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Neue Wohnung – neues Glück?

Ich hatte eine neue Wohnung gefunden!
Hurra! Nach längerem Suchen im Internet wurde ich fündig. Riesiger Wohnblock im Grünen. Achtzehn Quadratmeter Wohnzimmer. Zwölf Quadratmeter Schlafzimmer. Große Küche. Tageslichtbad – ohne Wanne, dafür mit Duschkabine. Balkon und Terrasse. Achte Etage. Vormittagssonne. Was wollte ich mehr? Dass das Bad keine Wanne hatte? Die heutigen Wannen waren mir sowieso zu klein. Wollte ich mich hineinlegen, musste ich meine Beine draußen lassen. Im Liegen blieb mein Bauch trocken. Nur der Hintern wurde nass. Der einzige Vorteil, den eine Wanne bot: Man konnte darin große Wäsche zum Beispiel Wolldecken waschen.

Die neue Wohnung war merkwürdig geschnitten.
Wohnungstür aufgemacht: Ein Gang, Korridor konnte man es nicht nennen. Links lag die Küche. Groß. Fast schon Wohnküche. Zum Wohnzimmer ein wandbreites Fenster aus geriffelten, mittelbraunem Glas mit einer zuschiebbaren Durchreiche. Der Gang mündete auf das Wohnzimmer. Links neben dem Wohnzimmer lag das Schlafzimmer. Neben dem Schlafzimmer das Bad. An der Fensterfront zog sich von einer Hausecke zur anderen eine Terrasse. Sie war teilweise, zur Hauswand zu, überdacht. Dieser Teil war wohnungsmäßig getrennt, größtenteils wintergartenmäßig gestaltet. Mein Wohnzimmer und das Bad hatten jeweils eine Tür zur Terrasse. Das Schlafzimmer ein Fenster. Dass das Bad neben dem Schlafzimmer lag, gefiel mir nicht so sehr. Wollte ich zur Toilette, musste ich durch das Schlafzimmer. Es konnte ja einmal Besuch kommen, was dann. Ich konnte den Besuch ja nicht über die Terrasse zur Toilette schicken. Also hätte das Schlafzimmer ständig aufgeräumt sein müssen.
Die Räume waren frisch hergerichtet und ich sagte mir, dass ich nichts weiter machen brauchte, als einzuziehen und mich einzurichten.
Gleich am zweiten Tag nach meinem Ankommen, lernte ich meine unmittelbaren Nachbarn kennen. Der überdachte Teil der Terrassen war wohnungsmäßig durch Mauern aus Gittersteinen getrennt. Über den anderen Teil der Terrasse konnte man an der gesamten Front fast ungehemmt entlanggehen. Früher musste es Trennwände aus Markisenstoff gegeben haben. Das Stahlgestänge war teilweise noch erhalten. Mein überdachter Terrassenteil war völlig offen. Von der Terrassentür des Wohnzimmers konnte ich bequem nach rechts und links sehen. Rechts neben mir standen unter dem überdachten Teil ein Gartentisch und drei Stühle. Auf dem offenen Teil eine Rollliege. Auf ihr lag bäuchlings eine Frau. Bekleidet mit einem Bikinihöschen. Sie musste eine tolle Figur haben. Links von mir standen ein Liegestuhl und eine Rollliege. Auf dem Liegestuhl lag eine junge Frau. Nur ihr Kopf war sichtbar. Den Körper hatte sie bis zum Hals mit einem plüschigen Bademantel bedeckt. Sie war so schön, dass ich sie gebannt anstarrte. Da ich noch keine Terrassenmöbel hatte, stellte ich zwei Stühle hin. Einen zum Sitzen. Auf den Sitz des anderen legte ich ein quadratisches Brett als Ablage. Ich holte eine Flasche Rotwein und ein Glas und schenkte ein. Als ich es mir gerade bequem gemacht hatte, standen beide Frauen auf. Die rechte Frau hatte tatsächlich einen durchtrainierten tollen Körper. Aber als sie sich umdrehte, fiel mir fast mein Weinglas aus der Hand. So ein hässliches Gesicht hatte ich noch nie gesehen. Ich wandte mich ab und sah nach links. Die Frau mit dem hübschen Gesicht hatte einen irren Körper. Sie stand splitternackt da. Hängebusen, Hängebauch, Hängewaden. Alles hing und schlapperte an ihr hin und her. Hätten sie ihre Köpfe tauschen können, hätte die Rechte jede Misswahl gewonnen und die Linke hätte im Märchenstück Hänsel und Gretel ohne weiters die Hexe abgeben können.

Ich musste wohl einen Schreckensschrei ausgestoßen haben. Beide drehten sich mir zu. Ich stand auf, trat zur Terrassenbrüstung, drehte mich um und sagte laut: „Guten Tag meine Damen, ich bin der neue Nachbar!“  Beide sahen mich verdutzt an. Keine der Beiden hob eine Hand, um sich ihre Blöße zu verdecken. Ich sagte: „Wenn Sie gestatten, mein Name ist Kurt. Kurt Meran“, und ging zuerst zu der Rechten und gab ihr die Hand. Dann begrüßte ich per Handschlag die Linke. Immer noch keine Reaktion, sich zu bedecken. Sind die Beiden taubstumm, dachte ich. Um mich nicht aufzudrängen, ging ich langsam zu meinem Stuhl und setzte mich. Nahm die Weinflasche und trank einen langen Schluck, um meine Kehle freizumachen. Endlich bewegten sich die Beiden. Die Frau auf der linken Seite knurrte fast unverständlich: „Morchen. Uns so einen Schrecken einzujagen. Sie können auf unserer Terrasse doch nicht so ohne Weiteres herumlaufen!" Zog ihren Bademantel an und verschwand in ihrer Wohnung. Die Rechte sagte: „Ich bin Jasmin. Carola meint es nicht so. Sie rennt immer nackt herum. Wenn es klingelt, denkt sie, es ist der Gerichtsvollzieher. Die nehmen ihre Beine in die Hand, wenn sie sie sehen!“ Na, dachte ich. Wenn die hier beim Klingeln ihren Kopf aus der Tür steckt, laufen die Gerichtsvollzieher bestimmt auch weg. Ich konnte sie nicht ansehen. Sprach immer mit leicht abgewendetem Gesicht, oder schloss meine Augen beim Sprechen. Als sie sah, wie ich ihren Body musterte, ergänzte sie: „Wir in der siebenten und achten Etage laufen alle mehr oder weniger unbekleidet herum. Wir kennen uns alle und duzen uns. Hier oben kommt eigentlich kein Fremder her. Noch nicht einmal der Hausmeister.“
Jetzt verstand ich, was vor einer Woche ein Mieter aus dem Erdgeschoss gemeint hatte. Ich hatte mich zur Wohnungsbesichtigung angemeldet gehabt und wartete auf den Hausmeister. Vor Langerweile studierte ich das Wohnungsverzeichnis und die Hausmitteilungen. Ein Mann kam auf mich zu und fragte, mich musternd: „Kann ich ihnen helfen?“ Ich hatte nur eine Aktentasche mit Schreibzeug dabei. Vielleicht dachte der Mann, ich sei ein Vertreter. „Ich sehe mir nur das Verzeichnis an. Ist interessant zu wissen, wie viel Wohnungen belegt sind!“ „Wenn sie von einer Versicherung sind, dann gehen sie gar nicht erst in die beiden oberen Etagen. Das lohnt sich nicht. Da haust nur Gesindel. Und in den anderen Etagen ist schon alles abgegrast!“ Ich bedankte mich freundlich: „Besten Dank. Ich werde mich danach richten!“ Der Hausmeister kam und wir fuhren im Fahrstuhl nach oben. Er fragte: „Was wollte denn der Großkotz Meyer?“ „In den oberen Etagen würde nur Gesindel wohnen.“ Der Hausmeister schüttelte den Kopf: „Bei uns wohnt kein Gesindel. Die oberen Etagen sind unsaniert. Deshalb sehr günstige Mieten. Man wollte die beiden Etagen schon abtragen. Hat es sich aber anders überlegt. Niedrige Mieten sind schließlich besser als gar keine Einnahmen.“ Und dann ergänzte er: „Jeweils zwei Aufgänge haben zusammen einen Personenaufzug. An der linken Stirnseite ist ein Lastenaufzug. Den benutzen die bessergestellten Familien nicht. Wenn sie denen aus dem Weg gehen wollen, nutzen sie einfach diesen Aufzug.“ Beim Einzug hatte ich für meinen Kram keinen großen Lift gebraucht.

