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Stadtbezirk Nordost

Neuer Beitrag auf Nachrichten aus Nordost. Leipzig. Sachsen  

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Die Würde des 9. Oktober 1989 ist unantastbar

Die Eröffnung des Lichtfestes auf dem Augustusplatz sowie das gesamte Fest mit den "Lichträumen" entlang des Rings waren in diesem Jahr aus meiner Sicht eine gute und angemessene Erinnerung und gelungene Würdigung der Ereignisse des Herbstes 1989.

Auch der Festakt im Gewandhaus mit Reden von Oberbürgermeister, Ministerpräsident, Bundespräsident und der Bürgerrechtlerin Freya Klier war eine in weiten Teilen sehr würdige Veranstaltung. Leider war er nicht frei von Trittbrettfahrern, die sich mit sachfremden politischen Botschaften ins Rampenlicht drängten.

Dass eine Einpeitscherin im bedruckten Leibchen tatsächlich "Fridays for Future" quasi auf eine Stufe mit der DDR-Opposition stellt, ist einfach nur abartig.

Das "Kuratorium Tag der Friedlichen Revolution 1989" wurde durch den Oberbürgermeister im Vorfeld leider nicht informiert, dass sich hinter dem Programmpunkt "Performance - Dialog der Generationen" nur niedrigschwelliger linker Politikmonolog verbirgt. Burkhard Jung wird seine Gründe dafür gehabt haben...

Sei es, wie es sei.

Der 9. Oktober 1989 hat seine eigene Würde. Diese Würde kann man diesem Tag auch nicht mit einem als Kunst getarnten Politklamauk nehmen.

Ich bin glücklich, damals in Leipzig dabei gewesen zu sein. Und ein wenig stolz, dass wir damals in meiner Stadt ein klitzekleines bißchen Weltgeschichte mit geschrieben haben.

Ministerpräsident Michael Kretschmer hat es in seiner Rede auf den Punkt gebracht: "Wir haben hier demonstriert. (…) Wir sind das Volk. (…) Wir sind ein Volk. Wir wollten die Deutsche Einheit, wir wollten das Ende der DDR. So war es, und so muss es auch gesagt werden."

Das und die Erinnerung daran kann uns niemand nehmen. Gott sei Dank.

Ansbert Maciejewski 09/10/2019

 

 

 ***  

 

Schulentwicklung:

Die Menschen haben nicht verdient, weiter veralbert zu werden.
von Ansbert Maciejewski

Der Stadtrat hat am 27.06.2019 den Schulentwicklungsplan beschlossen. In meinem Redebeitrag habe ich deutlich gemacht, warum ich diesem "Plan" nicht zustimmen konnte:

Herr Oberbürgermeister, meine sehr geehrten Damen und Herren,
"Ja, mach nur einen Plan!
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch’nen zweiten Plan
Gehn tun sie beide nicht."
So dichtete Bertolt Brecht vor mehr als 90 Jahren.

Leider muss ich feststellen, es sind wesentlich mehr als nur zwei Schulentwicklungspläne aus dem Hause Fabian, die seit Jahren nicht funktionieren. Ich bin kein Schulpolitiker, aber ich schaue mir natürlich bei solch bedeutenden Vorlagen wie einem Schulentwicklungsplan auch an, was das konkret im Leipziger Nordosten für Folgen hat. Lassen Sie mich an drei Beispielen erläutern, warum dieses Konvolut, was uns hier unter dem Namen „Plan“ präsentiert wird, nicht das Papier wert ist, auf dem es gedruckt ist.

Beispiel 1:
Bereits 2016 wurde im Schulentwicklungsplan festgestellt, dass Bedarf für eine dritte Grundschule in Schönefeld besteht. Heute, drei Jahre später, erfahre ich im Schulentwicklungsplan zu dieser Schule: „Die Arbeitsgruppe „Standortsicherung soziale Infrastruktur“ prüft potentielle Standorte auf ihre Eignung.“

Halten wir fest: DREI(!) Jahre sind vergangen, und die Stadtverwaltung hat es nicht einmal geschafft, auch nur den Standort für die dringend benötigte Schule zu finden. Obwohl: In der Antwort der Stadtverwaltung auf meine Anfrage unter Top 17.20 der heutigen Ratssitzung kann man lesen: „Die notwendigen Untersuchungen der zu bewertenden Standorte für die Grundschule wurden im Mai 2019 abgeschlossen. Als Ergebnis soll das Schulgebäude an der Löbauer Straße als weitere Grundschule saniert und ausgebaut werden.“ Das Dumme ist nur: im Schulentwicklungsplan, den wir jetzt beschließen sollen, ist genau dieses Gebäude als Oberschulstandort vorgesehen. Was sollen wir denn nun beschließen? Grundschule oder Oberschule an der Löbauer Straße?

