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Guten Tag.

Ich freue mich darüber, dasss SIE den L-Schoenefelder-Almanach besuchen.

Viel Spaß beim Blättern und Lesen!

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                                                         -erlebt - erinnert-

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BuchMesseZeit 2022

ERINNERUNG
Lesung der Lyrikgesellschaft (GZL) im Haus des Buches Leipzig November 2016

Ein wundervoller Abend im Haus des Buches Leipzig
Zwie – Sprache zwei Temperamente oder wie  Moll betonte zwei Temperaturen

Helmuth Scheel begrüßte die Anwesenden, und stellte die beiden Gesprächspartner vor.
Bettine Reichelt und Manfred Moll – haben eins gemeinsam: den kirchlichen Hintergrund.
Bettine Reichelt, Autorin und Pfarrerin, geboren in Plauen/Vogtl., zwei Söhne, studierte Theologie in Leipzig, lebt hier. Veröffentlichungen von Lyrik, Kurzgeschichte, Biographie, bis hin zu Krimi und spirituellem Sachbuch.
„Bettine Reichelt träumt, wenn sie schreibt; sie träumt von Leichtigkeit und vom Entkommen; scheint überhaupt zu schreiben, um zu entkommen, Belastungen, Verletzungen, Brüchen. Darum handeln ihre Texte von Weisheit und Stärke, vom Leben und Überleben. Schreiben scheint für Bettine Reichelt überhaupt eine Form des Überlebens zu sein. In ihren Geschichten sucht sie Auswege, beschreibt Träume, in denen sie fliegen kann wie die Raben, deren Geschichten sie erzählt.“ Manfred Moll

Manfred Moll, geboren als Westfale 1951 in Kassel. Berliner ohne jede Leidenschaft für diese Stadt, Pfarrer aus Leidenschaft, dessen kreativer Überschuss in Gedichte mündet.
„Er ist der Moll, sagt er. Alle nennen ihn so. Sogar seine Kinder. Und beinahe ebenso unspektakulär und selbstverständlich, wie er sich vorstellt und wie er ausgezeichnet wird, so lebt er auch Lyrik. Sie durchdringt das, was er tut. Und da er beruflich viel mit Texten umgeht und sie dann auch selbstverständlich selbst verfasst, entsteht die Lyrik im Gehen durchs Leben. Davon ist nur weniges im herkömmlichen Sinn veröffentlicht. Aber es ist da und findet Gehör. Und mit seiner Art und seinem Weg lockt der Moll Leute zur Lyrik, die sich bisher nicht vorstellen konnten, dass Lyrik einen Menschen ergreift.“ Bettine Reichelt

Soweit zu den Akteuren von den Akteuren
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Es war ein wunderbarer Abend im Haus des Buches! Ein wirkliches Erlebnis sondergleichen. Alle Interessenten, ob Mitglieder der Lyrikgesellschaft oder Lyrik begeisterte, die dann, dem Wetter und der Dunkelheit geschuldet, doch nicht kamen, haben etwas verpasst, was nicht nachzuholen ist - Schade!
So war es eine kleine intime Runde, fasst familiär.

Bettine Reichelt und Manfred Moll erzählten im Laufe des Abends aus ihrem Leben und wie und warum sie zum Schreiben gekommen waren.

Dabei stand eine Frage im Vordergrund:
Hauptfrage – Hauptthema: Kann Lyrik etwas bewegen?
Warum eigentlich Lyrik? Einfache Antwort: Um ungelöste Fragen zu beantworten.

Die gestellte Frage wurde im Laufe des Abends beantworte: Ja, Lyrik kann etwas bewegen. Man muss sich ihr hingeben, mit ihr Leben. Durch die Lyrik nach außen Strahlen.
Beide hatten sich gut vorbereitet, denn einmal sollten sie ihre eigenen Lieblingsgedichte zu Gehör bringen und zum Anderen, die Gedichte des anderen Temperaments, die ihnen am besten gefallen hatten.
Bettine Reichelt und Manfred Moll stellten sich also nicht nur gegenseitig vor. Jeder las bei der Vorstellung seine eigenen, von ihm geschaffenen Lieblingsgedichte und danach die Gedichte, welche ihm aus dem Schaffen  des Gegenübers am besten gefielen.
Das Wunderbare des Abends waren nicht nur die Gedichte. Es war vor allem die Vortragsweise! Ein Gedicht schreiben und ein Gedicht vortragen, so vortragen, dass es ein Erlebnis wird, sind zwei ganz verschiedene Dinge. Ich kenne einige Lyriker, die wundervolle Gedichte schreiben, diese aber nicht so vortragen, dass der Hörer sie versteht, ihren Inhalt erkennt und sie ihm im Gedächtnis bleiben. Ein Gedicht, das niemand versteht, kann auch nichts bewirken!