Am nächsten Tag kaufte ich Essen und Getränke für die Einzugsparty. Es gab eine leer stehende Dreiraumwohnung und der Hausmeister hatte mir den Schlüssel gegeben. Vorsichtshalber klopfte ich an der Terrassentür von Jasmin an. Sie rief: „Immer herein. Hier ist immer offen!“ Das fand ich unvorsichtig, sagte aber nichts. Nach einem kleinen Umtrunk, Jasmin trank sehr wenig, fragte ich nach. Jasmin fand die Idee mit der Einzugsparty toll und erbot sich, bei den Nachbarn vorzufühlen. Am nächsten Tag teilte sie mir mit, dass die Wohnung sauber gemacht würde. Ich solle jeden einzelnen Nachbar persönlich einladen, um mir ein Bild zu machen. „Nimm etwas zu trinken und ein paar Blumen mit. Das sieht man hier gern.“ Dann bekam ich Einschätzungen und Unterricht in Sozialkunde. Also noch ein wenig dazugekauft und es konnte losgehen. Ich ging an unterschiedlichen Tageszeiten von Tür zu Tür. Richtig unfreundlich war niemand. Klar, manchmal wurde geknurrt. Es gab ein paar richtige Recken. Tätowierte Muskelpakete. Einen fragte ich, ob er Boxer wäre und wie viel Siege er eingefahren habe und ergänzte: „Ich habe noch nicht alle Möbel hier. Nur die kleinen Sachen. Für die Schränke brauche ich noch eine Transportmöglichkeit. Die Möbelfahrer sind mir etwas zu teuer.“ Er bot mir sofort Hilfe bei eventuellen Transporten an, ohne auf meine Fragen einzugehen.

Am nächsten Tag erlebte ich eine Überraschung. Ich saß im Wohnzimmer am Couchtisch, als ein jüngerer Mann durch die offenstehende Terrassentür kam. Er blieb stehen und sah mich verblüfft an: „Was machen denn sie hier?“ Ich war genauso verblüfft. Sagte aber ruhig: „Ich bin ein neuer Mieter!“ „Ach verdammt, das passt mir überhaupt nicht!“ „Mir schon! Ich habe schon Miete gezahlt. Also kann mich niemand mehr rausschmeißen!“ Jasmin kam von nebenan herein. Die beiden flüsterten und gingen dann ohne ein Wort. Die Wohnung hatte lange leer gestanden. Vielleicht war sie als Versteck benutzt worden? Ich wartete ab. Es klopfte an der Wohnungstür. Ich rief: „Es ist offen!“ Es kam Jasmin zusammen mit dem jungen Mann und zwei weiteren Männern. Einer davon war der Recke. Jasmin sagte: „Kurt, du bist unvorsichtig. Die Wohnungstür lässt du besser nicht offen. Wenn einer von uns etwas von dir will, dann kommt er über die Terrasse.“ Alle sahen sich, harmlos tuend die Wohnung an. Ich stellte ein paar Flaschen Bier auf den kleinen Tisch und sagte: „Gut, das ihr hier seit. Ich habe ein Problem. Der Mietvertrag meiner alten Wohnung läuft noch zwei Monate. Dort muss ich noch einiges zusammenpacken. Größere Möbelstücke müssen auch noch hierher. Außerdem passt mir es nicht, dass ich zur Toilette durch das Schlafzimmer muss. Da will ich eine Holzwand oder irgend was anderes aufstellen, um einen Gang abzuteilen. Hier im Zimmer scheint der Tapezierer geschlafen zu haben. Das muss ich auch noch machen. Ich wäre dankbar, wenn ihr mir ein bisschen helfen könntet. Ich schlafe in der Zeit in meiner alten Wohnung und komme nur her, um zu werkeln.“ Sie sahen sich an. Dann sagte Jasmin zu dem Recken: „Wolle, du bereitest dem Umzugstransport vor. Klaus, du tapezierst zusammen mit deinem Bruder richtig. Ich kaufe die Tapete. Ins Schlafzimmer kommt ein Trockenbau. Wir machen gleich einen Plan. Da kommt alles rein, was zu machen ist!“ Der Recke war also Wolle. Und ich hatte bestimmt recht mit meiner Vermutung, dass die Wohnung als Versteck gedient hatte. Mein Aufenthalt in meiner alten Wohnung würde denen gewiss gelegen kommen. Die Einzugsparty wurde verschoben. Verderbliche Waren wurden auf verschiedene Kühlschränke verteilt.

