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PEN - DEUTSCHLAND

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

PEN-Zentrum Deutschland e. V

Pressemitteilung, Darmstadt, 4. August 2021.

Ein Jahr nach Wahlen in Belarus: Neue PEN-Stiftung unterstützt Publikation belarusischer Texte

Aktuelle Mitteilung

Ein Jahr nach Wahlen in Belarus: Neue PEN-Stiftung unterstützt Publikation belarusischer Texte

Pressemitteilung, Darmstadt, 4. August 2021. Ein Jahr nach den Präsidentschaftswahlen in Belarus erscheinen am 9.8. im Verlag Das Kulturelle Gedächtnis unter dem Titel „Stimmen der Hoffnung“ Aufzeichnungen, Gedichte und Texte der belarusischen Freiheitsbewegung, deren Publikation auch das PEN-Zentrum Deutschland mit seiner neugegründeten „Stiftung für die Freiheit des Wortes“ unterstützt.

Seit den manipulierten Präsidentschaftswahlen vom 9. August 2020 versucht sich Alexander Lukaschenko mit allen Mitteln an der Macht zu halten. Die Spirale der Gewalt und Unterdrückung hat in Belarus bis heute leider kein Ende gefunden. Mit aufrichtiger Bewunderung erklärt sich das deutsche PEN-Zentrum erneut mit allen Mitgliedern der Demokratiebewegung solidarisch und fordert ein sofortiges Ende der Repressionen in Belarus sowie die Freilassung aller inhaftierten politischen Gefangenen. Angesichts des Jahrestages ist es umso wichtiger, dass die ‚Stimmen der Hoffnung‘ auf einen friedlichen Machtwechsel nicht verstummen“, so Ralf Nestmeyer, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN.

„Stimmen der Hoffnung“ soll dazu beitragen, sowohl die Erfahrungen der belarusischen Bevölkerung als auch die Solidarität mit ihr zu dokumentieren und erfahrbar werden zu lassen. Darüber hinaus belegt der neue Band eindrücklich, wie Belarusinnen und Belarusen trotz brutaler Angriffe auf unabhängige Stimmen gegen autokratische Verhältnisse sowie für die Freiheit und die Demokratie in ihrem Heimatland eintreten.

Ab dem 9. August 2021 ist die zweisprachige Ausgabe im Buchhandel und online erhältlich. 2,- € pro verkauftem Exemplar gehen an gemeinnützige belarusische Organisationen. Das beigefügte Cover darf zum Zwecke der Berichterstattung honorarfrei weiterverwendet werden.

Das Buch wird unterstützt vom belarusischen Media-Projekt „August 2020“, vom deutschen PEN-Zentrum und weiteren Partnern.

Die „Stiftung für die Freiheit des Wortes“ wurde geschaffen, um verfolgten und gefährdeten Autorinnen und Autoren rasch und unbürokratisch Hilfe zu leisten sowie ihre literarischen Werke zu fördern. Sie ist beim PEN-Zentrum Deutschland e.V. angesiedelt.
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KM 04.08.2021

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Aktuelle Mitteilung

PEN-Zentrum Deutschland schlägt polnischem PEN gemeinsamen ständigen Rat vor: Grenzen überwinden für die europäische Idee

Pressemitteilung, Darmstadt, 27. Juli 2021. Das PEN-Zentrum Deutschland und die Kolleginnen und Kollegen des polnischen PEN betonen anlässlich des dreißigjährigen Bestehens des Nachbarschaftsvertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Polen in einem offenen Briefwechsel, wie wichtig die deutsch-polnische Freundschaft für die gemeinsame europäische Idee ist und welche enormen Verpflichtungen aus dieser erwachsen.

In seinem Antwortschreiben schlägt das PEN-Zentrum Deutschland seinen polnischen Kolleginnen und Kollegen daher die Gründung eines gemeinsamen ständigen Rates der beiden PEN-Zentren vor, der sich regelmäßig trifft und deutlich hörbar Stellung bezieht zu den Themen, die im Zentrum der gemeinsamen Arbeit stehen und die in der PEN-Charta fixiert sind. Ein solcher gemeinsamer Rat wäre ein wichtiger Teil der Freundschaft, die sich auch als deutsch-polnische Verantwortungsgemeinschaft versteht.