Ich möchte mich hiermit bei der Lyrikgesellschaft und den beiden „Temperamenten“ bedanken, dass ich so etwas Schönes erleben durfte.               

KurtMeran 11.11.2016 (#GurdohneGurd)
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ERINNERUNG

Rundgang auf einem Hauptkampfplatz der Völkerschlacht 1813

Was sich in und rund um Leipzig 1813 abspielte, war nicht die Völkerschlacht im eigentlichen Sinn, sondern ein Teil. Nach neueren Erkenntnissen „Schlacht bei Leipzig“ benannt!

Als ALTER LEIPZIGER hoffe ich, dass das Völkerschlachtdenkmal erhalten bleibt und nicht etwa in „Denkmal zur Schlacht bei Leipzig“ umbenannt, oder sogar abgerissen/abgetragen wird. Den modernen, gegenwärtigen Bilderstürmern, bzw. „Straßenumbenennungsaktivisten“ ist ALLES zuzutrauen!

Abgesehen davon, wollte ich mich als „Neu-Schönefelder“ seit 2000 in Schönefeld wohnend, mit einem der wichtigsten Hauptkampfplätze der Schlacht bei Leipzig bekannt machen.

Die Schönefelder-Kampfkatze organisierte einen Rundgang. Beginnend an der Stöhrerstraße am Apelstein, wanderten wir, eine Familie, die kameraführende Kampfkatze, ein preußischer Feldwebel und ich durchs ehemalige Kampfgebiet. Warum Schönefeld ein Hauptkampfplatz war, ist mir bekannt. Wer es wissen will, kann es in den Annalen nachlesen. Der geehrten Stadtverwaltung ist die Bedeutung Schönefelds bestimmt nicht klar und bewusst, denn sonst würde Schönefeld ja nicht so vernachlässigt werden.

Irgendwann wird daran gearbeitet, wurde verspochen. Lassmer uns überraschen …

Kurt Meran

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Apelsteine

Zum Gedenken der Völkerschlacht wurden die kleinen Denkmale aus privaten Mitteln des Leipziger Schriftstellers Theodor Apel gefertigt und aufgestellt. Schönefeld wurde als strategisch wichtiger Ort heiss umkämpft, und dabei fast ganz vernichtet.

Im Volksgarten steht Apelstein Nr. 41 Standort des Prinzen Ney mit dem linken Flügel der französischen Truppen.

Auf dem Rotheplatz an der Theklaer Straße befindet sich Apelstein Nr. 29 in schlechtem Zustand. Hier stand Marschall Marmont, VI. Corps, mit 15000 Mann (umgesetzt).

An der Ecke Theklaer- / Störerstraße steht Apelstein Nr. 30 hier stand Gener. Graf LANGERON von den Verbündeten mit 30000 Mann.

Auf einem Hügel in Liebertwolkwitz (Monarchenhügel) hielten sich die Herrscher der verbündeten Truppen: Kaiser Franz von Österreich, Kaiser Alexander von Russland und König Friedrich Wilhelm III. auf und beobachteten die Schlacht. Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg befehligte die verbündeten Truppen. Auf der Flucht der Franzosen über die Elster ertrank der französische Marschall Fürst Poniatowski. Das Denkmal des Fürsten befindet sich am Poniatowskiplan.

Kurt Meran

                                                        Spaziergang      

 

Schönefeld - GRASSI – Schloss Schönefeld – Schönefeld

Heute am 12. September fand im GRASSIMUSEUM das GRASSIFEST statt.

Ich machte einen Rundgang in den beiden Höfen. Im inneren Hof glich das GRASSIFEST eher einem Kinderfest, solange ich dort gewesen bin.

