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Guten Tag.

Ich freue mich darüber, dasss SIE den L-Schoenefelder-Almanach besuchen.

Viel Spaß beim Blättern und Lesen!

Eine, keine Geschichte. Nur eine Erinnerung …

Als ich mich vorhin an den Computer gesetzt hatte und meine Gedanken sortierte, wurden an einem bestimmten Punkt, Erinnerungen „wach“!

Ich kenne Schönefeld seit etwa 1946/47! Damals zog uns Kinder der Rodelberg magisch an. Sonst rodelten wir am Schwanenteich, der damals viel tiefer gelegen war, als heute. Unsere Eltern waren entsetzt. Wir wichen erst in den Elsa-Park aus, bis wir Schönefeld für uns entdeckten.

Im Mariannenpark fanden auf der Festwiese auch Kinderfeste an der großen Bühne statt, die wir Kinder unter Aufsicht Erwachsener besuchten.

Mein, unser Jugendrevier, war die Eisenbahnstraße, bis zum Kino der Jugend. Falls ich mich richtig erinnere, erlebte ich da später meinen ersten Breitbandfilm.

Der Papser war mein Wochenendtanzlokal in den Endfünfzigern. Dann war meine Freizeit arg beschnitten, durch den Beginn meiner Eisenbahner-zeit (1959 – 1995).

Erst nach meiner Wiederkehr nach Leipzig im Jahr 2000, fand ich den Weg in den Mariannenpark. Ich hatte ihn ganz anders im Gedächtnis. Aber die Erinnerung trügt oft.

In Schönefeld bemühte ich mich um den Kontakt zur Allgemeinheit und um Auffrischung von Erinnerungen. Ich war Mitglied im Bürgerverein. Gründungsmitglied der „Schönefelder Schreibwerkstatt“ und ebenfalls Gründungsmitglied der „Selbsthilfegruppe Hirntumor für Leipzig und Umgebung!“ Mein Hirntumor ist mittlerweile zum Stehen gekommen.

Vor zwei/drei Jahren kam mir eine Liebesnacht aus den siebziger Jahren in Erinnerung. Es machte „klick“ und die verschollene Erinnerung wurde Gegenwart. Ein wunderschönes Erlebnis in Schönefeld, was durch eine meiner negativen Eigenheiten, keine Fortsetzung fand. Was man verbockt, zerstört hat, kann nicht immer repariert werden. Leider!

Seitdem lässt mich, nun uralter einsamer Mensch, die Erinnerung nicht mehr los .

 

Kurt Meran 19. Juni 2022

***

 

Räuberleiter
Ein irres Beispiel aus meiner Eisenbahnzeit zur Modernisierung der Bahnhöfe.
Ich war Leiter des Bahnhofs SD. Bei einem Betriebsfest, welches in meinem riesengroßen Büro stattfand, ging eine junge Kollegin auf die Toilette und plötzlich waren einige junge Kollegen weg. Ich ging der Sache nach und erlebte irres!
Es wurde ja viel gespart. Aber trotz des Sparens musste der Plan erfüllt, und annehmbare Arbeits- und Gesundheitsmöglichkeiten geschaffen werden, obwohl die finanziellen Mittel knapp, sehr knapp waren!
Ein Außenstehender kann sich gar nicht vorstellen, wie es mit Toiletten, Umkleide- und Waschräumen auf manchen Bahnhöfen aussah!
Es herrschte das Trockenklosett vor!
Auf einem „meiner“ Bahnhöfe wurde vor meiner Zeit modernisiert. Büros, Klosett usw.
Der Güterboden war riesengroß und es war viel Platz für moderne Hygiene. Also wurden entsprechende Räumlichkeiten, noch unter meinem Vorgänger gebaut.
ABER! Es wurden auf dem Güterboden und Korridoren, nur jeweils vier Mauern zu einem quadratischem oder rechtwinkligen Raum hochgezogen, und ein separates Dach weggelassen. Da Güterboden oder Korridor überdacht und verschließbar waren, verzichtete man auf eine Zwischendecke für die "Kabinen"! Was nutzt ein Kachelofen, wenn es keine Zimmerdecke gibt?
Als die junge Kollegin auf der Toilette war, kletterten die Kollegen außen an den Toiletten hoch (Räuberleiter) und sahen von oben dem Toilettenbesuch zu! Schimpfen und bestrafen nutzten nichts. Es passierte immer wieder. Ich verlegte dann Feiern in die Bahnhofsgaststätte, was das finanzielle Limit sprengte.
Der Leiter des Reichsbahnamtes sagte cool: Sie sind der Leiter des Bahnhofes, also tun SIE etwas!
Es gab viel zu tun. Zum Bahnhof gehörte ein bestausgerüsteter Lokomotivschuppen. Leider konnten wir unsere Lokomotive nicht im Lokomotivschuppen abstellen, weil die Zugangs-weiche fehlte! Vor Jahren hatte es einen Bahnbetriebsunfall im Bahnmeistereistreckenbereich gegeben. Eine spezielle Weiche war zerstört. Dem Leiter der Bahnmeisterei fiel ein, dass es im Bahnhof SD so eine Weiche gab. Die Bahnmeisterei baute diese Weiche aus und nahm sie ersatzlos mit. Der Lokomotivschuppen konnte nicht mehr genutzt werden. Da sich dort nun auch niemand mehr aufhielt, verschwanden Mobiliar und Ersatzteile. Die Lokomotive war jedem Wetter ausgesetzt und verrottete.
Der Beschwerdegang zur Bahnmeisterei war kompliziert! Der Herr Bahnmeister hatte einen hohen Dienstgrad. Ich wendete mich an das für den Bahnhof zustehende Reichsbahnamt. Der Leiter des Reichsbahnamtes musste sich an den Vize-Präsidenten wenden und dieser an den Vizepräsidenten ...
Wir bekamen eine schrottreife Kleinlok, die Tag und Nacht den Wetterwidrigkeiten ausgesetzt war!
Trotz aller Widrigkeiten gelang mir die Planerfüllung, das Aufstocken des Personales, aber nicht die Wiederinbetriebnahme des Lokschuppens.
Ein Bahnhofsvorsteher muss alles können, sagte man mir, als ich mich leichtsinnigerweise qualifizierte. Mein größtes „Manko“ war, dass ich nicht Mitglied der SED gewesen bin. Wenn ich meines Erachtens unrechtmäßig angegriffen und bestraft worden war, wendete ich mich hilfesuchend an meinen Parteivorstand, einer sogenannten „Block-Partei“. Im Block waren auch die SED und die FDJ! Da ich Kreissekretär gewesen bin und das Prozedere kannte, half mir der Kreisvorsitzende widerwillig. Das Hilfeersuchen war allen sehr sehr unangenehm …
Nach einem Anpfiff seitens des Leiters des Reichsbahnamtes, wendete ich mich an den Vizepräsidenten und das wirkliche Unglück kam über mich!
ICH wurde befördert! Zum Reichsbahn-Amtmann! Diesen Dienstgrad hatte es auf diesem Bahnhof noch nie gegeben. Besonders hervorgehoben wurde: Als ich zum Bahnhof kam, waren von 39 Planstellen nur 28 besetzt! Als ich befördert wurde, gab es 42 Beschäftigte! Ganz so blöd, wie ich immer hingestellt wurde, konnte ich ja wohl nicht gewesen sein. Den Trick habe ich nie verraten.
Es blieb nicht beim Amtmann. Ein paar Jahre später wurde ich zweimal hintereinander ganz wo anders, in einer anderen Direktion befördert …
#GurdohneGurd 12.08.2022
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