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Bildergalerie

LSoA

Aus der Erinnerung
Ich sah gerade einen Krimi mit einem Toten und ein Kommissar überbrachte den Angehörigen die Todesnachricht.
... müssen der Frau die Todesnachricht überbringen.

Dieser Satz erinnert mich an die schwere Aufgabe des Untersuchungsführers, einer Mutter, die Nachricht zu bringen, dass ihr Kind einen lebensgefährlichen Unfall erlitten hat. Im Krimi  sieht dies leicht aus. Ist es aber nicht. Oder nachts  im Krankenhaus darauf zu bestehen, dass ein verunfalltes Kind, das ohne Untersuchung ins Bett geschickt wurde, eine spezielle Untersuchung und gesundheits- rettende Behandlung braucht.


Ein Beispiel
Kinder hatten abends auf Bahngleisen gespielt und waren auf unter der Fahrleitung abgestellten Wagen herumgeklettert. Eins der Kinder, ein Junge, kam dabei der Oberleitung zu nahe und erhielt einen Stromschlag. Ein Bekannter der Familie hatte den Jungen ins Kreiskrankenhaus gebracht und erst danach wurde die Bahn verständigt. Das Krankenhauspersonal sah keinen sofortigen Handlungsbedarf für das Kind.

Ich hatte zwei sehr schwere Aufgaben zu bewältigen.
Die Eltern verständigen! Der mich begleitende Polizeioffizier hielt sich dabei im Hintergrund.
Das Krankenhauspersonal dazu zu bewegen, den Jungen zu wecken und speziell zu behandeln. Erst das von mir energisch geforderte Eingreifen des Polizeioffiziers zeigte Wirkung.
Leider erfolgte die Behandlung zu spät.
Das Kind ist schwerbehindert.

Ich habe auf dem Bahngelände viele verunfallte Menschen, verletzt oder tot, gesehen. Die Verständigung der Angehörigen ist die schwerste Aufgabe, die man zu bewältigen hat. Mindestens genau so schwer aber ist es, schwerst verletzte Menschen wach zu halten, mit ihnen zu sprechen und Mut zu machen, wenn Zuschauer unqualifiziert herum quatschen.
Vor der „Handyzeit“ war die Verständigung zwischen einem Unfallort auf der freien Strecke und dem Bahnhof sehr schwer. Streckenfernsprecher gab es nur an besonderen Punkten.

Bei der Auswertung von Alarmübungen musste es natürlich jemand geben, dem Fehler angelastet werden konnten.  Hatte die Alarmübung die Direktion oder das Amt organisiert, war es  in der Regel der Bahnhofsvorsteher dem Fehler und Versäumnisse angelastet wurden.
Bei wirklichen Unfällen war es nicht so leicht. Aber ...
KM 10.08.2020

Sprachlos
*** vor vierzig Jahren. Nebenbahn. In einem Personenzug sind zwei Frauen mit ihren Kindern unterwegs. Ein sechzehnjähriger und ein zehnjähriger. Diese Beiden halten sich unbeaufsichtigt draußen auf und spielen. Während der Fahrt öffnen sie eine Wagentür. Das jüngere Kind fällt heraus. Wird überfahren und stirbt. Der Zugführer leitet die erforderlichen Maßnahmen ein. Der verantwortliche Streckendisponent ist der Meinung, da eins der Kinder sowieso tot ist, kann der Zug weiterfahren und die Unfalluntersuchung später stattfinden.
Danach wird die Unfallbereitschaft verständigt. Am Unfallort kann die Unfalluntersuchung nicht stattfinden, da der Zug weitergefahren und die Familie auch nicht mehr an der Unfallstelle ist. Auch auf dem folgenden Bahnhof nicht.
Der Personenzug ist inzwischen auch dort weg. Die Familie ist wohl zu Hause. Pünktlichkeit ist ein wichtiger Faktor des sozialistischen Wettbewerbes.

Der Unfallbereitschaftshabende wird erst einmal bestraft, weil er am Unfallort keine Unfalluntersuchung durchgeführt hat. Dass das nicht möglich war, ist unwichtig. Aber er wird beauftragt, die Familie zu befragen. Da die Familie am Ort wohnt, wird er wohl keine unqualifizierten Ausreden erfinden können.
Die ältere Frau ist die Mutter des sechzehnjährigen Jungen. Die Jüngere ist die Mutter des gestorbenen Kindes und die Tochter der älteren Frau!
Nach der Aufnahme der Personalien sagt die ältere Frau, kalt lächelnd: „ Das der Kleine tot ist, ist nicht so schlimm. Wenn mein Sohn gestorben wäre, wäre es ein Unglück. Meine Tochter ist jung genug, sich noch mehr Kinder machen zu lassen. Ich bin dazu zu alt!“
Ich war sprachlos …
KM 11.08.2020


Nachwort
Da die Reichsbahndirektion, unterstützt vom zuständigen Reichsbahnamt, ständig schriftlich an den fehlenden Unfalluntersuchungsbericht mit Strafandrohung erinnerte, machte ich eines Tages in meiner Freizeit einen kleinen Ausflug zur Unfallstelle. Unterhielt mich mit Waldarbeitern und befragte Schienen und Schwellen. Fotografierte einen durchfahrenden Personenzug. Lies meiner Fantasie freien Lauf.
Dieser Bericht war ein voller Erfolg! Reichsbahndirektion und Reichsbahnamt waren voll des Lobes. Schlusssatz: Mit einem bisschen guten Willen, werden auch schwierigste Situationen gemeistert!