Nach zwei Wochen zog ich richtig und endgültig ein. Meine Wohnung hatte sich von einer renovierten Bruchbude in ein Kleinod verwandelt! Die Party wurde ein richtiges Fest, auf dem ich alle Bewohner der siebten und achten Etage kennenlernte. Als wir näher bekanntwaren, beschlossen wir, alle Wohnungen die in schlechtem Zustand waren zu sanieren und zu renovieren. Und da alle zusammenlegten und mit anpackten, kamen wir zügig voran. Einen kleinen Kampf hatte es gekostet, den Eigentümer an den Plänen zu beteiligen. Unversehens unterstützte uns eine Versicherung. Ich hatte mich darauf besonnen, einmal Versicherungsvertreter einer großen deutschen Versicherung gewesen zu sein. Nach vielen Gesprächen mit meinen Mitmietern, ein guter Versicherungsschutz bringt Sicherheit, sprach ich in der Gebietsdirektion meiner ehemaligen Versicherung vor. Zuerst stieß ich, wie nicht anders zu erwarten auf Widerstand. Also suchte ich mir eine andere Versicherung. Dort war man weniger abweisend. Das erzählte ich in einem Gespräch mit einem der Bosse des großen Versicherungskonzerns. Gleich war man dort aufgeschlossen. Als die angebissen hatten, stellte ich der Hausverwaltung Bedingungen. Nicht nur die siebte und die achte Etage war zu erneuern. Die besseren Wohnungsmieter der anderen Etagen waren auch interessiert. Außerdem brauchten wir dringend einen Kinderspielplatz für kleine und größere Kinder. Einen sicheren Wäschetrockenplatz. Mehr Parkplätze und so weiter. Ich rechnete mit etwa dreihundert neuen Versicherungsverträgen, die ich vermitteln wollte. Das würde eine stattliche Werbeprämie werden. Es gab noch mehr große Wohnblöcke. Also noch mehr Verträge. Ich hatte Blut geleckt. Als Problem stellte es sich heraus, eine der Versicherungen auszuschließen. Nach vielen Versuchen alles unter einen Hut zu bringen, nahm ich beide mit ins Boot. Im Grunde leistete ich nur die Vorarbeit. Da gab es andere Größen, die viel klüger als ich waren. Unter dem Motto: ‚Schöner wohnen – für uns und unsere Kinder‘ verbündeten wir uns. Ein kluges Kind kam auf den Gedanken Fördergelder, zu beantragen. Da der örtliche Bürgerverein nicht so mitgezogen hatte, wie wir uns das vorgestellt hatten, gründeten wir einen eigenen und bezogen die Presse in unsere Arbeit ein.
Aus drei feindlichen „Brüdern“ wurde langsam eine homogene Einheit.

Die Herrschaften von Erdgeschoss und erster Etage, mit Tiefgaragenstellplätzen und teilweise direkten Aufgang vom Vorgarten in die Wohnung, hatten der ganzen Entwicklung skeptisch zugesehen. In der zweiten Etage war man nicht ganz so skeptisch. Die Mieter der dritten bis sechsten Etage waren noch aufgeschlossener. Die zweite Etage schloss sich uns zuerst an, von den beiden unter ihnen, als Verräter betitelt. Langsam nahm das direkte Umfeld des Wohnblocks eine andere, kinderfreundlichere Gestalt an. Der örtliche Bürgerverein buhlte um unsere Freundschaft, um unsere Mitarbeit. Der Stadtteilrat lud uns zu Besprechungen ein. Die umliegenden Blocks und einige Siedlungsgemeinschaften schlossen sich an. Alles schien in Butter. Ich konnte mich zurücklehnen und langsam aus der Verantwortung ausgliedern. Die klugen Köpfe hatten die Leitung übernommen und man brauchte mich kaum noch. Hätte mich zurücklehnen können, wenn nicht plötzlich Probleme eingetreten waren, denen ich rat- und hilflos gegenüberstand. Jasmin erschien immer öfter in meiner Wohnung und machte mir Vorschriften. Wollte plötzlich für mich kochen und ich sollte Wirtschaftsgeld abgeben. Ich kam mit meinem Geld geradeso hin. Kochen konnte ich selbst. Außerdem, was Jasmin zusammenkochte, kannte ich teilweise gar nicht und es schmeckte mir auch nicht. Dazu kam das ständige Backen. Ich mag keinen Kuchen und ließ mich auch nicht überzeugen, trotzdem welchen zu essen.
Seit Jasmin mich am Anfang einmal kritisiert hatte, weil die Wohnungstür nicht zu war, hielt ich sie verschlossen. Sie wurde abends verriegelt und mit Kette gesichert. Eigentlich Blödsinn, denn jeder der wollte, konnte von der Terrasse her in die Wohnung. Wohnzimmer- und Badtür stellten keinen nennenswerten Widerstand dar. Beide Türen zu verschließen wäre in den Augen der Nachbarn, ja den Mietern der ganzen Etage, ein Vertrauensbruch gewesen.

Eines Tages fehlten mir fünf Euro. Keine große Summe, einmal leicht zuverschmerzen. Ein paar Tage später und dann immer wieder, fehlte mir nun Geld. Mal ein Zehner, mal ein Fünfer. Ich rechnete nach jedem Einkauf nach. Das Geld in der Brieftasche stimmte. Ging ich am nächsten Tag einkaufen, fehlte etwas. Ich war mehrmals gezwungen im Supermarkt etwas aus dem Korb zu nehmen, oder mit der EC-Karte zu bezahlen. Das Problem sprach ich bei Gesprächen mit Jasmin, Carola und Wolle an. Wolle guckte ein bisschen merkwürdig. Carola zuckte mit den Schultern und meinte lakonisch: „Kurt du wirst alt. Schone dich mehr!“ Jasmin wollte für mich einkaufen gehen. Ich ging nicht darauf ein und klinkte abends meine Terrassentüren ein. Dann reparierte ich die Türschlösser. Als das auch nicht half, baute ich Sicherheitsschlösser ein und machte zusammen mit Wolle und Klaus aus meinem überdachten Teil der Terrasse einen verschließbaren Wintergarten. Im Block hieß es: „Kurt wird wunderlich. Gliedern wir ihn aus unseren Aktivitäten aus!“
Obwohl alle Türen nun gut gesichert waren, fehlte immer wieder Geld. Abends war es noch da, meine Brieftasche lag offen im Wandregal neben der Wohnungstür, morgens war es entweder weniger oder ganz weg. Wenn ich mich zu den anderen Mietern im neu geschaffenen Hausgarten mit Bar gesellte, nahm ich kein Geld mit und musste anschreiben lassen, was meinem Ruf nicht zugutekam. In einem Krimi hatte ich gelesen, wie man feststellen kann, ob eine Tür geöffnet worden war. Ich brachte an den Türen und Fenstern Haarsicherungen an. Diese waren morgens unversehrt, das Geld war weg. Ich ging zum Nervenarzt und ließ mich untersuchen. Diagnose: altersgemäß in Ordnung.
Eines Abends vergaß ich meine Brieftasche aus der Hose, zu nehmen. Das Geld war nicht angerührt worden. Ich nahm meine Brieftasche nun immer mit ins Bett. Im Glasteil meines Wohnzimmerschrankes hatte ich ein kleines Schatzkästlein. Beim Staubwischen sah ich eines Tages hinein und vermisste meinen wappengeschmückten Siegelring, den ich nur zu feierlichen Anlässen trug. Alles Suchen nutzte nichts. Er war weg. Ich vertraute mich Wolle an. Wolle meinte, der Sache müsse ich auf den Grund gehen. Meine Brieftasche legte ich an ihre alte Stelle und Wolle sich aufs Sofa. Am nächsten Morgen fehlte Geld. Wolle versicherte, er hätte nicht geschlafen, auch nichts gesehen oder gehört. Ich meldete den Diebstahl und die Vorkommnisse zusammen mit Wolle der Polizei. Ein Kommissar kam, sah sich alles an, zuckte mit den Schultern und ging wieder.

Ein viertel Jahr später bekam ich einen Brief von der Staatsanwaltschaft: Ermittlungen eingestellt!
Aus Versehen ließ ich eines abends einen Fünfmarkschein auf dem Wohnzimmertisch liegen, hatte meine Brieftasche aber mit ins Bett genommen. Am Morgen war der Schein weg. Nun hatte ich eine Idee. Ich klebte einen Zehnmarkschein auf den Tisch. Am nächsten Morgen waren nur noch Überreste, der angeklebte Teil, auf dem Tisch. Der Dieb hatte den abgerissenen, lädierten Schein mitgenommen.

