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Mein Schwarzwald

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Ist das Wandern immer eine Lust – nein

(zum Sommerberg)

Ende September – Anfang Oktober war ich zwölf Tage im Nordschwarzwald. Ziel: Wandern, um meine Augen von der Bildschirmarbeit zu erholen und mich in freier Natur und nicht immer nur zwischen dem Computer und dem Küchenschrank zu pendeln.
Wer wie ich seit vielen Jahren allein lebt, wird selbst wissen, dass man mit vollem Magen nicht gut am Computer sitzt. Deshalb esse ich nach der Computerarbeit. Habe ich mir wenigstens irgendwann einmal vorgenommen.

Zuerst ging ich natürlich meine Stammstrecke. Von A nach B sind es sechs Kilometer bergauf. Auf dem gleichen Weg ist dieser lt. Wegweiser bergab fünf Komma fünf Kilometer lang. Keine Ahnung warum, aber die Wegweiseraufsteller müssen es ja wissen. Von A nach B geht es ständig leicht bergauf. Bergauf gehe ich sehr gern. Bergab nicht.

Till Eulenspiegel wurde einmal gefragt, warum er beim Wandern bergauf immer lustig ist und bergab grämlich. Die verständige Antwort: "Nach einem BERGAB kommt hier immer ein BERGAUF – und da soll ich lustig sein?"
Ich habe da andere Erfahrungen, mit dem gleichen Ergebnis gemacht. Bei BERGAB schiebt mich mein Gewicht nach vorn. Meine Füße versammeln sich im vorderen Schuh. Die Folge ist, dass ich meine Zehen quetsche und prelle.

Zurück zur Natur. Toll empfinde ich es, wenn alle Wanderwege gekennzeichnet sind. Hier um A und B herum gibt es ein Hochmoor, eine Wannenebene – was immer das auch ist. Eine Langenwaldebene, ein Rotwasser und einen Blockhauswald. Jeder Weg und jeder Steg haben einen Namen. Steht zu minderst auf der Wanderkarte. ABER! Es gibt kaum Straßen- oder Wegschilder. Nicht, dass es gar keine Wegbezeichnungen gibt. Nein, nein. Es gibt welche. Die müssen allerdings noch aus der Zeit sein, als hier im Wald (1902) noch tüchtig gearbeitet wurde.
Und so kam es, dass ich von Sprollenhaus zum Sommerberg wollte. Eine kurze Strecke. Die lange Strecke hatte ich schon hinter mir.
 
Am Freitag, dem 25. September kam ich auf die blödsinnige Idee, von Sprollenhaus über Kaltenbronn nach Bad Wildberg zu wandern. Die erste Etappe nach Kaltenbronn war leicht. Es ging sechs Kilometer immer leicht bergauf. Das gefiel mir. In Kaltenbronn unterhielt ich mich im Touristikstützpunkt mit einer Mitarbeiterin. Am selben Ort hatte ich mich vor fünf Jahren mit der damaligen Chefin über das Projekt „Nationalpark“ unterhalten. Ich kenne den Nationalpark HOCHHARZ. Wer in diesem „Park“ schon einmal gewandert ist, der wünscht sich das kein zweites Mal.

Nach dieser kurzen Verschnaufpause ging ich zum Moor. Ach mein Gott! Wenn ich geahnt hätte, was mich erwartet, wäre ich um den (den oder das) Moor herumgelaufen. Ich ging quer durch die Gegend über einen Brettersteg. Mehr als zwei Kilometer. Bei jedem Schritt quälten sich die Bretter ein Stöhnen ab, wobei sie schwankend versuchten mich abzuschütteln. Kamen mir andere Wanderer oder Fahrradfahrer entgegen, musste wir uns aneinander vorbeischieben.

Da fällt mir ein Witz ein. Ein Pfarrer geht auf dem Steg durch (den oder das) Moor. Plötzlich tritt er daneben und versinkt langsam. Da kommt die Feuerwehr und will ihn retten. Der Pfarrer winkt ab, zeigt nach oben und sagt: „Lasst mich, der Herr hilft!“ Er steckt inzwischen bis über seine Brust im Moor, als wieder die Feuerweht kommt. Und wieder wehrt er ab mit den Worten: „Der Herr hilft!“ Er versinkt.