KM

* * *

Einen Zug verschwinden lassen
Dieses Zauberkunststück habe ich mehrmals durchgeführt und wie ein echter Zauberer den Trick nie verraten. Mache ich heute und hier auch nicht. Aber der kluge Leser findet es heraus!
Ich hatte bei der DR (Deutsche Reichsbahn) im Verkehrsdienst angefangen und wechselte nach drei Jahren zum Betriebsdienst. Als ich im Verkehrsdienst arbeitete, verborgte mich meine Dienststelle oft an andere Bahnhöfe. Und zwischendurch musste ich auch oft aussetzen, wenn ich auf Weiterbildung war und dann auf der Eb.-Ing. Schule.
Schließlich wurde ich Vorsteher eines mittleren Bahnhofs. Lieber hätte ich weiter Stellwerksdienst gemacht. Der Amtsvorstand meinte, das könne ich ja nebenbei machen, wenn es während der Urlaubszeit zu Personalengpässen komme.
Na ja.
Und so lenkte ich wieder einmal den Zugverkehr vom Befehlsstellwerk B2 des Bahnhofs Sch … aus. Zur Verzweiflung der Streckendispatcher (Streckendisponenten).

Mein Bahnhof war oft überfüllt. Nicht nur von Reisenden, sondern auch von Güterzügen und Wagen. Im Einzugsbereich gab es mehrere Werke mit Eisenbahnanschlußbahnen. Jede Anschlussbahn hatte eine eigene Anschlussbahn-Ordnung in der unter anderem die Gleisbelegung festgeschrieben war. Eines Tages, ich war trotz des Durcheinanders bester Laune, passierte etwas, was allen leitenden Eisenbahnern des Bezirkes bis zum Präsidenten, bis heute ein Rätsel war und immer noch ist! Auf „meinem“ Bahnhof wurden keine Güterzüge gebildet, sondern behandelt. Nahgüterzüge setzte Ortswagen ab und beladene oder entladene Wagen zu. Zu diesem Zweck und zum Überführen und Abholen von Wagen der Anschlussbahnen war auf dem Bahnhof eine kleine Diesellok stationiert. Wegen Personaleinsparung musste der Rangierleiter als Rangierlokomotivführer ausgebildet sein. Außerdem musste er in der Lage sein, einen Zug fertigzustellen. Einfacher gesagt: Er musste als Lokomotivführer, Rangierleiter und Zugfertigsteller mit Bremsprobeberechtigung ausgebildet sein. Wer sich das ausgedacht hatte, war ein Idiot und hatte dafür bestimmt auch noch eine Prämie bekommen!

An diesem Tag, an dem ich wegen Personalmangels anstatt friedlich in meinem Büro zu sitzen, auf dem Befehlsstellwerk den Fahrdienstleiter spielen musste, ging es im Zugverkehr wieder einmal drunter und drüber. Zu allem Unglück war meine Unterstützung, der Zugmelder, krank. Der Bahnhof war zugefahren. Auf Hauptgleis drei stand ein Ferngüterzug „auf Abruf“! Auf Hauptgleis vier stand ein abgestellter Güterzug mit Lokomotive, aber ohne Personal.
Der nächste Streckenbezirk nahm nichts mehr ab. Nur die Reisezüge fuhren noch.

Der Fahrdienstleiter des rückliegenden Nachbarbahnhofs quengelte.  
Auf dem Nachbarbahnhof stand ein Nahgüterzug mit Wagen für mich, die in einem Werk dringend gebraucht wurden. Nach einem kurzen Telefongespräch nahm ich ihm den Zug ab, mit der „Weisung“ die Meldung an den Streckendispatcher zu unterlassen. Und später bot ich dem Streckendispatcher des folgenden Abschnittes den fertiggestellten Nahgüterzug und dann den Ferngüterzug, der bei mir auf Gleis drei auf Abruf gestanden hatte erneut an. Er nahm mir den Nahgüterzug ab und wenig später auch den Ferngüterzug.
Danach meldete ich dem zuständigen Streckendispatcher die Abfahrt des Ferngüterzuges und Ankunft und Abfahrt des Nahgüterzuges.

Ich habe nie verraten, wie es möglich gewesen ist, dass der Nahgüterzug in den Bahnhof einfahren und behandelt werden konnte, da alle diesbezüglichen Gleise besetzt waren und die Gleise eins und zwei für Reisezüge (Bahnsteiggleise) freigehalten werden mussten.


Kurt Meran 15.04.2020

***

Einen Güterzug stellen (anhalten)
Ich war abends, es war schon dunkel, auf dem Weg zu meinem Streckenstellwerk (Abzweigstelle) zur Nachtschicht. Das Stellwerk lag im Schnittpunkt zweier Reichsbahn-Amtsbezirke und dreier Strecken-Dispatcher-Bereiche. „Der Fahrdienstleiter führt in eigener Verantwortung den Zugverkehr in seinem Streckenbereich unter Beachtung der operativen Hinweise des zuständigen Streckendispatchers durch“. In der Dispatcher-Vorschrift stand das ein bisschen anders.
Um zu verstehen, was an diesem Abend passierte muss man WISSEN, das Unregelmäßigkeiten im Zugbetrieb ungern gesehen und möglichst nicht im eigenen Bezirk reguliert wurden! Denn, das brachte zusätzliche Arbeit. Devise: „Bis zum nächsten Bahnhof, im nächsten Streckenbezirk, wird er schon noch kommen!“ Und so fuhren Güterzüge mit festen Bremsen, verschobener Ladung und offenen Türen durch die einzelnen Bezirke und alles dachte: „Bis zum nächsten Bahnhof wird er schon noch kommen!“ Andererseits, wenn die Betriebsgefahr durch eine Kollegin, möglichst Genossin gemeldet wurde, konnte schon einmal ein Orden rausspringen.