Wie kam der Dieb in meine Wohnung?
Wolle quatschte eines Tages. Mein Ruf stabilisierte sich wieder etwas. Ich war wohl weder wunderlich noch verrückt. Wenn es auch zum Verrücktwerden war, dass dauernd etwas fehlte. Ich schaffte mir schließlich einen gebrauchten Geldschrank an. Er war schwer und wurde extra noch angeschraubt. Der Dieb versuchte mehrmals ihn zu knacken, wie die Spuren verrieten. Aber die gesamte Wohnungseinrichtung konnte ich schließlich nicht reinpacken, deshalb verschwanden immer noch verschiedene Dinge. Nicht nur Wertvolle!

Wie kam der Dieb in meine Wohnung?
Die Polizei kam wieder. Fand nichts Greifbares außer den Spuren auf dem Geldschrank. Wolle schleppte eines Tages einen Freund an. Der arbeitete als Schlosser in einer Fabrik für Sicherheitsanlagen. Meine Türen und Fenster wurden systematisch gesichert. Der Chef der Fabrik nahm sich dem Problem an. Ich brauchte die eingebaute Technik nicht zu bezahlen. Alle Einrichtungsgegenstände in meiner Wohnung und die Sicherheitsanlagen wurden fotografiert und dokumentiert. Wolle schloss mich abends ein und morgens die Türen auf. Nichts nutzte etwas: Ließ ich abends etwas liegen, war es morgens weg!

Wie kam der Dieb in meine Wohnung?
Ich klopfte mit einem Hammer alle freien Wandstücke ab, da ich eine Tapetentür vermutete. Weder entdeckte ich eine Geheimtür noch gab es irgendwo einen hohlen Klang. Carola alberte: „Vielleicht ist die Geschichte vom Mann der durch die Wände geht wahr und er trainiert bei Dir!“ Wolle und die anderen Mieter waren ratlos. Der Mieterrat, wir verwalteten unseren Block selbst, bot mir eine andere Wohnung an. Im Erdgeschoss war gerade eine frei geworden. „Kurt Du ziehst hier unten ein. Da brauchst Du nicht mehr da hoch. Ist doch altersgerecht und viel bequemer. Außerdem kommst Du abends vom Hausgarten gleich in Deine Wohnung!“ Gut gesagt, aber nicht durchführbar. Die Miete war im Erdgeschoss horrend. Dazu kam, dass ich inzwischen so wie fast alle Mieter der achten Etage fast nackt herumlief. Von oben konnte ja keine heruntersehen. Die Terrasse des Erdgeschosses war von allen Seiten und von oben einsehbar. Hier waren „seriöse“ Strandanzüge vorgeschrieben. Ältere Herren hatten lange Hosen zu tragen. Was tun?
Ich war reif für die Insel und tauchte erst einmal ab. Dort, wo ich schon über ein dutzendmal gewesen war, wollte ich mich erholen. In Bad Wildbad im Schwarzwald. In dem bezaubernden Familienhotel-Gasthof Hirsch in Sprollenhaus gab es Erholung pur. Wandern, Saunieren. Fitness. Bevor ich wegfuhr, bat ich Wolle, er hatte ja Schlüssel, ein wenig Obacht zu geben und nach dem Rechten zu sehen. Carola und Jasmin brachten mich zum Bahnhof: „Ich bin bald wieder da!“ Carola meinte: „Lass Dir Zeit. Komm erst zurück, wenn Du Dein Gleichgewicht wiedergefunden hast. Wir passen auf Deine Wohnung auf!“ Jasmin pflichtete ihr bei. Im Hotel gab es ein fröhliches Wiedersehen. Manchmal war ich zweimal im Jahr dort gewesen. Seit dem letzten Aufenthalt waren aber zwei Jahre vergangen. Schwarzwald und Harz waren meine beliebtesten Urlaubsgegenden. Ich brauchte kein Ausland. In der Heimat ist es doch am Schönsten und im Schwarzwald am allerschönsten. Früher hatte ich den gesamten Schwarzwald vom Schuttertal aus per Auto „erforscht“. Jetzt reichte es nur für Bahn und Bus.

Ich hatte für drei Wochen gebucht. Da das Wetter nicht ganz mitspielte, war ich viel in Stuttgart. Dort kannte ich eine ganze Reihe Galerien und Museen. Dazu kam Karlsruhe. In Karlsruhe war ich immer nur wegen der jährlichen Kunstausstellungen „art Karlsruhe“ gewesen. Jetzt sah ich mir alles andere an. Den Zoo gegenüber vom Bahnhof. Das Schloss, die Museen und die herrliche Umgebung. Leider musste ich zwei Tage vorm Ende meines „Urlaubs“ abreisen. Der Hotelwirt hatte mich kulant, wie er war, nur kurzfristig eingeschoben. Da der nächste Gast seinen Aufenthalt nicht um zwei Tage verschieben wollte, war für mich Schluss. Aber die siebzehn Tage hatten genügt, um mein Ego wiederzufinden. Ohne jemand aus dem Block zu benachrichtigt zu haben, kam ich nach Hause und nahm meine Wohnung wieder in Besitz.
Alles war so, wie es sein sollte. Ich merkte, dass man sich um die Wohnung gekümmert hatte. Sauber. Ordentlich. Gut gelüftet. Die Pflanzen standen gut im Saft. Da ich mittags eingetroffen war, hatte mein Kommen niemand bemerkt. Ich ließ alles so, wie es bei meiner Ankunft gewesen war. Alle Türen und Fenster verschlossen. Die Vorhänge auf und die Rollladen in Halbstellung. Nachdem ich ausgepackt hatte, machte ich auf dem Sofa ein kleines Schläfchen. Meine Runde durch das Haus und den Garten wollte ich am nächsten Tag drehen. Eigentlich hatte ich jetzt nichts zu tun. Da kam ich auf die Idee, meine Schränke und Schubladen zu kontrollieren. Es fehlte einiges. Der Dieb war also auch in der Zwischenzeit aktiv gewesen. Ich setzte mich in die Küche und dachte nach. Dabei musste ich eingeschlafen sein. Ich wachte durch ein merkwürdiges Geräusch auf. Eine Art Schleifen und Knarren. Was war das? Dann sah ich durch die geriffelte Glasscheibe, die die Küche vom Wohnzimmer trennte, einen sich bewegenden verschwommenen Schatten. Bevor ich reagieren konnte, war der Schatten weg. Leise durchsuchte ich das Wohnzimmer. Alles zu, niemand da. Verflixt und zugenäht! Ich machte mich im Haus nicht bemerkbar. Wollte den Dieb auf frischer Tat ertappen. Im Baumarkt kaufte ich mehrere stählerne Mausefallen, die ich in Schränken und Schubladen gespannt auslegte. In der Küche hielt ich, am Tisch sitzend Wache. Gegen drei Uhr wurde ich durch gedämpftes Schnappen munter. Einen Schatten sah ich nicht. Ein Huschen, Schleifen und Knarren war zu hören. Alle Mausefallen waren da, ich hatte sie mit dünnen Stahldrähten gesichert, der Dieb aber nicht. Ohne Licht anzumachen, kontrollierte ich mit einer starken Taschenlampe noch einmal die Fallen. In einer war Blut und ein Hautfetzen. Ich wartete bis Mittag und trug die Mausefalle zur Polizei. Dort kannte man mich von meinen vorigen Besuchen gut. Durch Zufall hatte ich erfahren, dass ich den Spitznahmen „Geisterseher“ trug. „Hat sich was mit Geist“, sagte ich zur Begrüßung zu dem mir bekannten Kommissar und gab ihm die Tüte mit der Mausefalle. Anhand des Blutes und der Haut, wurde die  Blutgruppe ermittelt. „Fingerabdrücke wären auch nicht schlecht“, meinte der Polizist. „Sind keine drauf?“ „Doch.“ „Na da nehmen Sie mal meine.“ Gesagt. Getan. Außer meinen waren noch zwei andere Fingerabdrücke auf der Falle. Keine bekannten. Am dritten Tag spielte ich meinen Mitmietern den gerade angekommenen Urlauber vor. Ich stieg aus der haltenden Taxe und trug mein Gepäck zum Lift.