Oder viel wichtiger die Frage: Wer soll hier eigentlich veralbert werden und mit welchem Ziel?

Beispiel 2:
Thekla: Die „Einrichtung eines neuen Grundschulstandortes im gemeinsamen Schulbezirk Nordost in der Tauchaer Str. 188 in Thekla mit Bedarf ab Schuljahr 2018/19“ wurde im Schulentwicklungsplan 2017 durch den Stadtrat beschlossen. Ich weiß nicht, was die Stadtverwaltung inzwischen gemacht hat. Eine Grundschule ist dort jedenfalls bisher nicht eröffnet. Stattdessen stellt man der Schule in Portitz Container auf den Hof. Liest die Stadtverwaltung eigentlich ihre eigenen Pläne?

Beispiel 3
Wieder Schönefeld: Vor zwei Jahren haben wir hier den letzten Schulentwicklungsplan beschlossen. Ich hatte dabei die Erweiterung des Schulhofes der Clara-Wieck-Schule beantragt, die Verwaltung hatte den Antrag übernommen und der Rat hat das beschlossen. Der Schulhof wurde bisher nicht erweitert, das Problem dort besteht noch immer und verschärft sich mit wachsender Schülerzahl, wie man der aktuellen Stellungnahme der Clara-Wieck-Schule entnehmen kann. Was macht die Verwaltung? Sie schreibt dazu einfach „Eine Pausenhoferweiterung an der Schule ist nicht möglich.“

Mit einem einzigen Satz wird der Ratsbeschluss von vor 2 Jahren „abgearbeitet“.

Grandios.

Sehr geehrte Damen und Herren, das waren drei Beispiele, allein aus dem Leipziger Nordosten. Ich befürchte, in anderen Stadtbezirken sieht es nicht wesentlich besser aus.

Zumindest aus meinem begrenzten Nordost-Blickwinkel ist die Leipziger Schulpolitik unter Oberbürgermeister Burkhard Jung ein mittelschweres Desaster.

Und wissen Sie was? Ganz ehrlich, ich möchte keine Erklärungen, Rechtfertigungen und Ausflüchte mehr hören. Es ist einfach nur noch unerträglich, was der Oberbürgermeister und seine Stadtverwaltung hier veranstalten.

Oder um es mit Brecht zu sagen:

„Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht schlau genug.
Niemals merkt er eben
Diesen Lug und Trug.“

Ich bekenne: Es war ein Fehler, jahrelang zu gutgläubig gewesen zu sein. Und ich werde diesen Schulentwicklungsplan heute ablehnen. Weil er das Papier nicht wert ist, auf dem er gedruckt ist.

Sehr geehrte Damen und Herren, die Menschen in unserer Stadt wollen einfach nur wissen, wo und unter welchen Bedingungen ihre Kinder zur Schule gehen werden. Sie haben nicht verdient, weiter veralbert zu werden. Vielen Dank!

(Redemanuskript - es gilt das gesprochene Wort)

Ansbert Maciejewski - 27/02/2019
Ansbert Maciejewski | 27. Juni 2019 um 16:57
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Kommentar:
Ich möchte ja die Mitglieder der Stadtverwaltung nicht beleidigen oder verleumden, aber nach ihrem Verhalten zu urteilen, gibt es nur zwei Möglichkeiten
1.)    Kein Mitglied der Verwaltung hat Kinder
2.)    Einige haben Kinder, aber diese lernen nicht in den einfachen Schulen der Stadt.


Das Kinder die Zukunft Deutschlands sind, scheint den Mitgliedern der Stadtverwaltung nicht bewusst zu sein.

Eigentlich wollte ich noch mehr schreiben. Rechtzeitig fiel mir aber ein, dass Anfang des Jahres ein Politiker im persönlichen Gespräch in etwa ausdrückte, dass man auf meine Meinung und meine Mitarbeit verzichten könne.

Kurt Meran 29062019
***

 

Ansbert Maciejewski, 02/07/2019

 