Nun gab es einen schrecklichen Eisenbahner, das rote Tuch für die Streckendispatcher (Disponenten), der tatsächlich die Vorschriften genau nahm und Schaden begrenzen wollte. ER hörte an allen drei Streckendispatcher-Wechselsprechgeräten nicht nur mit, was in den drei einzelnen Streckenabschnitten los war, sondern verwendete die dadurch erworbenen Kenntnisse für die Regelung der Zugfahrten in seinem Bereich. Zum Zweiten hörte er mit, wo die aufzulösenden Züge für „seinen“ Bahnhof waren und verständigte den Bahnhofsdispatcher.  Grund für das Handeln der Streckendispatcher beim Zurückhalten von durchfahrenden Zügen: Wie gewinnt man einen Wettbewerb? Ganz einfach. Man hält die durch den Bezirk fahrenden Güterzüge zurück und bringt seine eigenen ins Ziel.

Es war eine sehr dunkle Nacht und ich konnte helles, wie Lampen oder Feuer sehr gut sehen. Auf dem Streckengleis neben dem ich zum Stellwerk ging, kam mir ein Güterzug entgegen. Ich war Zigarrenraucher und hatte eine rabenschwarze Zigarre im Mund. Der Fahrdienstleiter, den ich gleich ablösen würde, stellte den Suchscheinwerfer an und leuchtete den fahrenden Zug ab. Als der Zug noch etwa zweihundertfünfzig Meter entfernt war, bemerkte ich roten Feuerschein im Zug. Zog kräftig an meiner Zigarre, nahm sie aus dem Mund und gab ein Gefahrensignal ab. Der Lokomotivführer bemerkte das Gefahrensignal und bremste sofort mit allen Mitteln. Ich sagte zum Lokomotivführer, der mich neben dem Zug stehen sah: „Brennende Achse! Auf Weisungen warten!“
Als ich zum Stellwerk kam fragte der Diensthabende verdutzt: „Wieso hält der Zug?“ Ich fragte: „Warum hast Du ihn fahren lassen? Die Achse brennt doch schon einige Zeit!“
Es stellte sich heraus, dass der vorvorgelegene Bahnhof die brennende Achse bei der Zugbeobachtung bemerkt und den zuständigen Streckendispatcher verständigt hatte. Außerdem den Fahrdienstleiter des Folgebahnhofs. Der Streckendispatcher hatte gesagt: „Bis zum nächsten Güterbahnhof wird er schon noch kommen!“
Zum Fahrdienstleiter des letzten Bahnhofs in seinem Bezirk hatte er gesagt: „Lass den Zug durchfahren und zähle die Wagen hinter der Unregelmäßigkeit!“ Als der Fahrdienstleiter, den ich ablösen wollte, die Meldung bekam, verständigte er den Streckendispatcher des anschließenden Bezirks. Dieser meinte: „Zähle mal die Wagen hinter der Sache und sag mir Bescheid. Bis … wird er schon noch kommen!“
Ich übernahm den Dienst, sperrte das Streckengleis, verständigte die Folgezugmeldestellen und die anschließenden Streckendispatcher und setzte die vorgeschriebenen Unfallmeldungen ab! Der Güterzug wurde getrennt und der Schadwagen in den Bahnhof, einen großen Güterbahnhof geholt. Der Güterzug sollte weiterfahren. Ich machte den Vorschlag, den Zug in diesem Bahnhof aufzulösen, um die Strecke schnellstmöglich freizumachen. Dadurch wurde die Leistungsprämie der Schichtbrigade aufgestockt. Und der Zugverkehr regelte sich nach kurzer Zeit wieder ein.

Ab diesem Ereignis war ich der angesagte Feind des folgenden Güterbahnhofs, der Streckendispatcher, der Leiter der beiden Reichsbahnämter und aller Reisenden.


Im Bericht des untersuchenden Technikers stand: Der beschädigte Güterwagen muss in die Werkstatt. Durch das beherzte Eingreifen des ablösenden Fahrdienstleiters konnte größerer wirtschaftlicher Schaden (Güterwagen, Fahrleitung, Oberbau) verhindert werden!
Ich bekam eine „Prämie“ auf die ich gern verzichtet hätte und den Ratschlag: „Übereifer tut nicht gut, bis zum nächsten Bahnhof wäre der Zug bestimmt noch gekommen!“

KM 13.04.2020
***

 

Laster abstellen

Ich meine nicht ein Kraftfahrzeug abstellen, sondern mit Rauchen oder Trinken aufhören.

Trinken! Wenn ich irgendwann sagte: Ich trinke, dann meinten die Zuhörer, dass ich Alkohol trinke. So ging es mir bei einer ärztlichen Untersuchung. Der Arzt stellte Fragen und ich antwortete nach bestem Wissen und Gewissen. Als ich sagte, wie ich mich morgens fühle, kommt darauf an, was ich abends getrunken habe. Sagte ER: „Dann betrinken SIE sich eben abends nicht!“ ICH: „Ich habe nicht gesagt, das ich abends Alkohol trinke. Ich trinke abends Tee!“ Seitdem ist er mir böse.

Wieso fällt es Rauchern und Alkoholtrinkern so schwer, damit aufzuhören? Ist doch ganz einfach: Man tut es nicht mehr!