Grußworte wurden getauscht. In der Wohnung sah ich mich besitznehmend um. Carola, Jasmin und Wolle tauchten auf und berichteten. Nichts Besonderes vorgefallen. Das Auspacken des Koffers verschob ich auf später: „Ich mache mich ein wenig frisch. Dann packe ich aus und anschließend lade ich euch ein, mit mir im Hausgarten ein Bier zu trinken.“ Alle drei flachsten herum: „So ein Geizhals. Im Urlaub auf großem Fuß gelebt. Jetzt gibt es für alle zusammen nur ein Bier. Schäm Dich!“ Ich schob sie aus der Wohnung: „Raus ich will Duschen!“ Wiederstrebend gingen sie auf die Terrasse. Ich zog mich aus und wollte gerade ins Bad gehen, als Jasmin und Carola hereinspazierten. Carola wie üblich unbekleidet, Jasmin im Bikinihöschen. Knurrend fragte ich, was sie schon wieder wollten. Ich konnte mich einfach nicht daran gewöhnen, dass jemand ohne zu mindestens anzuklopfen herein kam. Und auch noch nackt! „Wir wollen Dir beim Auspacken helfen“, säuselte Carola. Jasmin sagte gar nichts. Immer noch böse knurrte ich: „Habe ich zuerst gemacht. Ich bin von der schnellen Truppe. Jetzt will ich Duschen!“ Jetzt säuselte Jasmin: „Da helfen wir Dir eben beim Duschen!“ Ich sah irritiert die beiden an. Carolas Body war nicht mehr so unansehnlich wie bei meinem Einzug. Da es mir bei ihrem Anblick immer zum Kotzen zumute war und sie sich nie etwas anziehen wollte, hatte ich sie eines Tages, unterstützt von Wolle zu einem Fitness- und Schönheitssalon transportiert. Die hatten sich große Mühe gegeben. Ein Arzt hatte dann aus medizinischen Gründen eine Bruststraffung durchführen lassen. Ihr Körper entsprach nun fast ihrem Gesicht. Sie dankte mir meinen Einsatz mit erdrückender Freundschaft. Anziehen wollte sie sich nun erst recht nichts. „Alle sollen meinen schönen Body sehen können!“ Dabei drehte sie sich hin- und her.
Jasmin war neidisch. Der Arzt hatte zwar eine kosmetische Operation vorgeschlagen, wollte sich für einen Erfolg aber nicht verbürgen. Im Haus wurde sie gehänselt: „Versuch es doch. Hässlicher als Du schon bist, kannst Du ja nicht werden!“ Ich fand das gemein und sagte es auch jedem, ob der es hören wollte oder nicht. Als ich bei den vielen Diebstählen verzweifelte, sagten sie im Haus: „Achtung der Verrückte kommt!“ Als Carola operiert worden war, änderte sich das. Nun sagten sie: „Achtung der Mann mit den zwei schrecklichen Weibern kommt!“ Verstehen konnte ich das nicht. Hätten sie gesagt, er kommt mit einem verrückten Weib, hätte ich es akzeptiert. Aber wieso mit zweien? Im gewissen Sinne hatten die anderen aber nicht unrecht. Die beiden Weiber gingen mir nicht von der Pelle. Für Carola war das von Vorteil. Ich erinnerte sie jedes Mal daran, wenn wir die Etage verlassen wollten, sich etwas anzuziehen. „Carola zieh Dir ein Kleid oder etwas anderes an!“ Schmollend zog sie sich dann ein Hemdkleid an. „Wo ist Dein BH? Wenn Du ohne ihn herumläufst, hast Du bald wieder Hängebusen. Zieh ihn an!“ „Machst Du das bitte?“ Damit streckte sie einfach ihre Arme hoch. Also zog ich das Kleid über ihren Kopf und legte ihr den BH an. Das machte ich gern. Lieber hätte ich ihn ihr allerdings ausgezogen. Merkwürdigerweise zog sie sich den BH selbst aus. Früher waren die Beiden nie auf die Idee gekommen, mir bei irgend etwas zu helfen. Als Jasmin die Idee hatte, für mich kochen zu wollen, wollte mir Carola unbedingt in der Wohnung zur Hand gehen. Aber mich zu waschen, das war neu. Ich lehnte mit Bestimmtheit ab. Das hatte mir gerade noch gefehlt. Da wären wir doch zu nichts anderem mehr gekommen. Ich war seit dem ersten Sommer, auf der Terrasse, Freiwild für sie. Carola hatte gleich am ersten Tag gesagt: „Du bist ja blass. Hast überhaupt keine Farbe. Sonnst Du Dich nie?“ „Ich werde nicht braun!“ „Guck uns an. Sind wir nicht schön braun?“  Na ja. Braun, aber nicht schön. Das sagte ich natürlich nicht. Jetzt waren beide braun und schön. Jasmin sagte: „Na da Dusch eben allein. Ich setze mich derweil.“ Sie rückte sich im Wohnzimmer einen Sessel zurecht. Ich rief: „Hilfe, nein! Dein Body glänzt vom Nussöl. Warte ich lege ein Handtuch auf den Sessel!“ Beleidigt zog sie ab. Carola sagte: „Wenn ich Dich nicht waschen darf, dann gucke ich zu“, und wollte mit ins Bad. „Vorher muss ich noch für kleine Jungs!“ Fragte das Biest scheinheilig: „Soll ich halten?“ Nun hatte ich genug. Die Zeit verging bei dem Geplänkel und ich kam wieder zu nichts. Ich drängte sie aus der Wohnung auf die Terrasse. Dort lag zu meinem Erstaunen Jasmin rücklings auf meiner Rollliege. Ohne Bikinihose. Sie grinste mich an und fragte: „Bist Du nun endlich fertig, oder soll ich helfen?“ „Keine hilft. Lasst mich in Ruhe!“ Ich nahm mir im Bad Zeit. Aber wenn ich gedacht hatte, dass die Beiden verschwinden würden, hatte ich mich getäuscht. Beide lagen vor meinem Wintergarten auf der Terrasse und fraßen meine Printen, die ich mir aus Aachen mitgebracht hatte.
Wir gingen in den Hausgarten. Natürlich hatte es wieder ein Tänzchen mit Carola gegeben. Sie wollte sich nichts anziehen: „Warum soll ich mir ein Kleid anziehen? Im Hausgarten ziehe ich es ja gleich wieder aus!“ Ich sah Jasmin fragend an. Dass man im Hausgarten unbekleidet herumlaufen konnte, war mir neu. Jasmin sagte lachend: „Wir haben extra einen Teil des Hausgartens abgeteilt. Dort wollen wir einen FKK-Bereich einrichten. Wir haben uns mit den großkotzigen geeinigt. Frauen, die es sich leisten können, dürfen schon jetzt auf Kleidung verzichten. Männer müssen etwas anhaben. „Wollten wir nicht einen Pool anlegen?“ „Das Kinderplanschbecken ist fertig. Der Pool soll in den FKK-Teil!“ Ich war empört. Schon wieder wurde unterteilt und getrennt. Wo sollten die älteren Frauen und Männer baden gehen? Außerdem waren nicht alle Mieter bereit, sich ganz auszuziehen. Hier hatten bestimmt die Superklugen aus der Großkotzabteilung ihre Hände im Spiel gehabt.

