abraham Mignons Stillleben „Ein Vogelnest im Fruchtkorb“ (nach 1672), die anzeigen: Etwas Neues ist im Entstehen. „Alles auf Anfang“, so ist das neue Magazin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) überschrieben – und wofür könnte diese Losung eher gelten als für die zwei Sammlungsneu- oder -wiedereröffnungen des kommenden Jahres, den Neubau für das Archiv der Avantgarden – Egidio Marzona (ADA) und den Einzug der Puppentheatersammlungen ins Dresdner Kraftwerk Mitte.

So weit greift das jüngste Heft des zweimal jährlich erscheinenden „August“-Magazins zwar noch nicht voraus, aber die Zeichen stehen dennoch auf Anfang: Bestseller-Autor Florian Illies erklärt aus Anlass des 250. Geburtstags von Caspar David Friedrich, den die SKD im Herbst 2024 gebührend begleiten werden, wie der Künstler in Dresden „die Sehnsucht erfand“. Designer Konstantin Grčić führt aus, warum er ein neuartiges Schaudepot ins Residenzschloss integrierte. Und wir schnuppern schon einmal ins Blockhaus am Goldenen Reiter hinein, wo eine kühne Architektur bereits den Einzug des Archivs der Avantgarden im Frühjahr ankündigt.

Und wie in jeder Ausgabe machen sich Kunst- und Kulturschaffende Gedanken über die Kunstwerke aus den Sammlungen der SKD, die selten oder nie öffentlich zu sehen sind: So sinniert Anna-Lisa Dieter vor einem Bild aus dem Albertinum über den Zauber des Anfangs beim Flirten, der Schriftsteller Clemens Setz wird von einer Linse aus dem Mathematisch-Physikalischen Salon zu einer Miniatur über eine einsame Insel inspiriert, Juliane Liebert fragt sich, ob wir unserem Spiegelbild entkommen können, und die Künstlerin Monica Bonvicini entdeckt ein Futteral des Grünen Gewölbes, das die Fantasie entzündet.

Wie immer wurde das alles zusammengetragen von der Redaktion des Kommunikationsteams der SKD. „August“ erscheint in deutscher und englischer Sprache und wird international versandt. Das Magazin wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Kostenlose Bestellungen unter august(at)skd.museum.

Eingestellt: 19.12.2023

Georg Schlitte (https://www.l-schoenefelder-almanach.de)

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Prof. Dr. Holger Jacob-Friesen wird neuer Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister und der Skulpturensammlung bis 1800 an den SKD

Medieninformation

188/2023

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Prof. Dr. Holger Jacob-Friesen wird neuer Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister und der Skulpturensammlung bis 1800 an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Gemeinsame Pressemitteilung von SMKT und SKD

Die Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) erhält einen neuen Direktor: Prof. Dr. Holger Jacob-Friesen wechselt von Baden-Württemberg nach Sachsen. Das Sächsische Kabinett bestätigte gestern (12. Dezember 2023) im Benehmen mit der Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden die Berufung. Die Auswahl erfolgte auf Vorschlag einer Findungskommission.

Prof. Dr. Holger Jacob-Friesen tritt sein Amt zum 1. März 2024 an.

Der 56-Jährige übernimmt außer der Gemäldegalerie Alte Meister auch die Leitung der Skulpturensammlung bis 1800, deren Bestände seit Februar 2020 in der Sempergalerie ausgestellt sind. Er folgt auf Stephan Koja, der das Museum bis zum 31. März dieses Jahres leitete.

Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus: „Ich freue mich sehr, dass wir mit Prof. Dr. Holger Jacob-Friesen einen national wie international anerkannten und vernetzten Fachmann für eine der Herzkammern der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gewonnen haben.