Ich habe von 1958 (in der Lehre durften wir nicht Rauchen) bis 2000 geraucht. Turf, Casino, Kenty ... Und dann Pfeife und Zigarren. Im Winter auf Arbeit im Außendienst, war Pfeife günstig. Das Gesicht war warm und man konnte sich die klammen Hände am Pfeifenkopf wärmen. Nach der Millenniumfeier hatte ich einen furchtbaren Kater! Zur „Freude“ andrer hatte ich eine dicke Brasil nach der anderen geraucht  und schob den Zigarren die Schuld für meinen Kater zu. Wutendbrand rauchte ich nicht mehr! Und ich habe bis heute durchgehalten. Es ist ganz einfach. Man tut es nicht!

Ähnlich war es mit dem Alkohol! Ich bin vor allem Weintrinker gewesen, ohne ab und zu einen Stogramm abzulehnen. Einen morgendlichen Kater konnte ich gut mit einmal hundertgramm Grappa verjagen. Mein Lieblingsgetränk mischte ich mir selbst.

Einen halben Liter Rotwein verdünnte ich mit einem viertel Liter echten dunklem Rum. Das schmeckte und wirkte gut. Fast alle Ärzte waren gegen dieses, mein Lieblingsgetränk. Mein Nervenarzt hatte mir vorgeschlagen, zur Erhöhung der Konzentration, einen Schnaps zu trinken, ohne die Menge anzugeben. Hundertgramm Alkohol in EINEM Glas, sind auch EIN Schnaps!

Anfang 2016 wurde ich wieder einmal mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus transportiert - Vorhofflimmern.

Nach drei Tagen machte mir die Stationsärztin einen Vorschlag, der mir nicht gefiel – eine ganz spezielle Untersuchung! Ich lehnte ab und wurde am nächsten Tag entlassen. Neue Medizin war die Folge und verdammt noch mal, absolutes Alkoholverbot! Ich fragte dummerweise, ob mein Spezialgetränk auch unter das Alkoholverbot fallen würde.

Seitdem habe ich keinen Alkohol mehr getrunken. Verschenkte meinen gesamten Weinvorrat (60 Flaschen) und habe für liebe Gäste nur noch Grappa, französischen Rotwein und hochprozentigen Rum.
 
Das Verbot wird von mir streng eingehalten.
Das ist nicht schwer!
Im Jahr 2008 hatte ich einmal versuchsweise das ganze Jahr absolut keinen Alkohol getrunken. Zu meinem nicht geringem Staunen, habe ich diesen riskanten Versuch, ohne körperliche Schäden überlebt. Im Jahr 2009 trank ich dann täglich nur ein Glas (Rotweintulpe/Rheinweinglas) Rotwein.  Verging auch ohne Schaden. Nach diesen Versuchen lebte ich normal weiter. Eben bis zu dem bestimmten Tag im Dezember 2016!

KM 30.03.2020
***

*

Geburtstage
Hatte gerade die FB-Liste der Geburtstage vor Augen. Logischer Weise ist mein eigener Geburtstag nicht angegeben.

Der Monat September ist in meiner Familie ein Großkampfmonat gewesen.

Vier Familienmitglieder waren zu beschenken und zu befeiern. Zuerst ein Neffe am vierten. Am neunten meine Mutter. Am zwanzigsten eine Schwester und zu zuletzt ich.
Der Neffe wohnte im „goldenen“ Westen und bekam eine Karte. Meine Mutter empfing nachmittags ihre Klatschtanten zu Kaffee und Torte. Ich war dabei, verkleidet mit pompöser Lederweste, Fliege, weisen Handschuhen und glänzenden Lederschuhen der Empfangsboy, der auch Servieren musste.

Am zwanzigsten kamen Arbeitskolleginnen meiner Schwester und ich half in der Küche.

An meinem Geburtstagstag wurde in Familie gefeiert! Angeblich! In Wirklichkeit gaben sich die engeren Freundinnen meiner Mutter und meiner Schwester die Ehre. An diesem Frauenfreudenfest, hatten meine Freunde und ich keine, absolut keine Freude. Die Jungs kamen kurz, sehr kurz, zum Gratulieren und ergriffen danach die Flucht. Notgedrungen blieb ich zum Kaffeetrinken und Abendbrot, um mich dann klammheimlich zu verziehen. Meine wirkliche Geburtstagsfeier fand in späteren Jahren in meiner Stammkneipe statt. Und noch später war ich nur zum Muttergeburtstag der gewöhnliche Empfangschef und an allen anderen Tagen übernahm ich Sonderschichten und feierte anschließend bis zur Bettschwere.

Zum achtzigsten Geburtstag meiner Schwester, waren alle unsere Verwandten und die noch lebenden Kolleginnen und Freundinnen Schwesterchens da. Wir feierten beim Griechen. Ich wunderte mich über die Masse der Gäste. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass Schwesterchen Hotelzimmer organisiert und bezahlt hatte.
Meinen Geburtstag „feierte“ ich mit meinen Schwestern. Die anderen Verwandten kamen und schrieben auch nicht. Freunde sind vom Winde verweht. Alle Klassenkameraden leben nicht mehr und den letzten ehemaligen Kollegen (Mecklenburgern) verbietet der Nationalstolz, einem Sachsen zu gratulieren. Wie mir angedeutet wurde!

Von meinen Töchtern kamen nur die üblichen kurzen, telefonieren kostet Geld, Anrufe. Die Enkelin simmste. Ich machte mir den Spaß, eine Kollage mit Bildern meiner Lebensabschnitte ins Netz zu stellen. Ein paar Tage später kam eine SMS der ältesten Tochter: Ach, Du bist siebzig geworden? Hätte ich das gewusst, dann hätte ich doch eine Feier organisiert!

Ich bin am Überlegen, was ich zum Achtzigsten mache. Wenn ich genau wüsste, dass mein Geburtstag vergessen wird, könnte ich ja zu Hause bleiben.

