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Mein lieber Freund und Kupferstecher ...

Vatis Spruch
Mein lieber Freund und Kupferstecher, sagte mein Vater immer, wenn ich etwas „ausgefressen“ hatte. Was das bedeutete, erklärte er mir, soweit ich mich erinnern kann, nicht.

Jahre später, als ich mich für Kulturgeschichte interessierte und begeisterte und kulturgeschichtliche Romane las und sammelte, erinnerte ich mich öfters an seine Worte. Im Rahmen des Buchdruckes las ich auch immer wieder den Begriff „Tiefdruck“! Mein Vater hatte auch davon gesprochen.

Als ich meine „Laufbahn“ als Hobbyjournalist begann, bekam ich jahrelang Einladungen für Ausstellungen im „Neuen Augusteum“ von der Kustodie der Universität Leipzig.
Und eines Tages war da auch eine Einladung für die Ausstellung: „Mein lieber Freund und Kupferstecher“ dabei. Ich besuchte natürlich diese Ausstellung. Und nun erfuhr ich endlich was dieser Spruch eigentlich bedeutete! Und ich konnte mein Wissen über DRUCKEN ergänzen.

In einem kulturgeschichtlichen Roman hatte ich schon von dem Übergang vom handschriftlichen Kopieren der Buchseiten zum Buchdruck gelesen und sah nun meine vielen Bücher mit ganz anderem Blick.
Wenn ich ein neues Buch in die Hand nehme, denke ich an meinen vor siebzig Jahren verstorbenen Vater, der viele Jahre Direktor eines großen international bekannten deutschen Verlages gewesen ist.

KM 2019
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 Autorengruppe „by chance“ – zufällig

 Wie es begann.

 Ein Bekannter erzählte mir Ende des Jahres 2012, dass er ein Vereinsquartier, eine ehemalige Gaststätte zur Nutzung übernommen hatte. Da ein anderer Verein Räumlichkeiten suchte, gab ich die Adresse weiter. Dabei kam ich auf die Idee, dass die bekannte Leipziger Autorengruppe „Provokant“ deren Mitglied ich war, den Raum nutzen könne. Ich gab meine Idee an den Chef der Autorengruppe weiter. Im Februar 2013 besichtigten wir zusammen den Raum. Dabei baute ich meine Idee aus und kam zu dem Schluss, dass auch andere Gruppen und Vereine Nutzer sein konnten. Der Raum fasste mindestens 30 Personen und konnte noch durch Öffnen der hohen Zwischentüren erweitert werden. Da die Autorengruppe „Provokant“ nur zweimal im Jahr Lesungen veranstaltete und ich seit 2004 einmal im Jahr eine eigene Lesung bei Senioren durchführte, hatte ich eine neue Idee:

Die Gründung einer eigenen Autorengruppe. Mit monatlichen Lesungen!

Der Chef von „Provokant“ machte mit und ein Mitglied der Gruppe „Die Textlosen“ ebenso. Wir gaben uns einen Namen und im April war die Autorengruppe „by chance“ geboren. Das Konzept war einfach. Zwei bis drei „Stammmitglieder“ und wer von den Gästen wollte bzw. sich traute, konnte ebenfalls Vorlesen.

Nach Überwindung einer ganzen Menge Schwierigkeiten fand am 24. Mai 2013 die erste Lesung statt. Da ich an allen Tagen die Veranstaltungen der Leipziger Buchmesse besucht hatte, war die Formulierung eines Werbetextes nicht schwer.

Der Erfolg beflügelte uns. Deshalb luden wir schon am Ende der ersten Lesung zum neuen Termin ein.

Mein Konzept ging auf. Die "Leser" wechselten. Manche nahmen nur einmal Teil, andere mehrmals. Besonders freuten wir uns, als ein 12-jähriges Mädchen, unterstützt von ihrer Mutter, eigene Geschichten vorlas. Ich hatte sie auf Vorschlag von "Lesetante" Netti beim Stadtteilfest in Paunsdorf angesprochen und gewinnen können. "Zur Probe" las sie bei der letzten Lesung der Lesebühne bei 'Hugendubel'. Da las allerdings noch Netti ihre Geschichten. Bei uns las sie selbst.

