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Ab und zu,

denke ich an vergangene Zeiten. Nicht nur an Weltgeschehen, sondern an mein Leben, erlebtes!

Ich bin kein „echtes“ DDR-Kind! Geboren und getauft im III. Reich. Eingeschult in der sowj. Besatzungszone. Aufgewachsen in der DDR! Kein Pionier. Nicht jugendgeweiht. Kein FDJ oder SED-Mitglied! Nicht NVA gedient.

Konfirmiert und Mitglied der jungen Gemeinde meiner Wohnbezirkskirche. Ausgetreten aus der Kirche, als ein junger Pfarrer etwas von mir wollte, was ich nicht wollte.

Erlernte einen Handwerksberuf, weil meine Eltern mir einredeten: Handwerk hat goldenen Boden! Ein Jahr nachdem ich den Facharbeiterbrief in der Hand hatte, wechselte ich zum Verkehrswesen und es ging auf steinigen Wegen, steil bergauf!

Viele Menschen und da vor allem Mädchen, Frauen, kreuzten meine Wege. Dabei kam ich in der DDR herum. Zwischen Thüringer Wald, Erzgebirge und Ostsee. Stationen waren Halle (S), Berlin, Rostock, Schwerin, Güstrow.

In der Barlach-Stadt Güstrow machte ich Bekanntschaft mit besonderen Menschen, Bauwerken, Museen und Kunstwerken. Und wurde nach 30 Jahren Dienst bei der Deutschen Reichsbahn zum Leiter des ersten und einzigen sozialistischen Bahnhofs berufen, obwohl ich nur eine der sechs vorgegebenen Voraussetzungen (Pionier, Jugendgeweihe, FDJ-Mitglied, SED-Mitglied, Grundwehrdienst, Hochschulabschluss) erfüllte! Als mich die Berufung erreichte, war ich Leiter eines mittleren Bahnhofs in Sachsen und führte den Dienstgrad Reichsbahn-Amtmann.

Wurde später, als Fachlehrer Betriebsdienst, Vorsitzender der Facharbeiter Prüfungskommission, Hauptgruppenleiter Betrieb im Netzbereich, in die DB übernommen. Zum Aufgabenbereich gehörte die Leitung von zahlreichen Bahnhöfen und die Weiterbildung der Beschäftigten des Betriebsdienstes.

Eines Tages fiel ich aus (arbeitsunfähig, berufsunfähig, erwerbsunfähig, schwerbehindert) !

Im Wohnbereich wurde ich, ein Sachse in Mecklenburg, gemobbt, ausgegrenzt und zog schließlich wieder, verbraucht und unheilbar krank, zurück in meine Heimat, in mein Sachsen.

Tja – Unkraut vergeht nicht – ich lebe immer noch …

Kurt Meran von Meranien

2024

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Beiträge : Georg Hans Schlitte / Kurzgeschichten - Autor: Kurt Meran von Meranien

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