Ansonsten würde ich wohl besser …


KM 10032020

 


***

Das Bett

Bett – was ist das eigentlich?

Bei Wikipedia steht: Der Begriff Bett bezeichnet ein Möbelstück, das dem Schlafen, Liegen oder Ruhen dient.  

Was kann man mit dem Bett, außer Schlafen, Liegen und Ruhen machen?
Man kann im Bett Essen. Wer schon einmal im Bett gegessen hat und die Krümel nicht sofort beseitigte, weiß wie sich die Prinzessin auf der Erbse gefühlt haben muss.
Man kann im Bett lesen. Als Kind habe ich mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen, weil meine Mutter immer im spannendsten Augenblick, das Licht ausgemacht hat.
Man kann im Bett Beischlafen. Was könnte es schöneres geben, als eng umschlungen mit einer Frau, es muss ja nicht unbedingt die eigene sein, im Bett zu liegen. Oder sich sportlich zu betätigen.

Wieso sagt man eigentlich im Bett? Wir liegen doch auf dem Bett. Aha, früher lag man in der strohgefüllten Bettkiste.
Aber, egal was man im oder auf dem Bett gemacht hat, etwas gilt immer:
Es ist der schrecklichste Moment, wenn sich der Mensch vom Bette trennt!

Donnerstagnachmittag. Ich liege auf dem Bett und träume. Von was wohl? Unvermutet klingelt das Telefon. Eine weibliche Stimme legt los, bevor ich mich melden kann: „Schatz, du musst mir einen Gefallen tun!“ Wer ist das? Wer sagt hier Schatz zu mir? Gisela, Bettina, Schneewittchen? „Bist Du noch da?“ „Ja Schatz!“ „Pass auf, ich habe mir ein Bett gekauft. Du kannst es mir aufstellen.“ „Wo und wann?“ Wenn ich nur wüsste, wer das ist! „Bei mir, Sonntag um drei.“ Ich habe immer noch keine Ahnung, wer dran ist. Die Rufnummer, die auf dem Display steht kenne ich nicht. Ich unterbreche das Gespräch, warte einen Moment und wähle die Nummer. Eine weibliche Stimme meldet sich: „Ja!“ „Gottver….!“ Dass die Leute sich nicht anständig melden können. Ich halte mir die Nase zu und sage: „Frau Meyer, sie wollten mir doch Brot mitbringen.“ Die Stimme antwortet: „Hier ist nicht Frau Meyer.“ Aufgelegt. Wieder klingelt es. Ich habe inzwischen Rufunterdrückung eingestellt und melde mich mit einem Stück Papier auf der Sprechmuschel: „Fernmeldedienst Meisterei drei. Was kann ich für sie tun?“ „Wer ist dort?“ Ich wiederhole meinen Vers. „Ich wollte Kurt sprechen.“ „Hier gibt es keinen Kurt.“ Das Telefon klingelt noch ein paar Mal. Ich gehe nicht ran.

Zwei Stunden später klingelt es an der Haustür. „Wer ist da?“ „Schatz, ich bins.“ „Komm rauf!“ Gespannt warte ich. Wer ist der Schatz? Eine junge Frau kommt die Treppe hoch, die mir vage bekannt vorkommt. Sie umarmt mich stürmisch. Wir gehen in meine Wohnung. Sie sieht sich um. Als ich sie nun im vollen Licht ansehe kommt schlagartig die Erinnerung. Brigitte aus W. Wie haben uns mehr als zehn Jahre nicht gesehen und geliebt. Sie war damals scharf wie eine Rasierklinge und wild wie eine Nonne. Hübsch war sie nicht. Aber das spielt im Bett ja keine Rolle.

Am Sonntag um drei stehe ich in W. vor der Wohnungstür von Brigitte.
Ich höre drinnen einen Schrei und einen Klatsch. Verziehe mich eine halbe Treppe höher. Die Wohnungstür geht auf. Ein junger Mann springt raus und rennt die Treppe runter.

Ich warte noch ein paar Minuten und klingle dann. Brigitte im Jogginglook. Sie bittet mich lächelnd herein. Im Schlafzimmer stehen Kisten und liegen Bretter.

Das Bett.

Für ein Bett sind das zu viele Einzelteile. „Was ist das?“ „Mein Bett.“ Ich schüttle meinen Kopf. „Das kann nicht sein. Für ein Bett zu viel Holz.“ „Unser Ehebett.“ „Blödsinn, ich heirate Dich doch nicht.“ „Sollst Du auch nicht. Du bist mir viel zu alt. Mein Mann ist beim Bund zu einer Reserveübung.“ „Wann kommt er zurück?“ „Irgendwann.“ Ich schlucke und sage heißer: „Immer noch zu viel Holz.“ „Überbautes Bett.“ Nach einigem Fragen weiß ich, was das für ein Bett sein soll. „Gib mir bitte den Aufbauplan.“ „?“ Es gibt weder einen Plan, noch ein Einzelteileverzeichnis oder ein Bild. Bau einmal ein Möbelstück auf, das du nie gesehen hast.