Als er an das Himmelstor kommt, verlangt er sofort ein Gespräch mit dem Herrn, um sich zu beschweren.
„Herr, ich war immer ein treuer Diener. Ich habe alle Gebote eingehalten und versucht alle Menschen zur Einhaltung der Gebote zu bringen. Warum bist Du mir nicht zu Hilfe gekommen, als ich in Not war? Was habe ich Böses getan?“ Der Herr sieht in ernst an und sagt dann: „Du hast nichts Böses getan. Ich habe Dir zweimal die Feuerwehr geschickt. Mehr konnte ich nicht tun!“

Von der mir gerühmten Schönheit des Moores und dem Moor See habe ich nicht viel mitbekommen. Was nichts besagt. Andere haben. Eine Frauengruppe hatte sich auf und um zwei Bänke versammelt, trank Sekt und quatschte auf den See blickend. Etwas weiter schmuste selbstvergessen ein Pärchen. Nach einem Stück breiten Wegs “Gütlingsweg“, das Straßenschild des Waldstraßenweges war lesbar, kam ich zusammen mit mehreren Wandergruppen, die mit viel Getöse auf der Moorumgehung den Wald erobert hatten zur „Grünhütte“. Da sollte es ja gutes Essen geben. Aber der Lärm war nicht auszuhalten.
Über verschiedene Sommerbergwege kam ich zum Sommerberg.

Am 30. September 2011 war die im Jahr 1908 eröffnete Standseilbahn nach 44 Wochen des Umbaus wieder in Betrieb gegangen. Ich war damals natürlich dabei gewesen. Bad Wildbad, umgeben von einem Blechlawinenwall, feierte. Ein Volksfest sondergleichen.

Als ich am Freitag neben dem Auerhahn stand, war nicht so viel los. Es sah irgendwie alles kahl aus. Ich wollte zwar eigentlich den Berg herunterlaufen und nicht fahren, tat es dann aber doch.
Gelaufene Kilometer: von Sprollenhaus nach Kaltenbronn 6 Kilometer. Von Kaltenbronn zum Sommerberg 12 Kilometer. Von der Talstation der Bergbahn durch die Stadt, den herrlichen Kurpark zum Bus nach Sprollenhaus etwa 3 Kilometer.

Ein paar Tage später wollte ich also direkt von Sprollenhaus aus zum Sommerberg und auf den Baumwipfelpfad, da die Standseilbahn restauriert wurde. Der Wirt des Hotels hatte gesagt: „Biegen Sie oberhalb des Friedhof nach rechts in den Wald ab. Die Wege sind gekennzeichnet.“ Na ja. Eigentlich waren irgendwann einmal die Kreuzungen wirklich gekennzeichnet und an Bäumen bunte Markierungen angebracht worden. Diese fehlten aber oft. Vor allem an abzweigenden Wegen.
Und so kam es, dass ich an einer unmarkierten Kreuzung anlandete. Eine richtige Kreuzung war es nicht. Ich konnte wählen zwischen geradeaus, rechts und links. Ich wählte per Abzählreim (mene, mene muh und raus bist Du). Ich ging also in Richtung „Du“ und kam an eine wiederum unbeschilderte Kreuzung, an der eine Hütte stand. Sorry. Ein Haus stand. Also ein Blockhaus mit Werkzeug und Gerümpel rundherum und einem großen Sack kleiner Äpfel. Die Haupttür war nicht verschlossen. Ein Vorhängeschloss hing offen an der Öse. Wo war ich? Die Schäferweghütte konnte es nicht sein. So weit war ich noch nicht. Auf Klopfen meldete sich niemand. Laut rufen wollte ich nicht. Falls hier die Hexe „Kaukau“ wohnte … lieber nicht warten und rufen. Ich hatte wieder die Wahl der Richtung. Lt. Karte kreuzten sich hier drei Wege. Die Natur zeigte aber deren vier. Ich sagte den Abzählreim auf und zeigte dabei auf die einzelnen Wege. Natürlich ohne den woher ich gekommen war. Und ging los. Tatsächlich kam ich nach etwa einem Kilometer auf einen Weg, der lt. Karte keinen Namen hatte, dafür aber einen Wegweiser. Lt. Wegweiser führte der Weg auf dem ich gekommen war nach Nirgendwohin. Ich ging in Richtung Grünhütte und kam zur Schäferweghütte. Dort verließ ich die Straße und ging quer durch den Wald zur Grünhütte. Richtung Grünhütte. Aber wieder hielt ich nicht an, denn der Lärm war mehr geworden. Dann wieder in den Wald auf einen der Sommerbergwaldwege. Hier waren viele laut schwatzende „Wandergruppen“ unterwegs. In einer der Gruppen wurde geraucht. Ich sprach die Raucher an und machte auf das Rauchverbot aufmerksam. Es gab da einmal einen Schlager: "Rauchen im Wald ist verboten, küssen im Wald ist erlaubt." Die Antworten die ich von den Rauchern bekam, schreibe ich hier nicht auf. Mit Küssen hatten sie aber nichts zu tun.
Auf dem Sommerberg machte ich Pause und aß ein mitgebrachtes Brötchen. Als ich die Sommerbergwegbank verlassen wollte, konnte ich nicht auftreten. Ich konnte auftreten, aber mit erheblichen Schmerzen am rechten Fuß. Fußzehen. Meine Absicht, den Baumwipfelpfad zu erkunden ließ ich deshalb fallen und begab mich Richtung Stadt, um mit dem Bus nach Sprollenhaus zu fahren.  Da der Schmerz mit der Zeit nachließ, schlenderte ich durch den Kurpark zur Bushaltestelle Windhof.
In meinem Hotelzimmer die Schuhe – Wanderstiefel ausziehend kam ich mir wie im Märchen … verflixt, jetzt fällt mir der Name des Märchens nicht ein. Also: In meinem Schuh war Blut und nicht zu knapp. Meine Schuh waren aber nicht zu klein. Die Schuhgröße konnte nicht die Ursache sein.