Es war vergnüglich und ging schon am Eingang gut los. Während ich bei Veranstaltungen des GRASSI-MAK, wie zB. Keramikmarkt, zuvorkommend behandelt werde, bin ich es gewohnt, dass es bei Veranstaltungen des GRASSI VK bereits beim Einlass Ärger gibt. Dazu wollte mich vor Jahren eine Ordnerin rauswerfen und eine Andere störte mich beim Fotografieren.

Heute war man freundlich, als ich andeutete, dass ich akkreditiert war. Etwas irritiert war ich, als eine Ordnerin laut sagte: „Wir kennen SIE, SIE kommen ja immer!“

Bei meinem Rundgang kam ich mit mehreren Ausstellern ins Gespräch. Mit einem Migranten unterhielt ich mich längere Zeit. Es ging vor allem um Gegebenheiten in Deutschland. Unsere Umgangsformen sind nicht immer für Ausländer verständlich. Ich bin da aufgeschlossen.

Anschließend begab ich mich zum Schloss Schönefeld. Eigentlich wollte ich perpedes vom Grassi zum Schloss. Aber da ich wiedereinmal irre Schmerzen hatte, nahm ich mir ne Taxe. Am Schloss fanden Führungen statt. Erst rund um alle Gebäude und dann im Schloss incl. Turmbesteigung. Da ich die Treppen nicht mehr schaffe, unterhielt ich mich mit einer netten jungen, zum Schlosspersonal gehörigen Dame. Sie beklagte, dass kaum jemand Bilder für einen Schlosskalender zur Verfügung stellt.

Ein schöner Nachmittag, mit nützlichen Gesprächen und für mich wieder einmal die Erkenntnis, dass mich mehr Leute kennen …

Georg Schlitte am 12.09.2021

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 Heute

Mariannenpark

                                   GRENZENLOS – FEST DER KULTUREN

Ich bin etwas verspätet gegen 14:15 Uhr am Ort auf der großen „Tummel-wiese“ eingeflogen. Ordner machten mich darauf aufmerksam, mir meine Hände zu desinfizieren. Rechts am Rand zum Weggebüsch waren zwei Toiletten und zwei einfache Bänke aufgestellt. Eine große Bühne, mehrere Imbissstände, weiter nichts. Dh. Doch. Für alle, die auf den beiden Bänken keinen Platz fanden, gab es bequeme Stehplätze. Wer sich eine Decke mitgebracht hatte, bekam einen bequemen Liegeplatz.

Ich stellte mich am Kaffeestand vor und konnte dort, wie auch sonst, bequem fotografieren. Auf Masken wurde scheinbar kein Wert gelegt, so dass ich meine auch nicht anlegte. Dafür hielt ich vorsichtshalber den Mindestabstand ein. Keine PANIK. Ich habe mich Februar/März komplett impfen lassen. Auf der Bühne wurde lautstark Musik gemacht. Dann trat die Band ab und andere bereiteten sich etwas langwierig vor. Ich hielt es in der brennenden Sonne stehend, trotz edelsteingeschmückten original mittelamerikanischem Strohhut, nicht mehr aus und trat den Rückflug an.

 

GS 11. September 2021

 

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- erlebt - erinnert -

Ein Eisenbahner erzählt

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Schlechter Ruf ist Goldes Wert

In dem rechten Eckgebäude war früher die Energieversorgung. Dasss brachte mich auf eine Idee. Durch Zufall hatte ich herausgefunden, dass die Telefonnummer der Energieversorgung meiner Telefonnummer glich. Zu der Zeit war ich Urlaubs- und Krankheitsvertreter auf „meinem Bahnhof“! Auf fünf verschiedenen Stellwerken ausgebildet, war ich immer „Mode“, wenn es Personalausfälle gab. Klingelte mein Telefon zu „ausgefallenen“ Zeiten, dann war es bestimmt der Bahnhofsdienstregler und „Not am Mann“. War ich nicht dienstfähig, was aus verschiedenen Gründen ab und zu vorkam, meldete ich mich dann mit verstellter Stimme: „Energieversorgung West, Meisterei 3, Meyer, was kann ich für sie tun?“ Meistens wurde ohne Antwort aufgelegt. Und wenn es dann noch mehrmals klingelte ging ich nicht dran.