Ich verlange erst einmal etwas zu trinken und fange dann an, die Bretter zu sortieren. Sie sieht gelangweilt zu. Schließlich könnte ich mit dem Aufbau beginnen. Könnte! Wenn ich die Teile finden würde, die die Bretter zusammenhalten. Beim Suchen in den Kisten und Kartons gebe ich mich der Hoffnung hin, doch noch den Bauplan zu finden. Ich finde ihn nicht. Aber Brigitte fällt ein, das sie eine Tüte die aus einer Kiste gefallen war, in den Abfalleimer geworfen hatte. Nach einer kurzen Diskussion halte ich die Plastetüte in der Hand. Nun kann der Aufbau beginnen. Als ich fast fertig bin, stoppt mich Brigitte: „So sah aber das Bett im Laden nicht aus!“ Eine endlose Diskussion beginnt. Ich könnte doch gleich…! Gedacht, getan. Wir machen Probeliegen. Alle Beide. So lange wir nur so herumliegen passiert nichts. Aber Brigitte stellt plötzlich fest, dass es im Zimmer sehr warm ist und beginnt sich auszupellen. Viel hat sie nicht an. Als wir in der schönsten körperlichen Unterhaltung sind, knirscht und kracht es. Rums! Wir liegen samt der Matratze auf dem Fußboden. Nun brauchen wir uns nicht mehr vorzusehen. Dann trinken wir noch etwas. Als ich gehe, sagt Brigitte: „Wir treffen uns Morgen um eins im Möbelhaus. Da kannst Du Dir das Bett ansehen.“

Am nächsten Tag im Möbelhaus. Brigitte zeigt mir das Schlafzimmer. Das ist nicht das Schlafzimmer, was in Einzelteilen in ihrer Wohnung liegt. „Doch das ist es!“ „Bist Du neuerdings farbenblind? Dieses hier ist Kirsche. Das bei Dir ist Nussbaum. Die Größenverhältnisse stimmen auch nicht!“

Während wir noch diskutieren, kommt ein Feldwebel auf uns zu. Er mustert mich kurz, umarmt Brigitte und sagt: „Sag einmal Schatz, was ist das für ein Durcheinander im Schlafzimmer? Außerdem liegt da eine Unterhose. Wem gehört die?“

Da ich die Leute nicht kenne, halte ich Abstand, sehe mir noch etwas an und gehe.

Jetzt weis ich auch, warum ich auf dem Heimweg so ein komisches Gefühl hatte.

Kurt Meran 03.12.2010

*****

Schrecklich! (Oder wie nimmt man am schnellsten ab)


Als ich vorhin zur Post gehen wollte und meine Straßensachen anzog, bekam ich einen Riesenschreck! Meine Hose ging zu, ohne dass ich meinen Bauch einziehen musste!

Ich brauchte ihn noch nicht einmal ansatzweise einziehen.
Die Ringe schlapperten an den Fingern herum, als ob sie gar nicht mir gehören würden.

Ich habe mein Körpergewicht viele Jahre monatlich kontrolliert und konstant gehalten gehabt. In den letzten Jahren hatte ich bis vor einem halben Jahr, als C. ins Gespräch kam, nicht mehr aufs Gewicht geachtet.

Auslöser war damals, ich war zum vierten Mal verheiratet, mein Hausarzt gewesen.

„Herr Meran“, hatte er gesagt, „wir müssen unbedingt operieren. Aber mit ihrem Bauchfett wird das nichts. Nehmen Sie schleunigst ab und melden sich dann wieder!“
Schleunigst abnehmen?
Ich habe dann wirklich schnell abgenommen, nachdem ich eine leicht umsetzbare Methode entwickelt hatte.

Wann und wie nimmt man(n) am schnellsten ab?
Es ist ganz einfach und man muss sich nicht anstrengen. Im Laufe eines halben Jahres hatte ich mein Körpergewicht von schlappen 113 Kilogramm auf mein (damals gültiges) Normalgewicht (Körpergröße in Zentimeter minus einhundert gleich Normalgewicht) reduziert. Ich schaffte sogar das Idealgewicht! Freudestrahlend kam ich zum Arzt.

Der besah mich von allen Seiten. Verglich mein Gesicht mit dem Passbildfoto und sagte: „Wir operieren nicht, sondern machen eine Tablettenkur!“
Ich hätte ihn erschlagen können. Er muss das wohl gespürt haben und verschanzte sich hinter seinem Schreibtisch.
Mit dem Tablettenrezept in der Hand zog ich mich fauchend zurück. Meine geliebte Supergattin fragte am nächsten Abend, vorher hatte sie mich nicht wachbekommen, was passiert sei. Ich hatte nach den lieblosen Worten des Arztes eine Flasche echten Kuba-Rum mit einer halben Flasche Rotwein verdünnt und mich nach Einnahme dieses Beruhigungsmittels hingelegt.

Ach so. Wie nimmt man am schnellsten ab? Ganz einfach. Während die Familie Schlemmermahlzeiten einnimmt, ißt man zusehend, trockene unbelegte Semmeln!
Kurt Meran 04.10.2019
***

Freundschaft


Frauen sind keine Engel! Sie tun so, doch nur …

Was ist Freundschaft? Es gibt viele verschiedene Freundschaftsformen.

Nehmen wir interessanterweise, die „Freundschaft“ zwischen Frau und Mann.

Heute Morgen hörte ich im Radio folgenden Witz oder auch Quizfrage:
Was ist der Unterschied zwischen Frauen und tropischen Wirbelstürmen? Es gibt keinen Unterschied!
Wenn sie kommen sind sie heiß. Wenn sie da sind bringen sie alles durcheinander. Wenn sie weggehen, hinterlassen sie Chaos!

Ich bin in einem Frauenhaushalt aufgewachsen und deshalb Frauen gegenüber vollkommen hilflos! Wie sich hier zeigt!

Nehmen wir also Freundschaft – Freundschaften!
Bei einer Männerfreundschaft helfen sich die Männer kompromisslos.
Freundschaft zwischen Frau und Mann.
Gibt es überhaupt Freundschaft zwischen Frau und Mann?
Und wenn wie sieht diese aus?
Ich muss zugeben, ich habe keine Ahnung, wie sie idealerweise sein sollte.