„Wir sind mit Ihnen der Meinung, dass es gerade die Autorinnen und Autoren unserer beider Länder sind, denen die Verantwortung zukommt, sich mit aller Macht gegen die zu stellen, die die Demokratie auszuhöhlen versuchen, indem sie etwa die Axt an das Grundprinzip der Gewaltenteilung legen. Es ist auch unsere Aufgabe, denen entschieden entgegen zu treten, die Wahrheit und Lüge verdrehen, um ihre Ziele zu erreichen: Gerade wir als Schriftstellerinnen und Schriftsteller wissen nur zu gut, welche Macht Fiktionen entwickeln können, wenn sie nicht mehr im Dienste einer höheren Erkenntnis und Wahrheit stehen“, so PEN-Präsidentin Regula Venske und der frühere PEN-Vizepräsident Sascha Feuchert in ihrem Antwortschreiben. „Die grundsätzliche Idee des PEN, die uns alle vereint, ist, dass Literatur eine gemeinsame Währung aller Menschen ist, eine, die Grenzen zu überwinden im Stande ist. In Zeiten, in denen der Frieden und die Demokratie gefährdet sind und erneut Nationalismen erstarken, ist es unsere Pflicht, uns zusammenzutun und gemeinsam zu agieren, damit unsere Stimmen noch deutlicher gehört werden.“

Der offene Brief des polnischen PEN findet sich unter http://penclub.com.pl/2021/06/21/list-otwarty-polskiego-pen-clubu-do-niemieckiego-pen-clubu/, dessen deutsche Übersetzung sowie das Antwortschreiben des PEN-Zentrums Deutschland lassen sich im Wortlaut der Anlage entnehmen.

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PEN-Zentrum protestiert gegen das Aufgeben des Ehrengrabes für den Lyriker und Lektor Oskar Loerke

Pressemitteilung, Darmstadt, 22. Juli 2021. Nach einer Senatsentscheidung zur Vorlage des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller, soll das Ehrengrab des Lyrikers und Lektors Oskar Loerke aufgegeben werden. Dem in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Protest unseres Kollegen Lutz Seiler gegen diese Entscheidung schließt sich das deutsche PEN-Zentrum an.

Dass ein fortlebendes Andenken von Oskar Loerke in der Öffentlichkeit nicht mehr erkennbar sei, wie es in der Begründung heißt, entzieht sich jeglicher Messbarkeit. Wieviel an vordergründigem Zeitgeist in diese Annahme einfließt, wäre zu überlegen, denn es lohnt sich sehr wohl, das Andenken an Loerke wach zu halten.

Mit der Machtergreifung der Nazis verlor er sofort seinen Posten als Sekretär der „Sektion für Dichtkunst“ in der Preußischen Akademie. Um dem S. Fischer Verlag, bei dem er als Lektor arbeitete, zu helfen, unterzeichnete Oskar Loerke eine Loyalitätsadresse an Hitler, eine Handlung, die ihn krank gemacht hat, wie seine Tagebuchaufzeichnungen belegen. Von Schmach, Ekel und Verzweiflung über das Teuflische spricht er darin. Mit Abscheu hat er die Gleichschaltung kommentiert. In seiner Lyrik beschreibt er die Naziherrschaft mit drastischen Worten, die an Klarheit nichts zu wünschen übriglassen. Was innere Emigration wirklich bedeutet, kann man an seinem Beispiel ablesen.

Dies ist eine Haltung, die in unserer Zeit und sicher auch darüber hinaus ganz sicher ein Andenken verdient. Zudem ist Oskar Loerke ein bewundernswerter Lyriker von großer Sprachkraft, dessen bildhafte Sprache den Leser auch heute noch berührt.

Wir bitten den Rat der Bürgermeister von Berlin daher, das Ehrengrab von Oskar Loerke nicht aufzugeben, sondern es zu erhalten.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Heinrich Peuckmann
Generalsekretär

 

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