Allerdings gab es auch andere Gründe. Nachbarn und andere Leute hatten meine Telefonnummer herausbekommen und riefen aus unmöglichen Gründen an: „Hier M .. ich will Frau … sprechen!“ „Kenne ich nicht!“ „Wohnt in der 32! Holen Sie sie ans Telefon!“ Ging ich nicht darauf ein, wurden die Leute rabiat und drohten mit Schlägen! Oder Leute aus dem Haus oder der Straße kamen und wollten anrufen, obwohl es in der Straße eine Telefonzelle gab. Aber sie hatten gerade kein Kleingeld und wollten deshalb unbedingt von mir aus telefonieren. Klingelte es an der Wohnungstür, machte ich nicht auf. Als ich mitbekam, dass meine Mutter und meine Schwestern andere Leute telefonieren ließen, schloss ich mein Zimmer zu. Manche Leute riefen im „Westen“ an. Da kostete, soweit ich mich erinnere, die Minute 4,50 Mark und meine Telefonrechnung …

Allgemeine Meinung der Leute: DER Lange ist ein schlechter Mensch! Und als die Sache mit dem Fleischer die Runde machte war ich für die Leute nicht nur schlecht, sondern auch dämlich. Fand ich gut, denn nun hatte ich Ruhe!

Kurt Meran 28.08.21

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Träumen

Ich habe heute Vormittag wieder einmal von meiner liebsten (Nein. Keine Frau.) Arbeit geträumt.

Lehrfacharbeiter bei der DR (Deutsche Reichsbahn) im Betriebsdienst. Sparte Stellwerksdienst!

Da gab es einen speziellen Lehrgang an der Eisenbahn-Betriebsschule mit nur zwei Fächern. Erstens Politik. Zweitens Stellwerk.

Ich habe also nicht nur eine „Schnellbesohlung“ - Betriebsschulfach Stellwerksdienst erlebt. Was Eisenbahnlehrlingen so eingetrichtert wurde …

Im Fach Politik hatte ich logischerweise eine staubfreie 1 (eins), denn zu dieser Zeit, war ich schon Vorstandsmitglied einer Wohnbezirksgruppe der LDPD (Liberal-Demoratische Partei Deutschlands)! Im Fach Stellwerksdienst hatte ich eine 2 (zwei)!

Der Lehrer war stellvertretender Schulleiter und überzeugter Kommunist. Als er erfuhr, dasss ich Mitglied in der LDPD war, bezweifelte er die Möglichkeit, mich auf einem Lehrstellwerk arbeiten zu lassen.

Die Lehrlinge kamen in der praktischen Ausbildung vormittags um acht Uhr auf das Stellwerk. Meldeten sich beim Diensthabenden an und legten Ihr Arbeitsbuch vor. Aus diesem erfuhr der diensthabende Stellwerksmeister, was für ein Thema gerade in der Schule behandelt wurde. Stellwerksmeister war die Dienstbezeichnung eines Stellwerksbeschäftigten ab der Lohngruppe G 5! Hatte also nichts mit einem „Industrie-Meister“ zu tun.

Da es nicht genügend Ausbildungsplätze zur praktischen Ausbildung gab, stimmte Theorie und Praxis nicht immer überein. Ein B-und V- Eisenbahner (Betriebs- und Verkehrsdienst) wurde im Reise- und-Güter-Verkehr ausgebildet.

„Absolventen der 10. Klasse“ waren meist eingebildet und sahen auf die älteren Eisenbahner herab. In ihnen sahen sie Hilfsarbeiter die nach dem bekannten Spruch: Wer nichts weis und nichts kann, geht zur Post oder Eisenbahn, eben Eisenbahner geworden war – Hilfsarbeiter.

Stellwerksdienst war damals schwer und gefährlich. Es galt der Spruch: Man(n) steht mit einem Bein im Grab und dem anderem im Gefängnis! Dazu kam der Schichtdienst im „Vierbrigadeplan“ – mit aller zwei Tage wechselndem Dienst und den Auswirkungen eines Fehlers. Ich selbst habe in knapp vierzig Jahren Eisenbahndienst mehrere Entgleisungen, Zugunglücke und Überfahrungen erlebt und davon zwei Entgleisungen verursacht. Man muss es erlebt haben, um zu wissen, was dann abläuft. Die Theorie steht in der Vorschrift. Die Praxis im Herzen. Der Handlungsablauf im Kopf – manchmal ein ganzes Leben lang!