Als junger Kerl wurde ich immer älter eingeschätzt, als ich wirklich war. Das war günstig beim Besuch von Filmen ab Achtzehn! Ich musste nur ein einziges Mal meinen Personalausweis zeigen. Sonst kam ich mit dreizehn/vierzehn ins Kino bei Filmen für Erwachsene.

Junge Frauen suchten oft meine „Freundschaft“. Wenn ich ahnungslos darauf einging, waren sie erstaunt über meine Naivität und Hilflosigkeit.
Später bandelten Kolleginnen und Hausbewohnerinnen mit mir an. Da hatte ich nur angelesene Erfahrungen einzusetzen und wurde meist abgeschrieben. Noch später änderte sich das. Ich konnte aber nie über meinen Schatten springen.

Erfahrungen sammelte ich beim Tanzengehen. Ich war Stammgast im Tanzlokal „Zum Papser“ im Osten der Stadt. Zusammen mit einem Freund war ich sehr oft dort und wir erzählten uns später unsere Erlebnisse.
Nach diesen Jugenderfahrungen, ging ich meist nur mit einer Frau ins Bett, wenn ich sie näher kannte. Eine sogenannte „schnelle Nummer“ gab es selten.
Eines Morgens kam ich nach Hause und fiel meiner älteren Schwester fast in ihre Arme. Sie fragte, mich interessiert musternd: „Sag mal, wie läufst Du denn? Bist Du gestürzt?“ „Nee, ich habe gerankert!“ „Gerankert?“ „Ja“. „Wasn das?“ Ich erzählte es ihr. Ich hatte die Einladung einer Kollegin befolgt und sie zu Hause besucht. Wir landeten auf dem Sofa. Ich begann gewohnheitsgemäß mit dem Vorspiel. Ohne ausgiebiges Vorspiel geht bei mir nichts! Petting ist ja das wirklich Schönste! Die Kollegin hatte verständnislos gefragt: „Was piepelst Du denn da rum?“ Nach meiner Erklärung lehnte sie das Vorspiel ab und ich absolvierte eine „Trockenübung“! Das zog sich mit wechselndem Erfolg bis in den frühen Morgen.

Wenn ich später leicht torkelnd nach Hause kam und einem Familienmitglied in die „Arme lief, kam sofort die Frage: „Hast Du wieder gerankert?“

Es kam zu merkwürdigen Verhältnissen und Ehen. Nach drei gescheiterten Ehen, nahm ich mir vor, nicht wieder zu heiraten. Die Liebesspiele gingen weiter, aber nur noch als Lieb- oder Freundschaften. Mit dem älter- und altwerden schlief das langsam ein. Ich hielt mich meist von Frauen fern. Das klappte aber nicht immer.

Beim Besuch einer Brieffreundin, wir saßen ganz gemütlich im Wohnzimmer und sahen Ferne, meinte diese plötzlich: „Da Du nun einmal hier bist, können wir auch zusammen schlafen!“ Etwas benommen folgte ich ihr ins Bad, um mich frisch zu machen. Sie duschte. Ich bespritzte mich am Waschbecken. Dann gings ins Bett. Ein eisigkaltes Schlafzimmer! Ich kuschelte mich unter der Bettdecke erst einmal eng an sie, um warm zu werden. Dann begann ich mit dem Vorspiel. Einem sehr intensiven Vorspiel. Plötzlich kniff sie ihre Beine zusammen und sagte: „Ich kann nicht!“ Ich war platt! Dass ich nicht konnte, war ab- und zu passiert. Die Frauen halfen dann nach. Aber das eine Frau „nicht konnte“, dass war mir neu! Sie zu vergewaltigen ist nicht mein Stil. Sie stand dann auf, zog ihren Morgenmantel an und ging raus. Allein im Bett wurde es mir kalt. Kalt und tief enttäuscht, stand ich schließlich auf und ging zu ihr ins Wohnzimmer.
Während wir uns gegenseitig warmrubbelten, erzählte sie mir eine Geschichte. Ich brachte sie dann ins Bett, zog mich an, setzte mich ins Auto und fuhr heim. Als ich ihre Geschichte kannte, war mir klar, warum sie nicht mit mir schlafen konnte. Wir schrieben uns noch ein paarmal, dann war es vorbei.

Meine vormalige Gattin meldete sich. Sie brauchte einen Fahrer. Aller halben Jahre. Die ersten drei Tage war ich der fleißige Liebhaber. Die nächsten drei Tage der fleißige Handwerker. Die letzten beiden Tage der Strolch, der sobald alle Reparaturen erledigt waren, wegmusste. Zwischendurch fuhren wir in ihrer Stadt und der Umgebung einkaufen und gingen ins Theater. Alle Bekannten wurden abends besucht. Nach den Besuchen wurden das Erlebte und die Vergangenheit von ihr und ihren Freundinnen durchgehechelt. Mich kannte ja jeder und jeder kannte meinen bezeichnenden Nicknamen.

Auch ihr wie den anderen Frauen musste ich immer wieder schwören, so schön wie ich es mit ihr gemacht hatte, mit keiner anderen zu tun!
Dann kam eine langjährige Liebespause.