Der schöne Hausgarten hinter dem Block hatte sich in den drei Wochen tatsächlich verändert. Es gab jetzt drei Abteilungen. Auf dem Kinderspielplatz war ein Planschbecken dazu gekommen. In der Mitte war immer noch der eigentliche Hausgarten mit Bänken und Liegewiese und davon mit einer halbhohen Hecke abgeteilt, eine Art Biergarten. Dazu gekommen war der FKK-Platz. Der Rest des unbebauten Grundstückes war beräumt und bepflanzt worden. Der Pool war abgesteckt.  Lattenroste dienten vorläufig als „Liegewiese“. Mehrere Sichtschutzwände verwehrten die Einsicht in den FKK-Teil vom Biergarten und dem Erdgeschoss aus. Die Mieter ab der ersten Etage hatten freie Sicht. Sehr praktisch für Spanner.
Carola ging sofort zum FKK. Dabei rief sie mir zu: „Bring mir bitte etwas zu trinken!“ Ich dachte gar nicht daran. Wenn sie etwas wollte, sollte sie es sich holen. Im Biergarten saß Wolle mit zwei mir unbekannten älteren Männern an einem Tisch. Jasmin setzte sich dazu. Für mich war damit kein Platz. Ich ging zur Theke, wo ein paar andere Hausbewohner standen. Trank ein Bier und gab dann eine Runde. Aus den Augenwinkeln sah ich, dass Jasmin die ganze Zeit zu mir hersah. Ich reagierte weder auf diese Blicke noch auf einen Ruf vom FKK. Bezahlte und ging, nachdem ich von meinem Urlaub berichtet hatte, wieder ins Haus. Im Lift traf ich einen der Vereinsbosse. Er wollte wissen, wie ich über den umgestalteten Hausgarten dachte. Ich fragte ihn, ob die Sache mit der FKK richtig durchdacht worden wäre. Ältere Leute und unansehnliche würden auch gern baden wollen, weshalb also den Pool im FKK-Bereich etablieren? Der Kerl lachte mich einfach aus: „Wir denken und planen immer alles durch. Zerbrechen Sie sich nicht die Köpfe anderer Leute!“ „Guten Tag!“ Der Kerl verstand mich nicht. Außerdem hatte ich andere Probleme. An der Bar hatte ich erfahren, dass die Polizei einen Gen-Test für alle Hausbewohner angeordnet hatte. Natürlich wurde angenommen, dass ich mit meinen rätselhaften Diebstählen dahinterstecken würde. Als das bekannt wurde, sprach niemand mehr mit mir. Von einem Tag zum anderen war ich für alle Luft. Auch für Carola, Jasmin und Wolle.
Ich tat als würde ich nichts merken. Der Dieb war immer noch aktiv, ging jetzt aber sehr vorsichtig zu Werke. Manchmal war eine Falle zu, aber nichts drin. Ich klopfte wieder Wände und Zimmerdecke ab. Installierte geheime Überwachungskameras. Nichts Auswertbares. Nur Schatten. Der Gentest hatte nichts gebracht. Die Mieter der gesamten achten Etage hatten die Abgabe verweigert. Für die Polizei waren die Diebstähle zu unwichtig, um den Gentest gerichtlich durchzusetzen. Ich wurde weiter geschnitten. Ein Gutes hatte dies: Carola und Jasmin ließen mich in Ruhe. Sie grüßten mich nicht mehr und betraten auch nicht mehr meine Wohnung.

Ich vermutete immer noch eine geheime Tür. Wie sollte der Dieb sonst in meine Wohnung kommen. Infrage kam nur die Wand zu Jasmin. Jasmin war für mich die Täterin. Ein paar Tage hatte sie an ihrer rechten Hand einen Verband getragen. „Ich habe mir die Fingerspitzen in der Wohnungstür eingeklemmt.“ An der Wand zu ihrer Wohnung standen nicht überall Möbel. Ich hätte ja eine zweite Wand errichten können. Da hätten die Diebstähle wohl aufgehört. Ich wollte aber den Dieb fangen. Als Carola und Jasmin für ein paar Tage verreisten, sah ich eine Chance. Eigentlich hatten wir zusammen wegfahren wollen. Da es mich für die Beiden nicht mehr gab, fuhren sie allein. Ich begann sofort nach ihrer Abreise den freien Teil der Wand anzubohren und hing ein paar Bilder auf. Als die Beiden wieder da waren, vermied ich es, meine Türen aufzulassen.  Dafür erzählte ich an der Bar, dass ich mir verschiedenes Neues gekauft hätte. In der übernächsten Nacht klirrte und krachte es im Wohnzimmer. Ich zog meinen Bademantel an und ging in aller Ruhe nachsehen. Jasmin und Wolle waren zu Besuch! Jasmin saß in einem Sessel und rieb sich ihre Knie. Ihr Kopf war blutig. Von Wolle sah ich zuerst nur Kopf und Oberkörper. Ich rief die Polizei und einen Krankenwagen. Beide kamen ins Krankenhaus. Die Polizei besichtigte den Tatort.