Er gilt als Experte für deutsche, niederländische, französische und italienische Malerei des 14. bis 18. Jahrhunderts, der diese Kunst auch lebendig und begeisternd erklären kann. Ich bin sicher, dass Prof. Dr. Holger Jacob-Friesen einen wichtigen Beitrag für die weitere Entwicklung der Gemäldegalerie sowie unseren Kunstsammlungen insgesamt leisten wird.“

Prof. Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden: „Ich finde es fantastisch, dass wir Prof. Dr. Holger Jacob-Friesen als neuer Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister und Skulpturensammlung bis 1800 gewinnen konnten. Denn er ist nicht nur ein herausragender Kunsthistoriker, sondern hocherfahren in der Realisierung international erfolgreicher Ausstellungen zu Alten Meistern, von Hans Baldung Grien bis Chardin, die ein breites Publikum in den Bann zogen. Herr Jacob-Friesen leitete überdies in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe bereits neben der Sammlung Alter Meister auch das Kupferstichkabinett und die Gemäldeund Papierrestaurierung. Als Spezialist der Epoche der Aufklärung, dabei immer konsequent sammlungsübergreifend denkend, ist er schon deshalb eine Bereicherung für unseren Museumsverbund.“

Prof. Dr. Holger Jacob-Friesen: „Es ist ein großartiges Museum mit einer weltberühmten Sammlung, in das ich komme; ein Schatzhaus der europäischen Kunstgeschichte. Mit jedem Gemälde und jeder Skulptur der Dresdner Galerie verbinden sich Geschichten – fantastische, anrührende, spannende, ernste und heitere Geschichten, die immer wieder neu erzählt werden wollen. Ich wünsche mir daher ein Haus, das mitteilsam, weltoffen und publikumsorientiert ist, das Menschen aller Generationen und jeglicher Herkunft für die Kunst begeistert, das zum Staunen, zu Erkenntnis, Debatte und Genuss anregt. Dieser Aufgabe stelle ich mich mit einem sehr bewährten Team, und ich blicke ihr ebenso gespannt wie freudig entgegen.“

Zur Vita von Prof. Dr. Holger Jacob-Friesen:

Holger Jacob-Friesen wurde 1967 in Köln geboren. Er studierte Kunstgeschichte, Mittlere und Neuere Geschichte sowie Historische Hilfswissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen, der Universität Basel und der Freien Universität Berlin.

1999 promovierte er an der Universität Basel mit der Arbeit „Profile der Aufklärung“, in der er die intellektuellen Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland gegen Ende des 18. Jahrhunderts in den Blick nahm. Ebenfalls seit 1999 war er in verschiedenen Funktionen an der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe tätig. 2008 wurde er zum Leiter des Referats „Gemäldegalerie Alte Meister“ ernannt.

Er hat an verschiedenen Hochschulen gelehrt und zahlreiche Ausstellungen konzipiert, zuletzt die erfolgreiche Große Landesausstellung „Hans Baldung Grien. Heilig | unheilig“.

Seit 2011 war er Leiter der Abteilung Sammlung und Wissenschaft an der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe (dazu gehören: Gemäldegalerie, Kupferstichkabinett, Gemäldeund Papierrestaurierung, Bibliothek, Kunstvermittlung).

2021 erfolgte die Ernennung zum Honorarprofessor für Kunstgeschichte am Karlsruher

Institut für Technologie (KIT).

 

eingestellt: 13. Dezember 2023

Georg Schlitte

(https://www.l-schoenefelder-almanach.de/)

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RE:OPENING NO. 04 im GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig

Im Rahmen des Zukunftsprogrammes REINVENTING GRASSI.SKD wandelt sich das Leipziger Völkerkundemuseum, als Einrichtung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Schritt für Schritt zu einem Netzwerkmuseum. Das Museum gibt mit seinem RE:OPENING NO. 04 ab dem 30. November 2023 neue Einblicke in diesen Prozess.

Was haben eine Friedenspfeife aus der Prärie, eine Damenpistole aus dem „Wilden Westen“, ein mexikanischer Bauarbeiterhelm, eine Kaffeekanne aus Bagdad und ein aus Gras geflochtener Bus gemeinsam? Sie alle sind Teil der DDR-Geschichte des GRASSI Museums für Völkerkunde zu Leipzig. Der neue Ausstellungsbereich nimmt das Museum und die Ethnologie vor 1990 in den Blick. Eine Rolle spielt dabei, wie sich die Völkerkunde in der DDR unter dem Thema der Völkerfreundschaft von ihrer NS-Vergangenheit löste, Wissenschaft und Kunst unter allen Bevölkerungsschichten verbreitete, und einen Beitrag zum Aufbau ehemaliger Kolonien in Afrika und Westasien leistete. Aufgrund der fehlenden Reisefreiheit wurden Museen zu Sehnsuchtsorten, an denen Besuchende an einem Tag „die Welt erleben“ konnten. Am Beispiel der vielen „Indianistik“-Klubs zeigt die Präsentation, welchen Einfluss die Völkerkunde auf das Privatleben, die Nischen- und Popkultur in der DDR hatte.

In Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Akteur*innen öffnet das Museum im neuen Ausstellungsbereich (un)sichtbar den Blick für die Themen Geschlecht und Sexualität in Zusammenhang mit Macht, gesellschaftlichen Normen und kolonialen Verflechtungen. Welche Geschlechterkonzepte gab es jenseits der Einteilung von Frau und Mann und wie wurden sie durch den Kolonialismus verdrängt? Darüber hinaus thematisiert dieser Teil der Ausstellung, wie rein männliche Sichtweisen durchbrochen werden können und welche Geschichten (wieder) sichtbar gemacht werden müssen. Mit partizipativen Stationen und Interventionen gibt es vielfältige Möglichkeiten, vermeintliche Grenzen zu hinterfragen und zu durchbrechen. So suchten sich Akteur*innen aus verschiedenen Kontexten zwölf Dinge aus den ethnologischen Sammlungen aus und gaben ihnen eine bisher unsichtbare Bedeutung (zurück). Die neu entstandenen Lesarten sind persönlich, assoziativ, lyrisch, künstlerisch oder wissenschaftlich.

Gezeigt wird auch ein Teil der umfangreichen Schmucksammlung des Gynäkologen Dr. Ümit Bir (1929-2014), welche seit 2004 als Dauerleihgabe am Museum aufbewahrt wird. Durch die Formensprachen und die Materialsymboliken des Schmucks werden die globale Verflechtung von Ökonomien, Mythen und Schönheit deutlich, so beispielsweise durch die Verwendung der aus dem Mittelmeer stammenden Blutkoralle bei der Schmuckherstellung von Marokko bis Japan. Erzählt wird die Geschichte des Schmucks über den mit der Blutkoralle in Verbindung stehenden Mythos der Medusa.

Zusammen mit dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e. V. wurde eine partizipative Station entwickelt, die spielerisch neue Perspektiven auf äußere Erscheinungsbilder und damit verbundenen Zuschreibungen eröffnet. Mit dem Büro für Sinn und Unsinn, einem interdisziplinär arbeitenden Designteam für Spiel und Interaktion, ist gemeinsam mit Jugendlichen der Stadt Leipzig eine interaktive „Widerstandswand“ entstanden, die historische Persönlichkeiten feministischer Bewegungen abbildet.

Darüber hinaus wird im Ausstellungsbereich zu den Benin-Bronzen eine Intervention mit queer-feministischen Perspektiven auf die Geschichte des Königreichs Benin in Zusammenarbeit mit der nigerianischen Kuratorin, Dichterin und Forscherin Mary Osaretin Omoregie eröffnet. Bis heute dominieren in Nigeria patriarchale gesellschaftliche Strukturen und Vorurteile gegenüber Frauen. Feministische Strömungen sind damit auch in der Geschichtsschreibung unterrepräsentiert, obwohl Frauen einen wichtigen Beitrag zum kulturellen und künstlerischen Erbe leisteten. In sieben Geschichten stehen nun erstmals Biografien von Frauen aus dem ehemaligen Königreich Benin im Mittelpunkt. Frauen, die sich den Normen einer patriarchalischen Gesellschaft widersetzten und den Lauf der Geschichte maßgeblich beeinflussten.

Das Forschungsprojekt „Umgekehrte Sammlungsgeschichte. Kunst und Kultur aus Kamerun in deutschen Museen“ ist das aktuelle Thema im Rapid Response Bereich. Die Technische Universität Berlin untersuchte gemeinsam mit der Université de Dschang in Kamerun erstmalig die Präsenz Kameruns in deutschen ethnologischen Sammlungen. Ein Teil des Projektes ist die Untersuchung der Bestände des GRASSI Museums für Völkerkunde zu Leipzig mit mehr als 5.000 Inventareinträgen, die mit Kamerun in Verbindung gebracht werden können. Dieses Projekt ist damit ein wichtiger Schritt zur Erforschung der Vergangenheit des Museums. Die wissenschaftlichen Ergebnisse wurden im Juni 2023 in Berlin vorgestellt. Daraus ist auch die Publikation „Atlas der Abwesenheit - Kameruns Kulturerbe in Deutschland“ entstanden. Seine Herausgabe nimmt das Museum zum Anlass, auf diesen Teil der Geschichte aufmerksam zu machen.