Leipzig: 30 Jahre Friedliche Revolution und Geschmacklosigkeiten am 9. Oktober

Der 9. Oktober ist in Leipzig ein Feiertag. Ein städtischer Feiertag. Nicht arbeitsfrei, aber doch ein besonderer Tag. Alljährlich wird am 9. Oktober in unserer Stadt mit zahlreichen Veranstaltungen an die erste große Montagsdemonstration im Jahr 1989 erinnert. Im Anschluss an das Friedensgebet in der Nikolaikirche zogen damals 70.000 Menschen friedlich über den Innenstadtring und schrieben Geschichte. Der sozialistische Staat brach zusammen, Deutschland wurde vereint.
Der 30. Jahrestag dieses historischen Ereignisses soll wieder etwas besonderes werden. Der Stadtrat hat beschlossen, ein Kuratorium zu bilden. Zeitzeugen, Akteure von 1989 sollen maßgeblich das Programm am 9. Oktober 2019 mitbestimmen.
Unabhängig vom Lichtfest-Kuratorium und abseits vom offiziellen Programm haben sich Trittbrettfahrer mehr oder weniger kluge Gedanken gemacht, wie sie dieses große Ereignis "bereichern" könnten.
Die Philharmonie Leipzig hält es beispielsweise für eine gute Idee, den ehemaligen Vorsitzenden der SED-PDS als Festredner zur Umrahmung eines Konzertes in die Peterskirche einzuladen. Genau jenen Gregor Gysi, der die Auflösung der SED verhinderte, weil der mit einer Neugründung verbundene Vermögensverlust eine ernste wirtschaftliche Bedrohung für die Partei gewesen wäre. Vor der "Unabhängigen Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR" hat er dann auch beharrlich geschwiegen und somit seinen Beitrag zur Verschleierung des Verbleibs des SED-Vermögens geleistet. Was dieser Mann zur Friedlichen Revolution zu sagen hat, noch dazu am 9.Oktober in Leipzig, interessiert außer einigen Groupies und die Philharmonie Leipzig vermutlich nur wenige. Vielleicht hatte auch Egon Krenz an dem Abend grad andere Termine.
Wie auch immer - zumindest hat diese vermutlich aus einer Sektlaune heraus entstandene Schnapsidee Leipzig ein deutschlandweites Medienecho und dem Kommunikationsreferat der Stadtverwaltung zusätzliche Arbeit verschafft.
Ein Protestbrief von Bürgerrechtlern gegen dieses fragwürdige Event führte jedenfalls nur dazu, dass die Philharmonie Leipzig ihre Einladung bekräftigte und damit bewies, dass, wie es ein ehemaliger SPD-Vorsitzender aus Leipzig zutreffend formulierte "gute Kunst machen und politischen Anstand besitzen, nicht zwingend zusammengehören."
Apropos Sektlaune, Schnapsidee und politischer Anstand: Unter der Überschrift "MUT AUSBRUCH" ist für den 9. Oktober 2019 ab 19 Uhr ein Event angekündigt. "Werden Sie Teil eines unvergesslichen Abends, an dem Geschichte lebendig wird." Auf der Restaurantterrasse der alten Hauptpost wird "neben dem exklusiven Blick auf das Lichtfest Leipzig anlässlich 30 Jahre Friedliche Revolution Raum für entspanntes Netzwerken, gute Gespräche, Musik und Tanz bei einer Auswahl an Köstlichkeiten und Getränken" angeboten. Zu dieser sogenannten "MUT-Party" werden auch Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Sport und Kultur angekündigt. Für 126,05 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer darf man dabei sein und mit Sektglas in der einen und Häppchen in der anderen Hand (vielleicht sogar Champagner und Canapés) von oben auf das gemeine Volk auf dem Augustusplatz herabblicken.
Ich bin nicht sicher, welches dieser beiden nichtoffiziellen "Events" geschmack- und respektloser ist.
Mit Erinnerung an 1989, an die erste große Montagsdemonstration; mit einer Würdigung der 70.000 Menschen, die damals entschlossen und auch mit Ängsten, was an dem Abend passieren würde, über den Ring gezogen sind, hat das alles jedenfalls überhaupt gar nichts zu tun. Jedenfalls nicht in meiner Welt.
Insofern befinden sich die beiden genannten Trittbrettfahrer des städtischen Feiertags hier durchaus auf Augenhöhe.
Ich weiß nur eins: Ich bin 1989 über den Ring gelaufen, weil ich wollte, dass sich in diesem Land etwas ändert. Weil ich wollte, dass man ohne Angst seine wirklich Meinung sagen kann. Dazu gehört aber auch, Geschmacklosigkeiten und Respektlosigkeiten von denen zu ertragen, die anderer Meinung sind.
Und ich bin auch dafür auf die Straße gegangen, dass ich selbst das als Geschmacklosigkeit oder Respektlosigkeit bezeichnen kann, was ich dafür halte.
Diese beiden Veranstaltungen gehören auf jeden Fall dazu.
"Wir sind das Volk" haben wir 1989 gerufen. Und ich bin sicher: Auch am 9. Oktober 2019 wird "das Volk" wieder in der Nikolaikirche und auf dem Augustusplatz sein. Und über den Ring laufen. Ohne Eintrittskarte. Mit Kerzen in den Händen und mit dem Herzen dabei.
Nicht mit dem Sektglas in der Hand auf der Dachterrasse für 150 Euro.
Und ganz sicher nicht als Zuhörer eines ehemaligen kommunistischen Parteiführers für 37 Euro.
Ansbert Maciejewski, 02/07/2019

***


   



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Veröffentlicht am 19.05.2019
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Veröffentlicht am 19.05.2019

Spielplatz "Mariannenpark - Holzspielplatz"

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