Tatort. Es gab wirklich eine geheime Tür in der Wand zu Jasmins Wohnung. Meine Wohnung hatte lange als Unterschlupf gedient. Wer zu einer der Türen hineinsah, sah nur das die Räume bis zu den Türen voller Gerümpel waren. Dass das Gerümpel nur Attrappe war, bemerkte niemand. Es gab große Hohlräume. In die Wohnung gelangte man durch die Geheimtür. Als ich in die renovierte Wohnung eingezogen war und in meiner alten Wohnung schlief, war die alte Tapetentür durch eine stählerne ersetzt worden. Damit die Wand beim Abklopfen nicht hohl klang, hatte man die Tür passgenau zur Wand mit Beton verkleidet und das Zimmer neu tapeziert. Dass das ganze Zimmer neu tapeziert worden war, hatte mich früher nicht stutzig gemacht. Während meine Nachbarn verreist waren, hatte ich nicht nur Bilder, sondern auch Stahlgitter angebracht. Wurde die Türe geöffnet, sie ging zu mir zu auf, fielen nicht nur die Bilder herunter, sondern die Gitter klappten zu. Da ich nur mit einer Person gerechnet hatte, hatte ich die Gitter so eingestellt, dass das Türloch gesperrt war, die Geheimtür nicht mehr geschlossen werden konnte und der Dieb gefangen war.
Jasmin sagte im Verhör aus, dass sie beim Öffnen der Tür in das Zimmer geschleudert worden wäre. Wolle war vom Gitter eingeklemmt worden.
Mit Jasmin hatte ich gerechnet. Mit Wolle nicht. Sie kamen mit Bewährung davon und blieben im Haus wohnen. Ich erhielt den Spitznamen „Detektiv“ und hielt mich von allen fern. Für die Bewohner der siebten und achten Etage war ich ein Schandfleck und damit weiterhin Luft. Die Mieter der zweiten bis sechsten Etage nahmen mir übel, dass ich dauernd die Polizei ins Haus geholt hatte: „Vorher war nie Polizei hier. Pfui!“  Die restlichen Mieter sahen mich als ihresgleichen an, was nun wieder mir nicht passte. Einem aus dem Erdgeschoss hatte Jasmin meinen Siegelring verkauft. Ich erkannte den Ring und der Mann musste ihn rausrücken. „So eine Schande. Ein Hehler soll ich sein! Ich ziehe weg!“

Ich blieb dort wohnen. Wir verstanden uns alle blendend. Wir sahen uns einfach nicht. Meine Wohnungstür war nur eingeklinkt. Die Terrassentüren hatten keine Schlösser mehr. Keiner kam rein. Jasmin ließ mich in Ruhe und wollte weder für mich kochen, noch für mich einkaufen. Wenn jemand vorbeiging, während ich auf der Terrasse saß oder lag, brauchte ich nicht aufzusehen und zu grüßen. Im Hausgarten hatte ich in der Nähe der Bar einen Tisch für mich allein. Ich brauchte mir auch nichts zu holen. Ein Wink und der Wirt kam an meinen Tisch.
Der Vorsitzende des Mieterrates teilte mir eines Tages mit, dass ich Mitglied im Mieterrat sei. Wenn ich bei einer Sitzung etwas gesagt hatte, wurde erst diskutiert, wenn ich für eine Weile rausgegangen war. Hatte der Vorsitzende vorgeschlagen: „Detektiv geh mal eine Weile in den Biergarten, wir müssen über Deinen Vorschlag sprechen, ohne dass Deine spitze Zunge dazwischen lallt!“ Das machte ich gern. Während der Beratungen bekam ich Freibier.

Der Hausgarten war wieder umgestaltet worden. Man hatte es mir sehr übel genommen, dass ich bezüglich des Pools Recht behalten hatte. Viele Mieter wollten den Pool benutzen, aber nicht unbekleidet. Also war nach vielem Ärger der FKK-Bereich umgezogen. Fremde aus den umliegenden Häusern wollten auch den Pool benutzen. Ich schlug vor, Eintrittsgeld zu nehmen. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen und unverzüglich umgesetzt. Einige Mieter sahen mich wieder. Und es wurden mehr. Einer der Bosse suchte eines Tages Carola. Ich stand gerade neben dem Lift, als der angefahren kam. Er fragte. Ich fragte vorsichtshalber: „Geht es um etwas Schlimmes?“ „Nein, im Gegenteil!“ Also führte ich ihn zu Carolas Wohnung, bat ihn zu warten und informierte sie. Carola zog tatsächlich ein Kleid an. Am Abend kam sie mit einer Flasche Rotwein zu
mir, um sich zu bedanken. Ein paar Tage vorher war ich bei Jasmin vorbeigegangen und hatte in Gedanken versunken, aus Versehen „Guten Abend“ gesagt.
Als Carola mir zuprostete und sich laut bedankte, kam Jasmin neugierig um die Ecke und fragte: „Was wird denn hier gefeiert?“ Ich antwortete nicht. Carola meinte: „Kurt hat mir einen großen Gefallen getan. Dafür muss ich mich doch bedanken!“ Und prostete mir wieder zu. Jasmin setzte sich ungefragt und sagte: „Bekomme ich auch ein Glas?“

So ein verfl ... Mist. Jetzt hatte ich die Beiden wieder auf dem Hals.

Kurt Meran von Meranien 29.05.2010

***

Wohngemeinschaft Nr. 133

Das Haus mit seinem grauen, verwitterten Putz lud zu nichts ein. Es gab drei Klingelschilder, auf denen mehrmals die gleichen Namen zu lesen waren. Ich suchte Carola o. Pfenning. Carola gab es mehrere, aber keinen Pfenning. Während ich noch überlegte, wo ich klingeln sollte, ertönte hinter mir in rauem Ton ein: „Klingle oder mach, dass Du weiterkommst!“ Erstaunt drehte ich mich um. Hinter mir stand niemand! Jemand trat mir in voller Kraft auf die Fußzehen und ich sah hinunter. Ein bildschöner Zwerg starrte mich finster an und fragte: „Willst Du hier rein, wenn ja da lass mich vorbei!“ Ich wich zurück. Er nahm eine Türklinke aus seiner Umhängetasche, steckte den Vierkant in ein Loch an der Seite und öffnete die Tür. Ich war platt! So etwas hatte ich noch nie erlebt. „Komm rein und träume nicht,“ forderte der Zwerg mich auf. „Du willst also zu Tausendschön, also komm mit!“ Die Sache wurde immer rätselhafter. Wenn das ein Traum war, wurde es Zeit aufzuwachen. In der zweiten Etage zeigte der Zwerg auf eine Tür und sagte: „Geh rein. Dritte Tür links!“ Gehorsam folgte ich.

In der offenen Tür stehend sah ich mich um. Ein riesengroßer Raum. Mehrere Abteile durch Schränke und Kommoden getrennt. Carola kam mir freundlich, ja fast liebevoll, lächelnd entgegen. Sie bedankte sich für die Blumen und wir setzten uns an einen der Tische, der für zwei gedeckt war. Wir aßen und unterhielten uns. Na ja, eigentlich aß ich und sie sprach. Es gab meinen Lieblingstee und Brötchen mit Fasanenpastete.

Nach einer Weile zeigte mir mein Körper ein unbedingtes Verlangen an. Ich musste einmal hinaus. Carola erklärte leicht zögernd: „Vierte Tür nach links!“ Ich öffnete die vierte Tür und erstarrte! Eine nackte, schlanke Frau in etwa meinem Alter, drehte sich langsam zu mir um. Wir musterten uns. Dann zeigte sie ohne einen Ton zu sagen auf einen Schrank. Ich kam wieder zu mir. Nach einem Bad sah das hier aber nicht aus. Eher eine Rumpelkammer. Ich sagte: „Ich kann aber nicht in Gesellschaft …!“ „Musst Du auch nicht!“ Und sofort hinterher: „Nicht im Schrank. Geh um den Schrank herum!“ Hinter dem Schrank ging es in eine Toilette ohne Tür oder Vorhang. Ich sagte laut: „So offen ohne Tür kann ich auch nicht!“ Sie antwortete: „Was kannst Du überhaupt? Soll ich Dir helfen?“ Ich scheuchte sie fort und erledigte meine Sache. Es wurde auch Zeit, denn der Druck war ins unermessliche gestiegen!