 Am 21. November wurde die vierte Lesung durchgeführt. Nicht im Quartiersladen, sondern zum ersten Mal an einem bekannten Leipziger Lese Ort. In der DAA – Medienwerkstatt in Leipzig, Torgauer Platz. Diese vierte Lesung war gleichzeitig die letzte Lesung der Gruppe im laufenden Jahr. Es hatte sich gezeigt, dass monatliche Lesungen nicht durchführbar sind.

Die Mitglieder der Autorengruppe „Provokant“ wechselten und ebenfalls die der Autorengruppe „by chance“.

Mit wechselndem Erfolg lebte die Autorengruppe „by chance“ weiter. Wir waren nur noch zwei „feste“ Mitglieder. Dann verschwand eines Tages mein Mitstreiter und ich musste im Kreis von über fünfzig Gästen allein Lesen. Mitzumachen traute sich keiner der Gäste zu. Aber nach der Lesung stellte ich mich den vielen Fragen.

Es gelang mir nicht, neue Mitstreiter zu interessieren. Las bei Senioren, spontan in Gaststätten, im Urlaub im Hotel, bei irgendwelchen Veranstaltungen. Immer.

Mehrmals hatte ich versucht in Altersheimen zu lesen. Die Träger der Heime hatten kein Interesse.

Meine letzte offizielle Lesung fand im September 2017 bei Senioren statt.

Seit 2001 schreibe ich Kurzgeschichten und habe, wenn ich unterwegs bin immer welche in der Aktentasche. Man weis ja nie ...

 

KM 2019

 

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Papiermüll
Ich frage mich oft, ob die großen Versandhäuser schon im Computerzeitalter angekommen sind! Da werden tonnenweise Hochglanzkataloge versendet, als ob die Regenwälder die gesamte Erdoberfläche lückenlos bedecken!
Wenn ich etwas bestellen will, sehe ich mir die Erzeugnisse auf den Internetseiten der Versandhäuser an.

Nach dem vorletzten eingegangenen Paket eines Versandhauses, habe ich es auf die Personen-Waage gewuchtet, um das Gewicht festzustellen. Danach habe ich es, als Rücksendung zur Post gebracht und diese Sendung, mit dem Hinweis, dass ich einen Computer habe und deshalb keine Kataloge mehr annehme, versendet.
Das Versandhaus muss wahrscheinlich Analphabeten beschäftigen, denn nach einem halben Jahr traf der nächste Pack Kataloge ein. Ein Kind aus dem Haus freute sich, als ich ihm den Packen schenkte.

Ich bekam dann doch Post. Das Versandhaus behauptete, nur gerecyceltes Papier zu verwenden, um die Regenwälder zu schonen. Und wieder fragte ich mich, was da für Leute beschäftigt werden. Dieses Papier ist zwar aufbereitet, aber stammt doch ursprünglich von Bäumen.

Ein anderes Versandhaus stürzte mich regelrecht in ein Abenteuererlebnis.
Zuerst kam ein Katalog. Als ich die Folie entfernen wollte, wurde ich fast ohnmächtig. Es stank entsetzlich! Ich entsorgte das Paket. Bestellte dann aber per Internet Oberhemden. Leibwäsche soll man vor dem Anziehen WASCHEN! Vorsichtshalber zog ich Gummihandschuhe an, als ich die Hemden waschen wollte. Da es nicht so viele waren, nutzte ich die große Waschschüssel. Bevor ich das Paket ganz öffnete, verfluchte ich den Tag vor 50 Jahren, an dem ich die Gasmaske, ein Relikt des Krieges, entsorgt hatte! Als die Hemden lange genug im Wasser gelegen hatten, fand ich sie zuerst nicht in der farbigen Lauge. Nach einem Dutzend Wasserwechseln, konnte ich sie endlich Waschen.

Nun stellt sich mir die Frage, was mache ich, wenn ich mir einen neuen Anzug kaufe. Sollte ich den auch erst einmal Waschen, bevor ich ihn bezahle?


Kurt Meran 23.01.2019
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