*Öffnung der neuen Teilbereiche: ab 30. November 2023

Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr, Montag geschlossen

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eingestellt: 27.11.2023

Georg Schlitte

LSoA (https://www.l-schoenefelder-almanach.de/)

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NEU im RESIDENZSCHLOSS

Die neue „Kunstkammer Gegenwart“ im Dresdner Residenzschloss: Schaudepot für die Schenkung Sammlung Hoffmann nach dem Entwurf von Konstantin Grčić – Wandskulptur von Frank Stella schmückt Englische Treppe

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Dresdner Residenzschlosses: Mit der „Kunstkammer Gegenwart“ integrieren die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) in der ehemaligen Fürstengalerie einen neuen Ort für zeitgenössische Kunst. Damit entsteht im Residenzschloss als bedeutendem Wissens- und Kunstspeicher ab Dezember 2023 ein Archiv der Gegenwart, in dem vorrangig Werke der Schenkung Sammlung Hoffmann, aber auch Arbeiten aus dem Kunstfonds, dem Kupferstich-Kabinett und dem Albertinum sowie der den Kunstsammlungen angegliederten Stiftung Günther und Annemarie Gercken gezeigt werden. Der Bestand der Fürstengalerie wird weiterhin im Residenzschloss erfahrbar sein.

Das Konzept der „Kunstkammer Gegenwart“ folgt dem Ansatz, zwei wichtige museale Aufgaben, das Lagern und das Ausstellen von Kunstwerken, in Übereinstimmung zu bringen. Mit jährlich wechselnden Schwerpunkten will diese Kunstkammer Einblicke in die umfangreichen Schätze zeitgenössischer Kunst innerhalb der SKD geben. Für ein neuartiges innovatives Schaudepot, das diese Präsentation ermöglicht, konnte der international renommierte Designer Konstantin Grčić gewonnen werden. Seine Konzeption umfasst auch eine „Offene Werkstatt“, in der der konservatorische und restauratorische Umgang mit modernen, fragilen Materialien der zeitgenössischen Kunst für das Publikum sichtbar wird. Gleichzeitig wird in enger Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden und der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) Dresden ein progressiver Vermittlungsansatz entwickelt und dem Publikum präsentiert.

Seit 2018 bereichert die Schenkung Sammlung Hoffmann das Programm der SKD um Ausstellungsprojekte, die den Dialog von zeitgenössischer Kunst mit den historischen Sammlungsbeständen des Museumsverbunds fördern. Durch zeitgenössische Bezüge zu existenziellen Themen und die Öffnung ästhetischer Erfahrungsräume werden immer wieder neue Betrachtungsweisen auch der historischen Werke angeboten. Als Vorbote der „Kunstkammer Gegenwart“ reiste bereits Anfang September eine beeindruckende Wandskulptur Frank Stellas von 1990 aus seiner Serie zu Herman Melvilles „Moby Dick“ aus der Schenkung Sammlung Hoffmann von Berlin nach Dresden. Das Werk, das bereits in den 1990er-Jahren, damals als Leihgabe, im Albertinum zu sehen war, geht ebenfalls als Geschenk an die SKD. Es entfaltet auf der Englischen Treppe des Residenzschlosses seinen Bezug zur barocken Formensprache und schlägt einen vielfältigen Bogen zwischen Geschichte und Gegenwart.

Die Einrichtung der „Kunstkammer Gegenwart“ markiert den finalen Umzug einer Auswahl von wichtigen Arbeiten der Schenkung an die SKD, die deren Sammlungen besonders gut ergänzen und gut in sie integriert werden können. Diese Auswahl geht als bedingungslose Schenkung an den Freistaat Sachsen über. In Berlin bleibt die Sammlung Hoffmann weiterhin öffentlich zugänglich und der enge Austausch mit den SKD zu Ausstellungszwecken bleibt bestehen. Die Auswahl der SKD ist eine der bedeutendsten Schenkungen in ihrer jüngeren Geschichte. Mit ihr wurden Werke, die sich bereits in ihrer ungewöhnlichen Kraft und ihren herausragenden Qualitäten im Ausstellungsprogramm der SKD bewährt haben, dauerhaft als substanzieller Teil der Sammlung für den Freistaat gesichert. Darunter sind Arbeiten von Jean Michel Basquiat, Miriam Cahn, Isa Genzken, Félix González-Torres, Antony Gormley, Keith Haring, Rebecca Horn, William Kentridge, Imi Knoebel, Barbara Kruger, Julie Mehretu, Ron Mueck, Bruce Nauman, Ernesto Neto, A. R. Penck, Sigmar Polke, Chiharu Shiota, Frank Stella, Wolfgang Tillmans, Cy Twombly, Jorinde Voigt oder Andy Warhol zu nennen.