Sie begleitete mich anschließend, immer noch unbekleidet, zu Carola. Die fragte: „Sagt einmal, was habt ihr denn so lange gemacht? Wer hat wen verführt? Das ist doch mein Freund – oder?“

‚Was heißt hier Freund‘, dachte ich. Es war ja noch alles offen.

Als ich am nächsten Morgen ging, stolperte ich über den Zwerg und wäre fast hingefallen. „Blödmann“, fluchte ich wütend! „Was heißt hier Blödmann?“ Kam es genauso wütend zurück. „Ich habe die ganz Nacht nicht geschlafen und alle anderen auch nicht. Was habt ihr denn gemacht?“

Etwas erstaunt antwortete ich ganz ruhig: „Wir haben für das nächste Handballturnier geübt!“ Der Zwerg bekam seinen Mund vor Staunen gar nicht wieder zu und stotterte schließlich: „Haaandball, Handball, wieso?“ „Ganz einfach! Ich hatte stets etwas rundes im Arm und sollte fest drücken!“ „Da wurde aber auch gerufen!“ „Ja!“ Jemand rief immer wieder: „Einer geht noch!“

Kurt Meran

06042019

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Lächeln

Im Frühjahr 1995 zog ich nach Berlin -Tempelhof!
In unserem Haus im Bayernring in einer schönen Wohnanlage herrschte unter den Bewohnern ein friedliches Farben- und Rassengemisch. In den 12 Wohnungen lebten mit mir 5 deutsche Familien. Dazu kamen Inder, Chinesen, Japaner, Afroamerikaner und Türken. Ich beachtete sie nicht weiter. Lächelnd guten Tag und weiter nichts.
So kamen wir ganz gut miteinander aus.
Nur mein Nachbar, ein junger etwa 25-jähriger Berliner machte ständig Ärger. Er bekam merkwürdigen Besuch, drehte ständig sein Radio auf Höchstlautstärke, randalierte und hörte politisch anstößige Musik.
Wegen ihm war die Polizei ständiger Gast im Haus.
Als er eines abends wieder so einen Krach machte, dass ich keine Ruhe fand, ich musste zeitig raus, klopfte ich solange mit einem Hammer an seine Wohnungstür, bis er öffnete. Ich erwartete ihn, bewaffnet mit einer armlangen scharf geschliffenen Machete. Ich hielt ihm diese unter die Nase und drohte, ihm die Knochen spitz zu hacken, wenn er sein Radio nicht leise stelle und in Zukunft Ruhe hielt. Er erschrak so, dass ich seitdem ruhig schlafen konnte. Auf diese Weise im Haus für Ruhe gesorgt, die Polizei brauchte nie mehr zu kommen, wendete ich mich den Verhältnissen im Viertel zu.

Im Backshop des Supermarktes arbeitete eine junge Türkin.
Ich kaufte bei ihr regelmäßig Kümmelbrötchen und Brot. Dabei wechselten wir öfters ein paar freundliche Worte.
Wenn ich sonntags mit meinem Dackel Gassi ging, nickte ich allen Leuten, denen ich begegnete, freundlich lächelnd zu. Lächeln kostet schließlich nichts.
Eines Abends rammte ich beim Ausparken einen VW-Kombi. Ich stieg aus, besah mir den leichten Schaden an dem anderen Wagen und trat zu einer Gruppe Türken, die nicht weit entfernt stehend sich unterhielten. Ich grüßte freundlich und fragte, ob jemand von ihnen den Besitzer des silbernen VW-Kombis kenne. Einer der Türken sagte, der gehört mir. Kleinlaut erklärte ich, was passiert war. Er besah sich den Schaden. Ich entschuldigte mich und fragte, was er verlange. Er zuckte mit den Schultern, sagte, ich will nichts, kann doch passieren, klopfte mir leicht auf die Schultern, drehte sich um und ging wieder zu seiner Gruppe.
Als ich am nächsten Tag im Backshop meine Brötchen kaufte, packte mir die Türkin ein riesengroßes Stück Kuchen ein. Verdutzt fragte ich sie, was das solle. Sie lächelte und meinte, das ist für die Entschuldigung! Fragend sah ich sie an. Nun meinte sie, mein Bruder hat mir von dem Vorfall mit ihrem Auto erzählt. Sie sind der erste Deutsche, der nach dem Besitzer geforscht, und sich entschuldigt hat.
Ich lud sie zu einem Kaffee ein, und schlug vor, den Kuchen gemeinsam zu essen.
Sie erzählte von ihrer Familie, und zeigte sich über das Geschehen im Viertel gut informiert. Als ich ihr beschrieb, wie ich meinen Nachbarn ruhiggestellt hatte, lächelte sie.
Von nun an, grüßten mich die Türken, die mich sonst nicht beachtet, oder nur verständnislos geguckt hatten, wenn ich ihnen zunickte.

An einem der nächsten Sonntage kam ich mit einem älteren Türken im Park ins Gespräch. Wir sprachen auch über die türkische Geschichte. Er war sehr erstaunt, dass ich wusste wer Osman der Erste war.
Osman Bey war im 13. Jahrhundert vom kleinen Stammesführer zum Grenzfürsten und später zum Herrscher Anatoliens aufgestiegen und seine Nachkommen hatten 700 Jahre die Türkei und große Teile Europas und Kleinasiens beherrscht.

Nun änderte sich das Verhältnis zwischen den Türken und mir grundlegend. Anstatt freundlich distanziert, verkehrten wir achtungsvoll miteinander. Wir lächelten uns nicht nur an, sondern unterhielten uns oft.
Lachend verspottete ich ihr Verhalten beim Ramadan und wir tranken auch mal einen Raki oder anderen Schnaps zusammen. Mohammed hat zwar den Wein, aber nicht den Schnaps verboten!   

Auch das Verhalten zu den anders farbigen Mitbewohnern änderte sich.
Mit den Indern sprach ich über Radschahs, Großmogulen und die Teilung Indiens 1947 in das hinduistische Indien und das muslimische Pakistan.
Mit den Schwarzen sprach ich über Amerika, wo ich mehrere Verwandte habe. Und mit den Chinesen über das Leben der Kaiserin Wu, der ersten und einzigen Kaiserin, die je in China selbständig regiert hatte.
Mit den Japanern tauschte ich lächelnd Verbeugungen.

Als ich später wieder wegzog, boten sich mir soviel helfende Hände, dass ich anstatt einen, zehn Möbelwagen hätte beladen können!

Lächle, und du wirst überall Freunde finden!


Kurt Meran 10. August 2007

Die vorstehende Kurzgeschichte wurde im Jahr 2008 in der Anthologie „Nachbarn“ Projekte-Verlag Cornelius GmbH publiziert.

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Alle Angaben seitens des L-Schönefelder Almanach ohne Gewähr

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