Lehrlinge wurden mit modernster Technik geködert. Dass die Praxis, der Alltag ganz anders aussah, bekamen die KLUGEN während der Lehrzeit mit. Neun von zehn Lehrlingen gingen mit dem Facharbeiterbrief in die Wirtschaft! Nicht in die Kneipe, sondern zur Volkswirtschaft oder Weiterbildung. Von zehn B-und V Eisenbahnfacharbeitern blieb höchstens, wenn überhaupt, einer bei der Bahn.

Qualifizierten sich Facharbeiter weiter auf der Eisenbahn-Ing.-Schule, merkten sie spätestens im Praktikum was sie für Aussichten auf „großes“ Geld, Weiterkommen und Verantwortung hatten und gingen nun hochqualifiziert zur Volkswirtschaft!

ICH – Der Lehrfacharbeiter!

Das Stellwerk war das schönste, sauberste und übersichtlichste des ganzen großen Bahnhofs. Bis 1945 der größte Umladebahnhof Mitteleuropas.

Später war er immer noch groß, aber innerhalb des Betriebsgrenze war viel freie Fläche. Es gab zwei Bezirke – Eingang mit Zugauflösung und Ablaufberg. Ausgang mit Zugbildung. Und, man sollte es kaum GLAUBEN 15 (fünfzehn) Stellwerke und viele Werksanschlüsse.

Verkehrsdienstposten waren der Reiseverkehr mit Fahrkartenschaltern, Reisegepäckannahme, Ausgabe und Exressgutabfertigung, Fahrradaufbewahrung und Güterverkehr und Wagendienst. Es gab vier Bahnsteige.

Auf dem Bahnhofsgelände gab es über ein Dutzend technische Dienststellen.

Zurück zu den Lehrlingen

Viele waren ober-schlau und wussten natürlich, alles besser! Ganz klar! Was sie nicht wussten oder wissen wollten, obwohl sie nachweislich unterrichtet und belehrt worden waren, war, dass sie nicht aus eigener „Machtvollkommenheit“ auf einem Stellwerk walten und schalten durften!

Im Sommer ging es vorwiegend glatt. Im Winter war es gefährlich! Das Stellwerk wurde mit einer Niederdruckkesselheizung „erwärmt“! Da fast immer Fenster offen wahren und sich unter dem Stellwerksraum (erste Etage), im Erdgeschoss der Spannwerksraum und daneben der Heizraum mit Kohlenkeller befand, musste der Diensthabende den Dienstraum zum Heizen verlassen.

Manche Lehrlinge „super schlau“ bedienten dann aus eigener „Machtvollkommenheit“ die Anlagen und führten nicht nur Zugfahrten, Zugfahrten werden durch mechanische und elektrische Anlagen (Zugfahrtensicherung – Signlabhängigkeit) geschützt, sondern auch Rangierfahrten (ungesichert) durch. Passierte etwas, haftete der Stellwerkmeister, wie angeführt.

Es gab mit den Lehrlingen, weiblichen Lehrlingen oft Ärger! Die jungen Damen wollten zeigen was sie „hatten“ und „konnten!“

Mit gekürztem Uniformrock und Uniformbluse ohne Slip und BH gekleidet, brachten sie sich oft so in Position, dass MANN den blanken Po, Brüste und auch mehr sah!

Während meiner mehrjährigen Dienstzeit auf diesem Stellwerk, konnten einige Kollegen nicht widerstehen. Wurden erpresst und wanderten dann in den Knast.

Ich beendete mehrmals den Aufenthalt von Lehrlingen auf dem Stellwerk. Wenn die Damen zu ungenügend bekleidet waren oder mich anderweitig erpressen wollten. Orientierte die Lehrmeister und schickte die Damen zurück zur Schule. (Dazu gibt es eine Kurzgeschichte).