Die bereits etablierten und bewährten „Blickwechsel“ mit Werken der Schenkung Sammlung Hoffmann, also die zeitweise Einbindung zeitgenössischer Kunst in die historischen und außereuropäischen Sammlungspräsentationen der SKD, wie auch die „Ortsgespräche“ mit ausgewählten Werken an verschiedenen Orten in Sachsen werden in Abstimmung zwischen der Familie Hoffmann und den SKD fortgeführt. Auf diese Weise sollen auch in Zukunft inspirierende Dialoge zwischen zeitgenössischen Kunstwerken aus der Schenkung Sammlung Hoffmann und den Museen im Freistaat erlebbar werden. Und auch die Präsentationen der Schenkungen Sammlung Hoffmann in den Nachbarländern werden fortgesetzt. So zeigt beispielsweise die Galerie OP ENHEIM in Wrocław noch bis zum 14. Januar 2024 mit „Third Skin“ ein intimes Zwiegespräch zwischen ausgewählten Werken der Sammlung.

Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Medien und Kommunikation

Residenzschloss ∙ Taschenberg 2 ∙ 01067 Dresden

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eingestellt: 28.09.2023

Georg Hans Schlitte

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Information 26/2023

Dresdner Köpfe. Dix, Hegenbarth, Hopfe, H.T. Richter, Uhlig

Eine Ausstellung im Josef-Hegenbarth-Archiv des Kupferstich-Kabinett

14. Mai 2023 bis 14. April 2024

Die neue Jahresausstellung „Dresdner Köpfe“ im Josef-Hegenbarth-Archiv versammelt rund 30 Bildnisse und anonyme Porträts von Josef Hegenbarth (1884–1962) sowie vier weiteren namhaften Künstler*innen aus Dresden: Otto Dix (1891–1969), Elke Hopfe (*1945), Hans Theo Richter (1902–1969) und Max Uhlig (*1937). Der Titel bezieht sich sowohl auf die dargestellten Personen, die mehrheitlich mit Dresden verbunden sind, als auch auf die Künstlerin und ihre Kollegen selbst, die alle an der Hochschule für Bildende Künste Dresden unterrichtet haben. Sämtliche Zeichnungen und druckgrafischen Arbeiten stammen aus dem Bestand des Kupferstich-Kabinetts oder der angegliederten Stiftung Dr. Kurt und Annelore Schulze. Die Bedeutung der Künstler*innen reicht weit über die Grenzen der Stadt hinaus. Alle genießen hohe künstlerische Wertschätzung und sind für ihre charakteristischen Menschenbilder bekannt.

Für Josef Hegenbarth und Otto Dix war die genaue Beobachtung der Wirklichkeit Voraussetzung zum Zeichnen. Während Dix den Menschen oft schonungslos aus seiner jeweiligen Lebenssituation heraus erfasste, suchte Hegenbarth unter seinen Zeitgenossen nach Charakterköpfen, deren Wesen und Stimmungslage er mit Empathie pointiert offenlegte. Die Bildnisse Hans Theo Richters stehen unter dem Eindruck der Katastrophen des 20. Jahrhunderts und sind geprägt von menschlicher Wärme und einem tiefempfundenen Humanismus. Max Uhlig und Elke Hopfe schließlich schöpfen aus dem großen Arsenal von künstlerischen Stilen, Medien und Konzepten des 20. Jahrhunderts und reagieren in ihren Bildnissen nicht zuletzt auf die vielfältigen Vorstellungen von menschlicher Individualität seit der Moderne und ihren entsprechenden Bedürfnissen nach Repräsentation. Uhligs Zweifel an der Darstellbarkeit eines komplexen Individuums schlagen sich in Kopfbildern nieder, die stilistisch seinen Landschaften nahestehen. Elke Hopfe deformiert die äußere Gestalt ihrer Modelle durch Fragmentierung und Abstraktion fast bis zur Unkenntlichkeit. Indem sie tilgt und neu zusammensetzt, spürt sie allen Facetten des Menschseins nach und macht die existenziellen Fragen im gesamten Bildraum sichtbar. Die Ausstellung bietet die Gelegenheit, mit Elke Hopfes großformatigen Grafitzeichnungen drei bedeutende Neuerwerbungen des Kupferstich-Kabinetts erstmals vorzustellen, von denen das Blatt „Macketanz I“ eine großzügige Schenkung der Künstlerin ist.