Wieder zu Hause am 04.10.2015

Kurt Meran von Meranien
Foto vom "Auerhahn" in der Fotostrecke

***

Schuttertal

Unvergesslich! Als ich den Namen zum ersten Mal hörte, sagte er mir nichts. Später erinnerte ich mich immer wieder an die schöne Landschaft und die gutherzigen Bewohner.
Das erste Mal in dieser Gegend, im Schwarzwald, war wie ein Wendepunkt.
Zusammen mit meiner Lebensabschnittsgefährtin und ihrer Enkelin kam ich in den Schwarzwald. Und eigentlich nicht mehr von ihm los.

Ich glaube es war Schweighausen wo wir, vermittelt von einer Gaststätte bei Privatleuten wohnten. Direkt an einem Bach. Das Rauschen des Wassers, an einem kleinen „Wasserfall“, hat uns, mich, lange begleitet und ich vermisse es.
Wir waren mehrmals, vor etwa zwanzig Jahren dort.

Donnerstags labten wir uns in der „Krone“ mit Pizza. Oma bestellte eine normale Pizza. Ich eine große. Unsere Enkelin, damals etwa zehn, wollte sich nicht mit einer Kinderpizza abfinden. "Ich bin ein großes Mädchen und esse deshalb eine große Pizza!" Das Ende vom Lied war, dass ich meine große, Omas halbe und der Enkelin dreiviertelste Pizza, bewältigen musste.

Per pedes und mit dem Auto durchstreiften wir den Schwarzwald, beginnend mit dem Schuttertal. Meiner Enkelin hatte es der Reminihof besonders angetan. Speisen und Umgebung sind ja einzigartig.

Später durchstreifte ich den Schwarzwald allein und wohnte regelmäßig in Bad Wildbad. Erwanderte das Enztal. Befasste mich mit dem Projekt „Nationalpark Nordschwarzwald“. Förderte den Radtourismus und war nach der Rekonstruktion der Sommerbergbahn in Bad Wildbad einer der ersten Fahrgäste. In der Bergstation interviewte ich den Touristikchef Bad Wildbads. Besuchte regelmäßig den „ARTALARM“ in Stuttgart, die „Art Karlsruhe“ und die Kunsthalle.


Der Schwarzwald und der Harz sind meine mir liebsten Urlaubsgebiete.
Ich denke oft an „meinen Schwarzwald“ …

KM

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