Anfang dieses Jahrs lernte ich zwei Frauen kennen. SIE suchten meine Freundschaft! Über Facebook! Die Erste wollte, dass ich ihr meine Stadt zeigte. Also mit ihr spazieren ging. Die Zweite wollte mich kennenlernen. Warum – keine Ahnung!
Beide wollten nur FREUNDSCHAFT und nichts anderes, wie mir nachdrücklich erklärt wurde. Fragen, wer und was sie waren, wurden nicht erlaubt. Das heißt, die Zweite sprach über das tägliche Leben. Die Erste war beleidigt, wenn ich fragte. Sie könnte vom Alter her meine Enkelin sein und wollte tatsächlich, wie sie mir sehr nachdrücklich sagte, nur meine Freundschaft, um meine Stadt kennenzulernen.
Nach wieder einer Frage von mir, hatte sie die Fragerei und meine Mails satt und löste die „Freundschaft“, obwohl sie, wie sie betonte, mich mochte!

Die Zweite will mich besuchen …


KM 16.09.2019

Erklärung:
Der vorstehende Text ist natürlich nur eine freierfundene Kurzgeschichte, ohne realen Hintergrund. Welche junge, intelligente Frau sollte auf die Idee kommen, um die Freundschaft eines Greises, der nichts, außer seinem Alter, zu bieten hat, zu buhlen!
KM

***

Fisch - Essen

Heute habe ich einmal wieder richtig geschlemmt - in Fisch! Ich esse, so wie die Medien es vorgeben, zweimal in der Woche FISCH! Mehr als zweimal sollte man keinen Fisch essen. Meinen die von ärztlicher Seite beratenen Medien. Durch die Verschmutzung der Umwelt ist das Meer auch betroffen, was natürlich negative Auswirkungen auf den Seefisch, und ich meine, auch den Fluss- und Bachfisch hat. Wie die Mediziner festgestellt haben, birgt das Fischessen die Gefahr das Erbgut zu schädigen.
Erbgut schädigen.
Wenn mein Erbgut durch das Verspeisen von Fisch geschädigt sein sollte, kann ich mir keine weitere Schädigung anderen Lebens vorstellen. Meine körperlichen Abfälle werden schließlich in Kläranlagen (?) gereinigt. Es gäbe natürlich auch eine weitere Möglichkeit, des Schädigens. Aber ich glaube, die ist in meinem Alter weitgehends ausgeschlossen. Erstens kenne ich zurzeit keine Frau, die mit mir schlafen möchte / würde und zweitens, wäre, wenn es eine gäbe, diese über das Gebäralter hinaus.

Vorige Woche hatte ich mir in Buchenholzrauch geräucherte Bachforelle gekauft. Ich esse liebend gern Fischbrötchen. Also richtete ich mir vier Fischbrötchen an. Weniger als vier sind sinnlos und mehr als acht sind mir zu viel. Ich aß aber nicht einmal eines der lecker duftenden Fischbrötchen. Ein bisschen Fisch war übriggeblieben und ich aß es so - wollte es so essen! Der Fisch schmeckte nicht nach Buchenholzrauch, sondern alt! Ich beroch den anderen Fisch auf den Brötchen und entsorgte alles zusammen im Müllcontainer, obwohl die Mindesthaltbarkeitszeit noch nicht abgelaufen und mein Kühlschrank optimal eingestellt gewesen war.

Heute Vormittag hatte ich mir "edle Matjesfilets nach nordischer Art" gekauft.  Dummerweise hatte ich die Brötchen vergessen. Dass machte aber nichts. Ein belegtes und zugeklapptes Brötchen besteht ja sowieso aus vielzuviel Mehl und nur wenig aus Belag. Fisch, Zwiebel, Gurke und Sauerkraut verwendete ich als Belag von Schnitten aus Kartoffelbrot. Also wenig Mehl! Beim Kauf der Zwiebeln achte ich nach schlechten Erfahrungen darauf, dass ich deutsche Zwiebeln aus der unmittelbaren Region bekomme und keine Zwiebeln aus Neuseeland!

Dass ist wie mit Eiern! Es gibt unter den sogenannten "frischen Eiern" auch große Unterschiede. Man sollte genau darauf achten, wo die frischen Eier gelegt worden sind! Ich war ja ein paar Jahre  Markthändler. In einem Ort an der Elbe stand öfters ein Händler neben mir, der mit frischen Eiern, so stand es an seinem "Sprinter" handelte und großen Zulauf hatte. Eine Tages bat er mich auf seinen Stand aufzupassen und nannte mir auch die Eierpreise. Ich passte genauso wie andere Händler auf die Nachbarstände auf, wenn mal einer einmal wegmusste.

Einer der Händler war mir jahrelang sehr dankbar. Er war Essen gegangen und hatte mich gebeten aufzupassen, als zwei Frauen sich für seine Handtaschen interessierten. Ich hatte keine Ahnung, was diese kosteten. Die Frauen hatten keine Zeit ewig zu warten. Also verkaufte ich ihnen die Taschen. Ich fragte, was sie denn freiwillig zahlen würden. Bei den ersten Angeboten zog ich ein nachdenkliches Gesicht und nach ihren dritten Angeboten schlug ich zu. Die Damen zogen mit ihren Erwerb hochbefriedigt ab und der Händler überschlug sich fast vor Staunen und Freude, als ich ihm das Geld gab. Er zeigte sich erkenntlich und mir brachte es den Ruf ein, ein wertvoller Mensch zu sein, was sich in meiner Geldbörse niederschlug.

Zurück zu den Eiern. Die Eier waren in Norditalien tatsächlich frisch vom Nest gekommen!

Zurück zum Fisch: Ich musste zwar etwas balancieren, um die Schnitten mit dem Fisch heil in meinen Mund zu befördern, aber mit Vorsicht und etwas Geschick klappte es!
Es war ein Genuss!

Kurt Meran von Meranien 02.05.2017
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KeramikMarkt im GRASSI vom 12.06.2021 10:00 Uhr bis 13.06.2021 18:00 Uhr

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