Die Auswahl an „Dresdner Köpfen“ führt sowohl die Vielfalt der Positionen als auch die Traditionslinien und Verbindungen innerhalb der Dresdner Akademie über einen Zeitraum von annähernd 100 Jahren vor Augen. Diese zeigen sich etwa darin, dass Hans Theo Richter Meisterschüler von Dix war, Hegenbarth und Richter nach dem Krieg zeitgleich an der Akademie lehrten, Uhlig bei Richter studierte und Hopfe und Uhlig parallel viele Jahre heute tätige Künstler*innen ausgebildet haben.

Die Ausstellung wird begleitet von einem vielfältigen Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm. Neben Führungen und Ferienangeboten findet am 24. September 2023 ein Gespräch des Kurators Björn Egging mit der Künstlerin Elke Hopfe statt.  Zur Museumsnacht am 8. Juli 2023 wird das Haus geöffnet sein. Besucher*innen erwarten an diesem Sommerabend Kurzführungen durch die Ausstellung sowie durch die einstigen Atelier- und Wohnräume Josef und Johanna Hegenbarths. Ein Porträtworkshop mit dem Künstler Thomas Baumhekel, der für Kinder ab 7 Jahren ebenso geeignet ist wie für Jugendliche und Erwachsene, rundet das Programm ab.

Ab September 2023 kommt es im Eingangsbereich des Erdgeschosses des Josef-Hegenbarth-Hauses zu Beeinträchtigungen aufgrund von Bauarbeiten. Dort entstehen großzügige, helle Räume, die eine flexible und multifunktionale Nutzung ermöglichen: sowohl für die individuelle Arbeit im Archiv als auch für Bildungs- und Vermittlungsformate sowie weitere Veranstaltungen. Zielgruppe sind interessierte Besucher*innen, Wissenschaftler*innen, Schulklassen und Kunstschaffende. Der Museumsbesuch bleibt während der Bauarbeiten uneingeschränkt möglich.

Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Medien und Kommunikation

Residenzschloss ∙ Taschenberg 2 ∙ 01067 Dresden

www.skd.museum

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Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Medien und Kommunikation

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GRASSI MUSEUM FÜR VÖLKERKUNDE ZU LEIPZIG
STAATLICHE KUNSTSAMMLUNGEN DRESDENJohannisplatz 5–11, 04103 Leipzig;

Telefon: 0341/97 31 900
www.grassimuseum.de/ www.skd.museum
Öffnungszeiten:Dienstag – Sonntag von 10:00 – 18:00
Eintritt:6/4,50 Euro

 

1. Mittwoch im Monat Eintritt frei; Kinder bis 16 Jahre Eintritt frei

 

REINVENTING GRASSI.SKD
Das GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig gibt mit der schrittweisen Öffnung der ersten Ausstellungsräume Einblick in seine fortlaufende Umgestaltung.
Im Rahmen des Zukunftsprogramms REINVENTING GRASSI.SKD wandelt sich

das Haus zu einem Netzwerkmuseum, welches seine Inhalte transparenter als bisher kommuniziert und dabei verschiedenste Partner*innen einbezieht und zu Wort kommen lässt.
Mit der dritten Teileröffnung im Dezember 2022 zeigt das Museum nun die nächsten Ergebnisse des Programmes.
Gefördert wird das Programm durch die „Initiative für ethnologische Sammlungen der Kulturstiftung des Bundes".

 

LSoA - leipzig-schoenefelder.almanach.de

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Beiträge : Georg Hans Schlitte / Kurzgeschichten - Autor: Kurt Meran von Meranien

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