Lehrfacharbeiter im praktischen Denst, bekamen einen Zuschlag zum Lohn. Den bekam ich nicht. Ich war kein Arbeiterkind. Nicht Pionier gewesen. Nicht in der FDJ oder SED! Man lehnte es ab, mir den Lehrfacharbeiterzuschlag zu zahlen. Also schickte ich die Lehrlinge weg oder sie durften am Tisch sitzen und Hausaufgaben machen. Eine Unterhaltung gab es auch nicht. SIE waren, egal ob weiblich oder männlich LUFT für mich. ICH KANN AUCH STUR SEIN! Selbst ein vom Lehrobermeister und vom Amtsvorstand organisiertes Gepräch brachte nichts! Als der Druck gegen mich zu groß wurde, berief mich die LDPD zum Stadtbezirkssekretär!

Ein Jahr später traf ich den Lehrobermeister. Wir kamen ins Gespräch und wenig später wurde ich zum Lehrfacharbeiter, mit allen möglichen Zuschlägen, berufen.

Allerdings! Was ich da nun mit Lehrlingen, weiblichen Lehrlingen erlebte, ohne übergriffig zu werden …

Jedem, aber auch wirklich jedem, der mich nicht kennt, müsste bewusst sein, wie schüchtern und zurückhaltend ich bin und wie die Geschichte ausging …

KurtMeran 19.08.2021

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Bahnbetriebsunfall – Sichern der Unfallstelle – Betreuung verletzter Personen

Absperrung des Unfallbereichs bei Bahnbetriebsunfällen auf freier Strecke

Auf der freien Strecke ist eine Absperrung und Sicherung nicht so leicht umzusetzen, solange keine Schutzeinsatzkräfte eingetroffen und verteilt worden sind! Bis dahin ist der Leiter am Unfallort auf sich und das Zugpersonal, soweit es einsatzfähig ist, angewiesen. Natürlich sind heute Einsatz- und Schutzkräfte schneller am Ort, als vor 25/30 Jahren. Da bin ich oft, falls Lokomotivführer und Zugführer nicht einsetzbar, weil tot oder schwerverletzt waren, so eine Art Alleinunterhalter gewesen. Bei einem Unfall an einem unbeschranktem Bahnübergang auf freier Strecke, war ein Personenzug seitlich in einen PKW mit 40 km/h gefahren und hatte diesen auf dem gesamten Bremsweg vor sich hergeschoben. Im Auto war eine Frau, die dort jeden Tag fuhr und eigentlich Bescheid wissen musste, aber ohne das Pfeifsignal der Lok zu beachten und ohne anzuhalten, den Überweg befuhr. Sie lebte noch schwerst-verletzt und alle Reisenden umstanden sie dichtgedrängt. Ich musste zusammen mit dem Zugführer, der Lokführer stand unter Schock und war nicht einsatzfähig, den Menschenring durchbrechen, um überhaupt zu dieser Frau vordringen zu können. Bedeckte sie bis zum Kinn mit einer Wolldecke und redete mit ihr, um sie wachzuhalten, bis Sani und Polizei kamen. Nun beruhige einmal die Verletzte und sprich ihr Mut zu, wenn die Neugierigen lautstarke Kommentare wie: Die machts nicht mehr lange; gleich inn Sarg; pfui jetzt habsch in was weiches getreten; usw ... abgeben.

Ich war froh, als ich von einem ranghöheren Leiter abgelöst wurde. Ruhe hatte ich aber nicht. Musste Rapportieren und dann gleich einen Bericht schreiben und diesen dann später "verteidigen"!

Anschließend, als die Verletzte und der Zug weg waren, wurde die Strecke vom Pfeifsignalmast bis zur Zugspitze untersucht. Im Bw (Bahnbetriebswerk) die Lokomotive untersucht (Bremsen) usw.!

Mein Arbeitstag endete am späten Abend und ich hoffte, dasss ich in der Nacht ungestört schlafen könnte.

Ein 16 oder 18 Stundenarbeitstag war keine Seltenheit.

Und als stv. Leiter des Bahnhofs R-G. hatte ich einmal von Freitagsmorgen um 7 (sieben) Uhr bis Sonntagabend um 22 (zweiundzwanzig) Uhr, durchgehend Dienst auf einem Streckenstellwerk, wegen Personalausfall!

 

Kurt Meran 5.08.2021

 

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